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22:12 08.07.2017
Größenvergleich: Der Fahr D 12 von Torsten Behrmann aus Hutzfeld vor einem modernen Fendt Vario. Quelle: Fotos: Peyronnet

Freunde karierter Hemden, mit Emblemen bestickter Westen und Caps, kerniger Kerle und alter Trecker kamen gestern in Hutzfeld voll auf ihre Kosten. Beim zwölften Trecker-Oldie-Treff und neunten Feuerwehr-Oldie-Treff der Treckerfreunde Hutzfeld wurde gefachsimpelt und gestaunt.

Beim Hutzfelder Trecker-Treff präsentierten sich aufwändig restaurierte Schlepper von damals.

150 Schlepper sind wieder gekommen, um sich den Besuchern und den Freunden von benachbarten Trecker-Clubs zu zeigen. Mit fachmännischem Blick werden die einzelnen Schlepper taxiert. Dialog zwischen zwei Kennern: „Guck mal, hat er die Haube lackiert? Hat er gut gemacht.“ „Das ist doch im Schnellverfahren gemacht worden.“

Die meisten der Trecker sehen nicht wie Arbeitsgeräte aus, sondern wie Schaustücke. Fast alle sind restauriert, neu lackiert, glänzen, als seien sie gestern aus dem Werk gerollt. Deutlich ist zu sehen, welche Liebe ihre Besitzer in die Trecker stecken. Der von Willi Baumeister aus Kleinneudorf sticht heraus. Arg ramponiert ist er an vielen Stellen, der Fahrersitz zerfetzt, der grüne Lack abgestoßen. „Die Gebrauchsspuren müssen bleiben“, sagt Burmeister, der seinen Fendt GT 225, Baujahr 1962, noch für kleinere Arbeiten auf seinem Hof, der nur noch ein Nebenerwerbshof ist, benutzt. Der Fendt hat damals mit Frontlader und Pritsche 12000 Mark (6000 Euro) gekostet und wird seitdem von Burmeister gefahren. 28000 Betriebsstunden hat er auf dem Buckel, das ist laut seinem Besitzer „sehr, sehr viel“.

Ganz anders, liebevoll restauriert und glänzend lackiert, sieht der rote Fahr D 12 von 1952 von Torsten Behrmann aus Hutzfeld aus. Sein Vater Heinz Behrmann hat ihn vor fast 20 Jahren im Alten Land gekauft. Da war der Trecker in einem bedauernswerten Zustand. Vater Heinz und Bruder Marko, von Beruf Kfz-Techniker, haben ihn restauriert.

Für einen Größenvergleich fährt Torsten Behrmann den roten Fahr (zwölf PS) vor einen der drei modernen Schlepper, die am Rande des Hutzfelder Sportplatzes stehen. Im direkten Vergleich mit einem Fendt 1046 Vario (460 PS) zeigt sich auf drastische Weise, wie sich die Schleppertechnik und die Größe geändert haben.

Die Hutzfelder Treckerfreunde und viele ihrer Gäste beim Trecker-Treffen frönen der Nostalgie. Torsten Behrmann findet das wichtig, gerade auf dem Lande. Damit werde das Brauchtum erhalten. „Die nächste Generation wird das vielleicht nicht mehr machen, weil sie diese alten Trecker nicht aus ihrer Kindheit kennt.“ Mit seinem Fahr fährt Behrmann gerne durch die Felder. „Das ist wie Fahrradfahren, es entschleunigt.“

Heute geht’s weiter

Der große Tag war gestern, aber heute geht das Trecker-Treffen noch ein bisschen weiter. Ab 8.30 Uhr treffen sich die Fahrer zum gemeinsamen Frühstück im Zelt auf dem Sportplatz oder unter freiem Himmel. Um 10 Uhr beginnt der Treckergottesdienst, ab 11 Uhr gibt es den Frühschoppen mit gemütlichem Ausklang.

Etliche Trecker sind auch heute noch zu bestaunen, allerdings lange nicht mehr so viele wie gestern.

Susanne Peyronnet

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