Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Ostholstein Giftköder: Ostholsteins Hundebesitzer in Sorge
Lokales Ostholstein Giftköder: Ostholsteins Hundebesitzer in Sorge
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:00 22.03.2019
Swantje Petersen (21) aus Lensahn und ihre zwei Jahre alte Labradorhündin „Henna“. Drei Tage musste die Hündin in einer Tierklinik in Lübeck-Kücknitz intensiv behandelt werden. Inzwischen geht es ihr wieder besser. Quelle: Gäbler
Lensahn/Heiligenhafen

 Ostholsteins Hundebesitzer sind beunruhigt. Schon wieder haben es unbekannte Täter auf einen Vierbeiner abgesehen – dieses Mal mit Rattengift. „Henna“, die junge Labradorhündin von Swantje Amelie Petersen (21) aus Schwienkuhl bei Lensahn, hatte in Heiligenhafen einen vergifteten Köder verschluckt. Die Hündin konnte nur knapp gerettet werden. Im anderen Fall Anfang März war eine mit Rasierklingen bestückte Fleischwurst in Lensahn ausgelegt worden. Ein Hundebesitzer fand die Wurst gerade noch rechtzeitig.

Swantje Petersen arbeitet als Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte in Ratekau. Am Mittwoch, 13. März, freute sie sich riesig über den frühen Feierabend, den ihr der Chef ermöglichte. Die Sonne lachte auf dem Weg zurück nach Lensahn noch vom Himmel und ihr Lebensgefährte hatte ebenfalls Zeit. „Da beschlossen wir, mit unserer zweijährigen Hündin nach Heiligenhafen an den Strand zu fahren und dort spazieren zu gehen“, erzählt sie.

Hündin musste sich die ganze Nacht übergeben

Es war ein langer Marsch über den Graswarder. „Auf den Gehwegen und wo es sonst vorgeschrieben ist, nehmen wir ,Henna’ immer an die Leine. Auf dem an diesem Nachmittag weitgehend leeren Strand aber konnte die Hündin frei laufen und sich austoben. „Als wir dann abends wieder zurück waren und es uns gemütlich gemacht hatten, bekam unser Hund plötzlich einen angeschwollenen Kopf“, berichtet die 21-Jährige.

Es wurde eine Horror-Nacht für das junge Paar. „Nachts hat ,Henna’ sich nur noch erbrochen. Am nächsten Morgen sind wir mit ihr nach Lübeck-Kücknitz in die Tierklinik gefahren“, sagt Swantje Petersen. Zunächst vermuteten die Ärzte eine Allergie und verabreichten Cortison. Aber nachmittags zu Hause in Schwienkuhl verschlechterte sich der Zustand der Hündin immer weiter.

„,Henna’ war völlig apathisch und nicht ansprechbar. Abends um 21 Uhr entschieden wir uns, erneut nach Kücknitz zu fahren. Dort stellten die Ärzte dann einen extrem schlechten Blutgerinnungswert fest – ein klares Anzeichen für eine Vergiftung mit Rattengift!“ Die Hündin musste in der Klinik bleiben, lag die ganze Nacht über am Tropf, fraß überhaupt nichts mehr. „Henna“ schwebte zwischen Leben und Tod.

1300 Euro an Behandlungskosten

Erst am Sonnabend ging es dem Tier langsam besser. „Seitdem muss ich jede Menge Medikamente verabreichen“, sagt Swantje Petersen – unter anderem das Vitamin K1, um den Blutwert zu verbessern, aber auch Magen- und Darm-Tabletten. „Der Täter hat nicht nur meinem Hund große Qualen zugefügt, sondern mir auch einen großen Schaden: Behandlungskosten in Höhe von 1300 Euro“, sagt die junge Frau verärgert.

Unbekannte hatten in Lensahn Fleischwurst mit Rasierklingen ausgelegt. Quelle: Polizei

Um „Henna“, der es glücklicherweise wieder gut geht, künftig vor Giftköder-Attacken zu schützen, hat Swantje Petersen übers Internet einen „Anti-Giftköder-Schutz“ bestellt – eine Art Maulkorb mit einem Netz, damit die Tiere nichts mehr verschlucken können. „Denn man kann aufpassen wie verrückt, irgendwo finden die Hunde immer was“, weiß die Hundehalterin.

Rasierklingen in der Geflügelwurst

Mehr Glück hatte der Teckel von Herbert Marek aus Lensahn. Unbekannte hatten Anfang des Monats Rasierklingen in einer Fleischwurst deponiert und die halb verpackte Geflügelwurst dann im Vorgarten der Familie versteckt. Mareks Schwägerin hatte die Wurstpackung entdeckt. Zum Glück konnte sie dem Hund den vermeintlichen Leckerbissen noch rechtzeitig wegnehmen.

Herbert Marek zeigt, wo seine Schwägerin die mit einer Rasierklinge präparierte Wurst gefunden hat. Quelle: Billhardt

Der Polizei sind in Ostholstein bisher keine weiteren Vorfälle bekannt, sagte Polizeisprecher Dierk Dürbrook. Ermittelt werde im Lensahner Fall bereits wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Auch Swantje Petersen will Anzeige erstatten. „So was darf keinem weiteren Hund widerfahren“, sagt sie.

Louis Gäbler

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

In einer Bittschrift fordern sie das Bleiberecht für eine jemenitische Flüchtlingsfamilie, die sich gut in das Gemeindeleben integriert hat. Die Abschiebung droht schon am Montag.

22.03.2019

Die Polizei Oldenburg ermittelt wegen einer Umweltstraftat. Zeugen werden gebeten, sich zu melden.

22.03.2019

Schöner Termin für House-Fans: Der Berliner DJ „Alle Farben“ alias Frans Zimmer gibt am Freitag, 17. Mai, ein Konzert in Niendorf. Tickets sind ab 26,50 Euro zu haben.

22.03.2019