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Ostholstein Gericht verurteilt Teppichwäscher
Lokales Ostholstein Gericht verurteilt Teppichwäscher
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18:10 30.05.2018
Oldenburg/Heiligenhafen

Laut Staatsanwaltschaft behielten die Angeklagten Teppiche und einen Nerzmantel im Wert von insgesamt 25000 Euro ein. Die beiden entfernten Verwandten aus Mönchengladbach betrieben im November 2016 eine Teppichwäscherei mit vermeintlichem Sitz in Heiligenhafen. Die Polizei hatte damals vor Geschäften mit der Firma gewarnt: Die Anschrift sei eine Briefkastenadresse, ein entsprechendes Gewerbe nicht angemeldet, hieß es in einer Erklärung. Über die LN riefen die Ermittler etwaige Geschädigte auf, sich zu melden.

Ein Betrugsvorsatz lasse sich jedoch nicht nachweisen, sagte Richter Marcel Welzel, Vorsitzender des Schöffengerichts. Es habe diverse Fälle gegeben, in denen Teppiche einfach gereinigt worden und die Kunden zufrieden gewesen seien. Auch sei ein Teppich zunächst zurückgegeben worden, dann aber vom Kunden die ungenügende Reinigung reklamiert worden. Erst nachdem der Läufer ein zweites Mal von der Firma abgeholt worden sei, sei er nicht mehr zurückgekommen. Insofern lasse sich nicht feststellen, ob von vornherein die Absicht bestanden habe, die Kunden zu hintergehen.

Vor Gericht erschien gestern nur einer der beiden Angeklagten – nach Auffassung von Gericht und Staatsanwaltschaft „nicht der Haupttäter“. Er habe von den Machenschaften seines Verwandten nichts gewusst, beteuerte der 23-Jährige. Verteidiger Oliver Maier erläuterte, sein Mandant sei als Fahrer eingestellt worden, um Teppiche von Ostholstein nach Hamburg in die Wäscherei und zurück zu bringen. Als er von den Ermittlungen der Polizei erfahren habe, sei er aus der Firma ausgestiegen.

Eine Geschädigte berichtete derweil, der zweite Angeklagte habe ihr das Ganze genau umgekehrt geschildert: Sein Partner habe die Teppiche zurückbringen sollen und er verstehe gar nicht, wieso sie nicht bei ihr angekommen seien.

Weil der vermeintliche Firmenchef bei der Verhandlung unentschuldigt – nach eigener Aussage krank, aber ohne Attest vom Arzt – fehlte, ließ sich dieser Widerspruch gestern nicht endgültig auflösen.

Gericht und auch Staatsanwaltschaft blieben jedoch bei ihrer Einschätzung, dass der Abwesende die fehlenden Teppiche maßgeblich zu verantworten habe. Darauf lasse auch die Aktenlage schließen.

Wie der 23-jährige Mit-Angeklagte in das Geschehen eingebunden gewesen sei, lasse sich nur schwer beurteilen, so Welzel. Zuletzt einigten sich alle drei Parteien darauf, das Verfahren gegen den jungen Mann gegen eine Strafzahlung einzustellen. 900 Euro muss der arbeitslose Vater eines zweijährigen Kindes innerhalb eines halben Jahres an die Landeskasse zahlen. „Passen Sie auf, mit wem Sie sich einlassen“, mahnte Richter Welzel zum Abschied, „sollte es ein nächstes Mal geben, wird das Ganze für Sie nicht so glimpflich ausgehen.“

Gegen den vermeintlichen Haupttäter erließ das Gericht einen sogenannten Strafbefehl – ein Urteil in Abwesenheit des Angeklagten. Das Schöffengericht folgte dem Antrag der Staatsanwaltschaft und verurteilte ihn zu einem Jahr Haft. Die Freiheitsstrafe wird zur Bewährung ausgesetzt (Bewährungszeit: drei Jahre). Als Bewährungsauflage muss der Mann 3600 Euro an die Landeskasse zahlen. Außerdem soll er – wenn möglich – die Schadenssumme von 25000 Euro ersetzen. Der ehemalige Teppichwäscher hat nun zwei Wochen Zeit, gegen das Urteil Einspruch einzulegen.

Von Jennifer Binder

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