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Ostholstein Gewerbegebiet:Unternehmer fürchten um ihre Existenz
Lokales Ostholstein Gewerbegebiet:Unternehmer fürchten um ihre Existenz
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20:10 23.09.2017
Eutin

Zur ersten einer Reihe von geplanten Gesprächsrunden mit Eutiner Stadtvertretern aller Couleur hatten Geschäftsleute des Eutiner Gewerbegebietes zwischen Bürgermeister-Steenbock-Straße und Lübecker Landstraße die Fraktionsvorsitzenden von CDU und Grünen in die „Alte Straßenmeisterei“ eingeladen.

Detailliert schilderten sie als Firmeninhaber, Arbeitgeber und Gewerbesteuerzahler ihre Sorgen bezüglich des 2013 beschlossenen Einzelhandelskonzept (EHK). Zentraler Kritikpunkt ist die darin festgelegte Sortimentsbeschränkung zugunsten der Innenstadt, durch die die Geschäftsinhaber nicht nur ihre unternehmerische Freiheit, sondern auch Arbeitsplätze und die eigene Existenz bedroht sehen:

„Wenn ich morgen keine Reisemobile mehr verkaufen kann, kann ich das Sortiment nicht frei umstellen“, beschrieb Horst Spiertz (Auto & Freizeit) das Dilemma. Tatsächlich sind laut EHK-Liste nicht nur kleinteilige Sortimente ausschließlich der Innenstadt und dem Nahversorgungszentrum Weidestraße zugeordnet, auch Unterhaltungselektronik, Computer, Telekommunikation und Elektrogroßgeräte sollen dem innerstädtischen Verkauf vorbehalten bleiben. Wie stark dies den Entscheidungsrahmen einengt, stellte Stefan Dose (Cobobes) dar: „Smarthome ist der Trend in unserer Branche. Aber Elektrogeräte könnte ich gar nicht anbieten, ganz zu schweigen von einem kleinen Kundencafé für ein nettes Ambiente.“

Auswirkungen, die den anwesenden Politiker in dieser Tragweite bei der Verabschiedung des EHK, sofern sie dabei waren, schlicht nicht bewusst gewesen seien, wie Monika Obieray (Grüne) unumwunden einräumte: „Wir haben seinerzeit versucht, uns sachkundigen Rat für eine Belebung der Innenstadt zu holen, über die Außenbereiche haben wir gar nicht gesprochen“, erinnerte sie sich. „Warum war niemand aus den Gewerbegebieten in den Arbeitskreisen?“, wollte Matthias Rachfahl (CDU) von seinem Parteikollegen, dem Entwicklungsausschussvorsitzenden Heiko Godow, wissen. Die Herangehensweise sei damals nicht die beste gewesen, befand der und machte dies auch an der Person des damaligen Bauamtsleiters Bernd Rubelt fest. Dies soll nun anders werden, so der Tenor. Denn für 2018 ist angekündigt, Haushaltsmittel für eine Überarbeitung des EHK einzustellen, berichtete Godow. „Es ist total gut, wenn wir von Ihnen Beratung bekommen“, wandte sich Obieray an die Geschäftsleute.

Die betonten ihrerseits die zentrale Bedeutung der Zusammenarbeit von Innenstadt und Außenbezirken: „Wir wollen keine Spaltung, deshalb nennen wir uns auch Pro Eutin“, sagte Helge Tesnau und Horst Spiertz ergänzte: „Wir leben ja alle selber hier und sind auch an einer funktionierenden Innenstadt interessiert.“ Entsprechend verständigte man sich auf eine Initiative für gemeinsame Gespräche im größeren Kreis mit Vertretern aus Verwaltung, Politik und allen Teilen der Eutiner Kaufmannschaft. Das Ziel aus Sicht des Gewerbegebietes ist dabei klar formuliert: „Die Sortimentsbeschränkung muss aufgehoben werden, denn Handel ist Wandel“, brachte es Birgit Boock auf den Punkt.

Von Astrid Jabs

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