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Ostholstein Gesundheitssport auf einen Blick
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20:13 10.01.2017
„Es ist schwierig, die Patienten für Sport zu motivieren.“Nadine Sevegnani, Ärztenetz
Eutin

Zur fröhlichen Volksmusik aus dem Ghetto-Blaster lassen die 75-plus-Frauen auf ihren Stühlen sitzend die Arme kreisen, strecken ihre Füße in die Luft und bewegen sich im Takt. Unter ihnen Gretel Abratis. Sie leidet an Osteoporose – eine häufige Alterskrankheit der Knochen. Um weiterhin fit zu bleiben, geht die 76-Jährige einmal in der Woche zur Stuhlgymnastik der Turnerschaft (TS) Riemann. „Ich muss meine Sehnen und Muskeln trainieren“, erklärt die Eutinern. In der Gruppe, die von der ausgebildeten Sportlehrerin und Ergotherapeutin Anke Försterling geleitet wird, fühlt sie sich aufgehoben. „Die Gymnastik ist altersgerecht“, sagt Abratis.

„Rezept für Bewegung“: TS Riemann bringt Flyer mit Kursangeboten der Eutiner Sportvereine heraus.

Von Gymnastik über Yoga bis Schwimmen: Knapp zwei Jahre lang wurde an dem Konzept gefeilt, jetzt hielt die Arbeitsgruppe der TS Riemann endlich den neuen Flyer mit dem Titel „Rezept für Bewegung“ in den Händen, der künftig in Arztpraxen ausliegt. In dem Prospekt sind spezielle Gesundheitssport-Angebote der Eutiner Sportvereine in einer Übersicht zusammengefasst. „Es sollen Handreichungen gegeben werden für Ärzte, um die Leiden ihrer Patienten zu lindern“, erklärte Eckhart Holst von der TS Riemann. Der Verein griff das Konzept, das sich vor allem an ältere Menschen richtet, vom Landessportverband auf.

Von den insgesamt 18 Vereinen in der Kreisstadt, die Gesundheitssport anbieten, wurden alle angeschrieben und gefragt, ob sie sich am Projekt beteiligen wollen. Mit dem PSV Eutin, dem Postsportverein, der SG Eutin, dem TSV Fissau und der WHKD Kampfkunst Academy konnten die ersten Vereine gewonnen werden. Auch die Stadt und das Ärztenetz Eutin-Malente holte die Turnerschaft mit ins Boot. „Das ist erst der Start. Das Projekt soll ein Anstoß sein, Vereine zusammenzuführen und spezielle Kurse zu bündeln“, sagt Klemens Nitsche vom Fachdienst Sport Eutin.

Auf die Teilnehmer warteten vielseitige Sportangebote mit speziell ausgebildeten Trainern, sagt Holst. Eine Vereinszugehörigkeit ist nicht notwendig. „Die Menschen können kommen und einfach Sport machen“, betont Ernst Hermann Brütt von der Arbeitsgemeinschaft Eutiner Sportvereine.

Nachdem zunächst 2500 Flyer gedruckt werden konnten, geht’s nun darum, die Ärzte über das Projekt zu informieren. Nadine Sevegnani, Geschäftsführerin vom Ärztenetz Eutin-Malente, ist schon begeistert. „Für Ärzte ist es schwierig, die Patienten für Sport zu motivieren. Zudem wissen die Patienten oft nicht, was es für Angebote gibt“, erklärt Sevegnani.

„Nun gibt es den Flyer. Es ist hilfreich, gebündelte Infos zu bekommen. Ärzte und Patienten können sich auf die Angebote verlassen.“ Auch bei ersten Anzeichen von Gesundheitsproblemen können Ärzte anhand des Flyers Bewegungsempfehlungen geben. Projektleiter Uwe Tewes, hofft, dass die Mühe sich gelohnt hat und der Flyer gut ankommt. „Wir sind froh, dass er jetzt vor uns auf dem Tisch liegt“, sagte Tewes. Vom Tisch soll das Papier nun schnell in die Praxen gelangen. „Bald werden wir dort aufkreuzen und Päckchen abgeben“, sagt Holst, der sich auf die Zustellung freut.

bz

LN

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