Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Gemeinsam alt werden in Heiligenhafen
Lokales Ostholstein Gemeinsam alt werden in Heiligenhafen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:15 11.11.2013
An der Ecke Weidestraße/Schulstraße soll ein Mehrgenerationen-Komplex entstehen, dahinter befinden sich ein parkähnlicher Innenhof sowie sechs Reihenhäuser. Quelle: Fotos: Gollus/hfr(2)
Heiligenhafen

„Wie würden wir gern alt werden?“, lautete die Frage, die sich Andreas und Dorothee Repenning vor längerer Zeit stellten. Gestern Abend präsentierten sie ihre Antwort den Kommunalpolitikern bei der öffentlichen Haupt- und Finanzausschuss-Sitzung: das Konzept eines Mehrgenerationenhauses. An der Ecke Weidestraße/Schulstraße, wo derzeit noch der Altbau der ehemaligen Theodor- Storm-Schule steht, könnte es bereits bis 2015 fertiggestellt sein — sofern es die Stadtvertreter für sinnvoll und gut durchdacht befinden. Gestern wurde ihnen das Projekt vorgestellt.

Das sind die Grunddaten des Entwurfs: Es soll auf dem 4000-Quadratmeter-Grundstück ein Hauptgebäude mit Seniorenwohngemeinschaft (10 Einzelzimmer + Gemeinschaftsküche) im Erdgeschoss und 30 bis 40 Wohnungen in den oberen Geschossen entstehen. Dahinter befindet sich ein 1500 Quadratmeter großer Innenhof, der wie ein Park mit Grünflächen angelegt wird und dahinter sollen zusätzlich sechs Reihenhäuser gebaut werden. Aus architektonischer Sicht interessant: Es gibt sogar über dem zweiten Stockwerk noch eine Sonnenterrasse mit einem Ausblick über die Stadt. Die Gesamtinvestition dürfte bei mindestens sechs Millionen Euro liegen. Baubeginn kann frühestens 2015 sein. Denn zunächst müssen erst die B-Pläne auf den Weg gebracht werden — ein langwieriger Prozess.

Architekt Jan F. Gollus, der die Vorentwürfe erstellte, sagt dennoch voller Enthusiasmus: „Das Tolle daran ist, dass alle Bewohner voneinander profitieren. Die jungen Kleinfamilien aus den Reihenhäusern, die immer Babysitter finden, und die älteren Menschen, um die sich die jüngeren ein wenig kümmern.“ Andreas Repenning bremst zwar ein wenig den Schwung, betont, man befinde sich ja noch früh in der Planung. Doch im Rathaus ist der Zuspruch bereits groß. Bürgermeister Heiko Müller (parteilos) etwa meint: „So, wie dieses Konzept durchdacht ist, ist es einzigartig in unserer Region.“ Der demografische Wandel würde auch in der Warderstadt bald zu spüren sein. Daher seien Wohnprojekte, die sich mit den Bedürfnissen der Senioren befassen, so wichtig sein wie nie. Müller:

„Wenn Seniorenpaare etwa in eine dieser Wohnungen zögen und mit einem Mal einer der beiden Partner pflegebedürftig nicht mehr in der Lage wäre, in dieser Wohnung zu leben, könnte der gesunde Partner oben bleiben und der Pflegebedürfige ins Erdgeschoss ziehen, wo ihm der Alltag erleichtert würde und beide Partner trotzdem nah zusammen weiterleben können.“

Für Repenning Consult, einem Beratungsunternehmen und Projektentwickler, ist dies das erste eigene Bauunterfangen als Investor.

Gemeindevertreterin Monika Rübenkamp (SPD) wollte wissen, ob die Einheiten auch zur Miete stünden. Darauf antwortete Dorothee Repenning: „Die Wohneinheiten müssen nicht zwingend verkauft werden, sondern könnten womöglich auch zur Miete bereitstehen.“ Müller lobt: „Dies ist ein Projekt, das es Menschen ermöglicht, sich in jeder Lebenslage und in jedem Alter wohlfühlen zu können. Es ist genau das, was wir uns auch politisch seit langem wünschen.“ Er plädiere dafür, die nächsten Schritte der Planung nach interfraktioneller Abstimmung einzuleiten.

Hier wurde gebaut oder wird geplant
Fehmarn, Wobau: Geplant in Burg zunächst für 48 Wohneinheiten mit einem Investitionsvolumen von sechs Millionen Euro, nunmehr abgespeckt auf 33 Wohneinheiten. Baubeginn ist frühestens 2015.

Oldenburg: Mehrgenerationenhaus- Förderzentrum Kastanienhof (seit 2008).

Eutin, Wobau: Es sind 44 Wohneinheiten für ein Investitionsvolumen von sechs Millionen Euro geplant. Baubeginn geplant: 2014.

Stockelsdorf, Wobau: Vorzeigeprojekt ist das Mehrgenerationenhaus, 2009. Ausgezeichnet mit dem Innovationspreis des Landes. 68 Wohnungen, davon sechs behindertengerecht.

Bad Schwartau, Wobau: Artriumhaus, 2012, mit 35 barrierearmen Wohnungen, überdachter Grünanlage sowie Gemeinschafts- und Leseraum.

Peter Mantik

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Beirat für Menschen mit Behinderung in Ostholstein tagt am morgigen Mittwoch um 14 Uhr öffentlich im Fehmarnzimmer des Eutiner Kreishauses.

11.11.2013

Erst gab es den riesigen Schreck, dann die große Erleichterung: Es war um 7 Uhr, als zunächst ein lauter Knall und anschließend langanhaltendes Hupen die morgendliche Sonntagsruhe in Braak störte.

11.11.2013

Das Katasteramt verabschiedet sich nach 137 Jahren aus Oldenburg und zieht nach Lübeck. Gleiches gilt für das Katasteramt in Eutin. Zusammen sind etwa 30 Mitarbeiter betroffen.

11.11.2013