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Ostholstein Gesundheitscampus Eutin: Wer hat das Sagen?
Lokales Ostholstein Gesundheitscampus Eutin: Wer hat das Sagen?
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21:10 15.06.2017
Eutin

bekommt einen Gesundheitscampus. Das klingt ambitioniert. Aber genau so einen Gesundheitscampus, also einen Gebäudekomplex mit vielen Fachrichtungen, möchte das Sozialministerium installieren. Die Akteure sind bereits in der Stadt ansässig: die Sana-Klinik und das Sankt-Elisabeth-Krankenhaus (SEK). Für den Gesundheitscampus müssen sie sich, flapsig ausgedrückt, zusammenraufen.

Hinten runter fällt der Standort des DRK-Krankenhauses Middelburg, das bald in den Besitz von Sana übergeht. Sana möchte das Krankenhaus nach Eutin holen – die 66 Betten und die Mitarbeiter. Die Lage, weit ab von größeren Straßen und vom nächsten Akutkrankenhaus, sei nicht ideal, sagt Sana-Geschäftsführer Klaus Abel.

Mit Middelburg zieht eine zweite geriatrische Einrichtung, also ein Haus der Altersmedizin, nach Eutin. Ein solches Angebot aber ist das Kerngeschäft des Sankt-Elisabeth-Krankenhauses. Niemand spricht es deutlich aus, aber offenbar gibt es eine Konkurrenz zwischen Sana und Sankt Elisabeth, wer bei der Geriatrie auf dem künftigen Campus den Hut auf hat. Die Sana-Geschäftsführung hatte im Kreis-Hauptausschuss nicht nur mitgeteilt, dass das Unternehmen ein Ärztehaus in Nachbarschaft zur Sana-Klinik plane. Weiter hieß es, es sei sinnvoll, das Krankenhaus Middelburg nach Eutin zu verlegen. Nach den Vorstellungen von Klaus Abel gibt es die Vision, gemeinsam mit dem SEK eine Geriatrie in einem neuen Gebäude neben der Sana-Klinik einzurichten.

Genau an diesem Punkt merkt Kerstin Ganskopf auf. Die Geschäftsführerin des SEK sieht die Kompetenz für die Geriatrie in Eutin ganz klar beim Sankt-Elisabeth-Krankenhaus und will dessen Stellung verteidigen. „Wir sind schon der geriatrische Schwerpunkt und Versorger. Uns ist es wichtig, dass es einen an unser Haus gebundenen Versorgungsauftrag gibt.“

Die Eutiner Kliniken sind laut Ganskopf vom Land dazu aufgefordert worden, den Gesundheitscampus Eutin aufzubauen und geriatrische Einrichtungen zu bündeln. Das Sozialministerium wolle keinen Verdrängungswettbewerb, eine Standortverlagerung des Krankenhauses Middelburg gehe nur im Konsens mit dem SEK, sagte Ganskopf weiter. Zurzeit liefen die Gespräche darüber, bis Mitte Juli müsse das Konzept entwickelt werden. Nun sei Sana vorgeprescht. Ganskopf: „Wir befinden uns in laufenden Gesprächen darüber, wie die geriatrische Kompetenz aus Middelburg mit der des SEK gebündelt werden kann.“ Das solle über einen alleinigen Versorgungsauftrag des Elisabeth-Krankenhauses erfolgen. Abel will sich nicht zu Inhalten äußern. Er verweist aber darauf, dass auch Middelburg eine sehr hohe Kompetenz in der Geriatrie aufweise und Sana in Oldenburg ebenfalls eine betreibe. Sein Fazit: „Es geht um das medizinische Konzept und eine gute Versorgung der Bevölkerung.“

Susanne Peyronnet

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