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Giftiger Ostsee-Exot: Petermännchen verletzt Angler

Fehmarn/Heiligenhafen Giftiger Ostsee-Exot: Petermännchen verletzt Angler

Vor Fehmarn wollten sie den Fisch vom Haken lösen – Rettungskreuzer im Einsatz.

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Es gibt neun Arten des Petermännchens – die Ostsee ist eigentlich nicht ihr Revier. Das Bild zeigt das Große oder auch Gewöhnliche Petermännchen, das zum Beispiel in der Nordsee lebt.

Quelle: Aquapix/Fotolia

Fehmarn/Heiligenhafen. Es sollte eine launige Angelfahrt werden. Doch für zwei Schweizer endete sie am Montag zwei Seemeilen östlich der Ansteuerung der Fehmarnsundbrücke mit einer ebenso unheimlichen wie schmerzhaften Begegnung. Gegen Mittag wurden sie beim Versuch, ein Petermännchen vom Angelhaken zu lösen, von dem giftigen Fisch gestochen und verletzt. Ein ungewöhnlicher Vorfall, denn der Exot kommt in der salzarmen Ostsee nur selten vor.

 

LN-Bild

Es gibt neun Arten des Petermännchens – die Ostsee ist eigentlich nicht ihr Revier. Das Bild zeigt das Große oder auch Gewöhnliche Petermännchen, das zum Beispiel in der Nordsee lebt.

Quelle: Aquapix/Fotolia

„In der Ostsee rechnet niemand mit einem giftigen Fisch.“ Niko Sähn, Fischerei-Biologe

Die beiden 60 und 15 Jahre alten Urlauber, die mit dem Angelkutter „Hai IV“ von Heiligenhafen aus gestartet waren, hatten jedoch Glück. „Beiden schmerzte die angeschwollene Hand. Das war nicht dramatisch, aber damit macht man auch keine Experimente“, berichtet Kapitän Manfred Much. Zufällig befand sich der Seenotrettungskreuzer „Vormann Jantzen“ mit drei Mann Besatzung nur einen Kilometer entfernt auf einer Überführungsfahrt nach Laboe. Sie nahmen die beiden Angler an Bord und übergaben sie im Hafen von Burgstaaken an den Landrettungsdienst. Die Schweizer wurden im Krankenhaus behandelt. Much: „Als unser Angelkutter wieder nach Heiligenhafen zurückkehrte, liefen sie aber schon wieder im Hafen herum.“

Dennoch: Zu unterschätzen ist die Begegnung mit dem Petermännchen nicht. Der Stich des Fisches mit dem so harmlos klingenden Namen ruft starke Schmerzen und Schwellungen hervor. In seltenen Fällen kann er sogar zu Kreislaufkollaps und Herzrhythmusstörungen führen. Die Seenotretter der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) brachten die Männer jedenfalls unter Höchstgeschwindigkeit nach Burgstaaken, so Sprecherin Antke Reemts (Bremen).

Die Informationszentrale gegen Vergiftungen des Universitätsklinikums Bonn empfiehlt Anglern, in jedem Fall Handschuhe zu tragen, um zappelnde Petermännchen von der Angel oder aus dem Netz zu nehmen.

Bei Vergiftungen durch Petermännchen raten die Experten, die Stiche bis zum Eintreffen des Arztes mit heißem Wasser zu behandeln (maximal 45 Grad, um Verbrennungen zu vermeiden).

Die Wahrscheinlichkeit, mit einem Petermännchen in der Ostsee in Berührung zu kommen, ist allerdings nicht sehr groß. „Mir selbst ist das in 25 Jahren noch nicht passiert“, so Kapitän Much. Selbst Fischerei-Biologe Niko Sähn (Hamburg), früher in der „Ostsee-Erlebniswelt“ in Klaustorf tätig, staunt: „Vor der Küste Fehmarns ist mir noch kein Petermännchen begegnet.“ Wenn überhaupt, dann schafft es der Exot nur bis zum salzhaltigen Kattegat oder an die Dänische Südseeküste. Dabei vertraut dieser Fisch eigentlich auf seine Tarnung. Klappt es nicht, setzt er Giftstacheln ein. Das ist jetzt den Anglern passiert.

Offenbar haben die großen Herbststürme 2015 mit dem Salzwassereintrag aus der Nordsee auch mehr Exoten in die Ostsee geschwemmt. Sähn nennt den Seeskorpion, dessen Stachel allerdings nicht giftig ist, aber auch Mondfisch und Bonito. „Richtig giftig ist aber nur das Petermännchen. Gefährlich kann es aber eigentlich nur für den werden, der schon durch Allergien oder ähnliches belastet ist.“ Das Problem sei nur: In tropischen Gewässern mit ihren vielen Exoten beherzigten die Fischer das Prinzip „Nicht anfassen!“ Sähn: „Doch in der Ostsee rechnet niemand mit einem giftigen Fisch.“

Gerd-J. Schwennsen

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