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Gießelrade tut alles für seine Störche

Gießelrade Gießelrade tut alles für seine Störche

Ein ganzes Dorf kümmert sich um seine gefiederten Besucher. Jetzt haben die Störche in Gießelrade ein neues Nest. Der neue Eigentümer des Meiereigeländes sorgte für den Schornstein-Ersatz.

Gießelrade. Ein ganzes Dorf wartet. Kommt er? Und wenn ja: Ist er alleine? Die 131 Bewohner von Gießelrade sind schon ganz aufgeregt und voller Vorfreude. Nachdem am vergangenen Wochenende ein neues Storchennest am alten Standort errichtet wurde, sind alle ganz gespannt. „Die Störche kommen immer sehr spät nach Gießelrade, meistens Ende März. Hier haben sie jetzt einen schönen Platz, den sie frei anfliegen können“, wirbt Dorfvorsteher Hilpert Neumann um die tierischen Besucher.

LN-Bild

Neuer Eigentümer des Meiereigeländes sorgte für den Schornstein-Ersatz / Nest kann jetzt bezogen werden.

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„Als ich als junges Mädchen ins Dorf kam, waren die Störche schon da.“ Helma Steen (78) aus Gießelrade

Noch besser aber weiß es Helma Steen. Die 78-Jährige lebt direkt gegenüber des alten und nun auch neuen Brutplatzes. Sie beobachtet das Storchen-Geschehen seit Jahrzehnten. „Das ist ein Tick von mir.

Ich höre den Storch schon von weitem klappern, wenn er aufs Nest zufliegt. Jedes Jahr schreibe ich alle Beobachtungen in die Kalender.“ Dort steht auch das, was sie vor wenigen Tagen erlebte. „Am vergangenen Sonnabend wurde das Nest aufgebaut, und schon am Dienstag war der Storch da. Er hat ein bisschen darin herumgestochert, hat sich dann auf die Sirene gesetzt und ist in Richtung Barkau davon geflogen.“

Leo Pietsch, „Storchenvater“ vom Naturschutzbund (Nabu) aus Pansdorf, war dabei, als das neue Nest ins Dorf kam. Er kennt auch dessen Vorgänger auf dem alten gemauerten Meierei-Schornstein. Pietsch:

„Beim Abriss des Meiereigebäudes stellte sich auch der Schornstein als marode heraus. Er fiel im Januar.“ Der um den Bestand des Storchenstammortes besorgte Eigentümer habe sofort über Ersatz nachgedacht, habe die Suche nach einem Betonmast gestartet und sei fündig geworden. Der Mast wurde unter fachkundiger Anleitung von Nabu-Mitgliedern aufgestellt — mit einer Plattform und dem Grundstock eines Horstes. Das eigentliche Nest kam später. Pietsch: „Jetzt hoffen alle auf eine erfolgreiche Brut in 2016.“

Ebenfalls ganz genau Bescheid weiß Meikel Steiding. Seine Familie hat das ehemalige Meierei-Gelände in Gießelrade gekauft. Er will dort ein Haus bauen und mit seiner Frau sowie mit den beiden sechs und zwei Jahre alten Kindern einziehen. „Eigentlich wollten wir den Schornstein erhalten. Das wäre nicht nur für uns, sondern für das ganze Dorf etwas Schönes gewesen“, erzählt er.

Da der Schornstein einsturzgefährdet war, musste etwas Neues her. Steiding fragte herum und erlebte die gute Zusammenarbeit vieler. Stets dabei war sein Vater Dieter, dann aber auch das Nabu-Mitglied Oliver Juhnke aus Dunkelsdorf. Er fertigte den Reisigkranz. Die Firma Schwartz Erd- und Gartenbau GmbH mit ihrem Inhaber Alexander Schwartz und den Mitarbeitern besorgte den Mast und richtete ihn auf.

Störche in Gießelrade gibt es schon seit mindestens 56 Jahren. „Als ich damals als junges Mädchen ins Dorf kam, waren sie schon da“, berichtete Helma Steen. Irgendwann gab es eine lange storchenfreie Zeit. Vor etwa 25 Jahren aber bewohnten gleich zwei Störche im Herbst das Nest. „Da haben wir uns alle sehr gewundert, und prompt kam bei einer jungen Familie auch Nachwuchs“, erinnert sich Helma Steen. Inzwischen gibt es dort bereits sechs Kinder. Aber auch in ihrer eigenen Familie, am Polterabend ihres Sohnes, spielte der Storch eine große Rolle. Im April 1997 fiel der Vaterstorch bei der Jagd nach Mäusen in einen Güllebehälter. Er wurde von Dorfbewohnern gerettet und gereinigt. Da Meister Adebar aber nicht mehr fliegen konnte, wurde er vorübergehend in den Vogelpark nach Niendorf gebracht.

Im Herbst desselben Jahres wurde das Nest durch einen Orkan auf dem Schornstein total verschoben. Die Dorfbevölkerung sammelte Geld und beauftragte einen Unternehmer. Der rückte mit einem Hubsteiger an und richtete das Nest. Helma Steen weiß genau, was sie machen wird, wenn der Storch anfängt, sich in Gießelrade heimisch zu fühlen. „Ich werde auf den Hof laufen, meinen Enkel und meine Schwiegertochter suchen und ihnen sofort davon erzählen.“ Außerdem wird sie wieder die Bekannte im Dorf anrufen, deren Gespräch am Dienstag wegen des Storches so plötzlich beendet wurde.

Von Christina Düvell-Veen

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