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Ostholstein Gewerkschaft fordert 50 neue Bundespolizisten für Neustadt
Lokales Ostholstein Gewerkschaft fordert 50 neue Bundespolizisten für Neustadt
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21:02 19.11.2016
Die ostholsteinische Bundestagsabgeordnete Bettina Hagedorn (SPD) tauschte sich in Neustadt mit Gewerkschaftern aus. An dem Treffen auf dem Gelände der Ancora Marina in Neustadt nahmen auch Michael Alka (links), Rüdiger Richter und Dirk Stooß (rechts) teil. FOTO: ROSENKÖTTER

Zusammen mit Vertretern der Gewerkschaft der Polizei machte sie deutlich, dass die Region von den Einstellungen profitieren müsse.

 

„Schiffe von anderen Dienstposten werden hier Streife fahren.“ Torsten Witt, Polizei-Gewerkschaft

Dirk Stooß, Vorsitzender der Direktionsgruppe Küste, fordert 50 neue Beamte für den Standort Neustadt. Zusätzlich empfiehlt er, die Dienstposten in Kiel und Flensburg um je 20 Posten aufzustocken.

Einsätze im Mittelmeer, Personalmangel in Zügen und Bahnhöfen, fehlende Ausbilder – die Gründe, warum gerade der Norden neue Polizisten benötigt, ist lang. Hinzu komme laut Dirk Stooß, dass die Einsatzkräfte mehr als ausreichend belastet seien. Sonderaufgaben wie Fußballeinsätze und Demos würden für Überstunden sorgen. „Wir brauchen dringend neues, junges Personal und das für alle Bereiche“, so der Gewerkschafter.

Eine weitere große Veränderung steht bei der Bundespolizei See an. Wie bereits in den LN berichtet, hat der Haushaltsausschuss des Bundestages jüngst die Anschaffung dreier Schiffe für 165 Millionen Euro genehmigt. Sie sollen die „Bredstedt“ (Heimathafen Warnemünde), „Neustrelitz“ sowie „Bad Düben“ (beide Heimathafen Neustadt) ersetzen. Wann die Einsatzschiffe geliefert werden, ist allerdings noch unklar. Bettina Hagedorn erläuterte, dass die Kaufverträge vor Weihnachten unterschrieben werden. „Alles weitere hängt vom Auftragnehmer ab. Ziel ist es, dass das erste Schiff Ende 2018 kommt“, so Hagedorn.

Problematisch ist, dass die beiden Neustädter Schiffe bereits Anfang 2017 ausgemustert werden. Ende März 2018 folgt die „Bredstedt“. „Die Auswirkungen sind klar. Die Flotte wird um ein Drittel kleiner“, betont Rüdiger Richter, Vorsitzender des Personalrats vom Direktionsbereich See in Neustadt. Torsten Witt, stellvertretender Vorsitzender der Kreisgruppe Küste, ergänzt, dass die Crews auf anderen Schiffen eingesetzt werden sollen. Geplant sei, dass die Schiffe auch vor Ostholsteins fahren.

Durch den Kauf verändern sich die Anforderungen an die Bundespolizisten. Die technische Ausstattung ist eine andere, Weiterbildungen sind unumgänglich. Helfen könnte ein Schiff-Simulator. „Der steht ganz oben auf unserer Wunschliste und kostet rund zwei Millionen Euro“, so Hagedorn. Genutzt werden soll das Gerät im Maritimen Schulungs- und Trainingszentrum auf dem Neustädter Wieksberg. Dort sollen zudem weitere Unterkünfte für Teilnehmer an Lehrgängen geschaffen werden. Die Kapazität könnte demnach von 70 auf 100 Betten erhöht werden. Neustadt als Standort der Bundespolizei See scheint sicher.

 Sebastian Rosenkötter

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