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Gesunkener Fischkutter gefunden

Fehmarn Gesunkener Fischkutter gefunden

Das Wrack des gesunkenen Fischkutters "Condor" ist geortet worden. Die Polizei teilte mit, dass das Wrack gut drei Seemeilen vom Land entfernt liegt.

Der havarierte Kutter "Condor" ist offenbar gefunden worden.

Quelle: Jörg Kreiser/HFR

Fehmarn. Das seit vier Tagen verschollene Wrack des Fischkutters „Condor“ ist gefunden. Es liegt, wie nach einer Radarauswertung vermutet, rund drei Seemeilen östlich vor Staberhuk in etwa 22 Meter Tiefe. Gestern Mittag begannen die Ermittlungen durch die Wasserschutzpolizei Kiel. Polizeitaucher aus Eutin wurden vom Wapo-Küstenboot „Falshöft“ von Burgstaaken aus rausgefahren und stießen erstmals auf das Wrack.

Die Polizei hofft nun darauf, den Hergang des rätselhaften Kutterunfalls zu klären, bei dem am vergangenen Sonnabend der 52-jährige Kapitän und sein 45-jähriger Decksmann den Tod fanden. Sie konnten nach einem groß angelegten Rettungseinsatz mit deutschen und dänischen Schiffen sowie zwei Hubschraubern nur noch tot bei Staberhuk aus der vier Grad kalten Ostsee geborgen werden.

Vom Fischkutter fehlte dagegen tagelang jede Spur. Erst durch Auswertung von Radaraufzeichnungen gelang es, die Position der möglichen Untergangsstelle genauer zu bestimmen. Dafür hatte sich bereits am Dienstagmorgen von Rostock aus das Multifunktionsschiff „Deneb“ vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) auf den Weg zur vermuteten Wrackstelle gemacht.

Ein entscheidender Hinweis kam außerdem von einem dänischen Fischkutter. Dessen Kapitän meldete am Dienstag gegen 13.15 Uhr der BP 23 „Bad Düben“, mit einem ausgebrachten Schleppnetz am Grund festgekommen zu sein – obwohl auf der Seekarte keine Unterwasserhindernisse erkenntlich seien. Daher vermutete er, mit dem gesunkenen Fischkutter „Condor“ in Berührung gekommen zu sein.

Ein entscheidender Hinweis: Die „Bad Düben“ befand sich zu diesem Zeitpunkt rund 1,5 Seemeilen südöstlich vom Havaristen entfernt. Daraufhin wurde unter anderem die Lageeinsatzzentrale in Cuxhaven sofort über den Vorfall informiert. Das Schiff der Bundespolizeiinspektion See in Neustadt sicherte die Unfallstelle ab, bis das Forschungsschiff „Deneb“ eintraf und mittels Sonargeräten mit der Suche nach dem Wrack und dem Schleppnetz begann. Das bestätigte auf LN-Anfrage Sascha Herz, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit bei der Bundespolizeiinspektion See.

Inzwischen hat das BSH die Stelle mit einer Boje gesichert. Dadurch war sie als Gefahrenstelle markiert und konnte zugleich für weitere Untersuchungen leichter wiedergefunden werden. Vom Wasser- und Schifffahrtsamt Lübeck ging gestern zudem eine „Bekanntmachung für Seefahrt“ heraus – mit der Aufforderung, den genannten Bereich in einem Abstand von mindestens 1000 Meter zu passieren. „Es ist mit treibenden Wrackteilen, Fischernetzen etc. zu rechnen“, heißt es darin wörtlich.

Gestern Mittag nahmen die Ermittlungen an Fahrt auf. Bereits am Vormittag trafen Polizei-Taucher der 1. Einsatzhundertschaft aus Eutin (Technischer Zug) in Burgstaaken ein. Dennis Humbke: „Wir sollen die Unfallstelle dokumentieren und mit Unterwasserkameras abfilmen.“ Für die acht Taucher, darunter eine Frau, ein nasskalter Routineeinsatz; sie warteten nur noch auf die „Falshöft“ aus Kiel, die gegen 12 Uhr einlief. Humbke: „Es ist vielleicht ganz gut, dass wir ein wenig warten mussten. Denn heute Morgen war noch viel Wellengang, jetzt soll der Wind abflauen.“ Die „Falshöft“ mit fünf Mann Besatzung nahm Taucher und zwei Beamte der Wapo Kiel an Bord. Diese koordiniert alle Maßnahmen zusammen mit der Staatsanwaltschaft Kiel, der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung und der Bundesstelle für Seefalluntersuchung.

Ihre schwere Ausrüstung legten die Taucher erst unterwegs an. Das 27 Meter lange und sechs Meter breite Schiff, das gegen 12.30 Uhr ablegte, ist geräumig. Kapitän Holger Blöser: „Wir können ziemlich genau ans Wrack heranfahren, damit die Taucher möglichst kurze Wege haben. Jetzt steht die ,Scharhörn’ darüber, um die Gefahrstelle zu sichern und zu verhindern, dass hier unbefugte Personen tauchen.“
Zum Stand der Ermittlungen gab es gestern von der Polizei Lübeck keine weiteren Informationen. Ob, wann und wie der Fischkutter geborgen wird, ist noch völlig offen.

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