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Ostholstein Geplante Projekte zügig anpacken, Bürger beteiligen
Lokales Ostholstein Geplante Projekte zügig anpacken, Bürger beteiligen
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20:58 08.11.2016
Im Dienstzimmer mit Blick auf den Markt hat sich Carsten Behnk schon gut eingelebt – neue Möbel kommen auch noch. Quelle: Benthien

 Die Großprojekte, von denen Eutin einige in der Pipeline hat – eine neue Sporthalle, die Umgestaltung des Zob, die Sanierung der Schlossterrassen, den Bau eines Feuerwehrgerätehauses an der Kerntangente –, will er zügig anpacken.

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Eutins Verwaltungschef Carsten Behnk ist 100 Tage im Amt – Zahlreiche Antrittsbesuche seit dem 1. August – Stadtsanierung soll vorangetrieben werden.

In Kürze werde zum dritten Mal ein Arbeitskreis, besetzt aus Verwaltung und Selbstverwaltung, zur Historischen Reithalle (so der Arbeitstitel des im Volksmund Schlossterrassen genannten Gebäudes) tagen, so Behnk. Vor einer Woche hatte dort ein Bürgerforum stattgefunden, um weitere Vorstellungen einzusammeln. Die Bürgerbeteiligung sei ihm außerordentlich wichtig, versichert Behnk. Heute trifft er sich zu einer Gesprächsrunde zum Thema Stadtsanierung mit Vertretern der Wirtschaftsvereinigung, der „Händler mit Herz“ und der Händler am Rosengarten. Am 9. Dezember wird es einen ersten Dialog in Sachen Verkehr geben.

Austausch werde auch in der Verwaltung groß geschrieben: „Alle Fachdienste und Fachbereiche sollen einen Rundumblick bekommen, nicht nur am Rande informiert werden.“ Dazu gebe es eine wöchentliche Fachdienstleiter- und auch Fachbereichsleiterrunde, einmal im Monat säßen jetzt auch alle Betreffenden zusammen.

Er kenne die Forderungen, nach der Landesgartenschau ein Jahr Pause einzulegen, ehe die Stadtsanierung weitergehe. Das sei aber nicht zielführend, es gebe Fristen, die einzuhalten seien.

Leitungen in der Stadt müssten erneuert werden, und man wolle ja auch vorankommen. Was die Sanierung anbelange, sei Sensibilität in der Verwaltung vorhanden, versichert Carsten Behnk. „Das Leben in der Innenstadt darf nicht zum Erliegen kommen, die Beeinträchtigungen müssen erträglich gehalten werden.“ Das bedeute, die Baufelder nacheinander in Angriff zu nehmen. Wichtig sei, dass nach außen nicht kommuniziert werde, „Eutin ist eine einzige Baustelle“, sondern „es geht weiter, wir erneuern uns“. Daher solle aktives Baustellenmarketing betrieben werden. „Das können wir, das haben wir im Vorwege der LGS gezeigt“, ist sich Behnk mit Stadtmanagerin Kerstin SteinSchmidt einig. Mit einem Baustellenfest, einer Kinderbaustelle und der Beteiligung am Tag der Städtebauförderung im Mai soll den Einschränkungen durch die Sanierung offensiv begegnet werden.

Einer seiner ersten Antrittsbesuche habe der Wilhelm-Wisser-Schule gegolten, sagt Carsten Behnk. Sowohl die SPD als auch die Schule selbst hatten immer wieder die Entscheidung für einen Bau einer Sporthalle am alten Güterbahnhof in Frage gestellt. „Ich habe mir von der Schule ihre Sicht der Dinge schildern lassen, auch die Fachdienste sollten die Situation spiegeln“, so Behnk. „In Kürze wird es ein gemeinsames Gespräch geben. Offensichtlich bestanden Informationsdefizite, es waren nicht immer alle auf einer Höhe.“ Die Eckpunkte seien aber bekannt: „Es gibt einen Beschluss für den Standort Güterbahnhof mit Treppenturm und Aufzug.“

Im Februar war im Bau- und Feuerwehrausschuss von der Verwaltung als Baubeginn für das neue Feuerwehrgerätehaus Ende 2017 genannt worden, mit einer Fertigstellung sei Ende 2018 zu rechnen, hieß

es. Gestern kündigte der Bürgermeister für den Ausschuss am 16. November einen aktuellen Sachstandsbericht an. Derzeit liefen Abstimmungen, Ausschreibungen und das Einholen von Angeboten, einen fixen Termin für einen Baubeginn gebe es nicht. „Die Feuerwehr wartet schon sehr lange auf ihr neues Haus, während der LGS hat sie stillgehalten. Ein Raumbuch ist zwar schon erstellt worden, aber die Vorschriften ändern sich laufend. Da müsste nochmal draufgeguckt werden“, ist die Auffassung des Verwaltungschefs.

Dass es ein zweites Bürgerbegehren zum Erhalt des Haus des Gastes gibt, das wohl in einen weiteren Bürgerentscheid münden wird, bedauert er. „Doch die Bürgerinitiative will ihn unbedingt. Einen Dialog hat sie ausgeschlagen.“ Er hoffe, dass es wenigstens noch möglich sein werde, den bisher von der BI abgelehnten 7. Mai, an dem auch der Landtag gewählt wird, als Termin hinzubekommen.

ben

Umzug wahrscheinlich

Die „Bounty“, das von der Wohnungsbaugesellschaft Ostholstein für die LGS gesponserte Holzspielschiff, muss wohl doch einen anderen Ankerplatz bekommen. Er habe sich nach dem – einstimmigen – Votum der Stadtvertretung für den Standort am Schloss stark gemacht, sagte Bürgermeister Carsten Behnk. Doch die Denkmalpflege lehne ab. Er habe noch ein Gespräch mit Landeskonservator Dr. Michael Paarmann, aber nur wenig Hoffnung.

LN

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