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Ostholstein Gleichstellung im Beruf: Frauenförderplan für Oldenburg
Lokales Ostholstein Gleichstellung im Beruf: Frauenförderplan für Oldenburg
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18:18 13.04.2017

Gleichberechtigung im Beruf: Auf Initiative der Gleichstellungsbeauftragen Nina Scholl hat die Stadt Oldenburg einen sogenannten Frauenförderplan beschlossen.

Er soll bewirken, dass Stellen im öffentlichen Dienst möglichst zu gleichen Teilen an Frauen und Männer verteilt werden, und verhindern, dass Frauen benachteiligt werden. Die Stadtvertretung hat den Plan vor Kurzem einstimmig beschlossen.

Nach dem Gesetz zur Gleichstellung der Frauen im öffentlichen Dienst ist jede Dienststelle mit mehr als 20 Beschäftigten verpflichtet, einen Frauenförderplan aufzustellen. In Ostholstein sind es nach Angaben von Silke Meints, Gleichstellungsbeauftragte des Kreises, bisher fünf Kommunen, die dieser Aufforderung nachgekommen sind. Im Norden seien die Oldenburger die ersten; im Südkreis hätten zum Beispiel Eutin und Bad Schwartau derlei Pläne.

Sie finde es wichtig, dass weitere Kommunen nachzögen, sagt Meints. Dabei gehe es nicht allein darum, dass Frauenförderpläne gesetzlich vorgeschrieben seien – vor allem seien sie tatsächlich ein effizientes Mittel, die Gleichstellung zu fördern, ist sie überzeugt. Meints: „Solch ein Plan hilft dabei, sich über die Ziele zu verständigen und darüber, wie diese erreicht werden können.“

In Oldenburg ist eine maßgebliche Zielvorgabe, „den Frauenanteil in allen Besoldungs- und Entgeltgruppen auf 50 Prozent zu bringen“. Dafür sollen Bewerberinnen für Posten in Bereichen, in denen Frauen unterrepräsentiert sind, bei gleicher Eignung beispielsweise bevorzugt werden. Umgekehrt sollen in Ausschreibungen aber auch explizit Männer zu einer Bewerbung aufgefordert werden, wenn sie das unterrepräsentierte Geschlecht in einer Abteilung sind.

Aktuell liegt der Frauenanteil bei der Oldenburger Stadtverwaltung einschließlich ihrer Einrichtungen und der Kommunalen Dienste bereits bei 48,71 Prozent. Bei Leitungsfunktionen sind es etwa 22 Prozent; die Zielsetzung hier ist eine Verdoppelung auf 44 Prozent. Ein Blick auf die Gehaltsstufen zeigt jedoch, dass Frauen auch in höheren Entgeltgruppen vertreten sind.

Natürlich habe die Dienststelle auch vorher schon Wert auf die Gleichstellung von Frauen gelegt, bestätigt Fachbereichs- und Personalleiter Burkhard Naß. Dennoch freut er sich wie Nina Scholl über den einstimmigen Beschluss in der Stadtvertretung. „Jetzt haben Politik und Verwaltung ein Zeichen gesetzt, mit welchen Maßnahmen die Gleichberechtigung für alle Mitarbeitenden sichtbar umgesetzt werden soll“, stellt die Gleichstellungsbeauftragte zufrieden fest.

Zunächst für vier Jahre, bis Ende 2020, ist der Frauenförderplan gültig. Neben der Methode der Stellenbesetzung geht es darin unter anderem auch um Fortbildungen und Beförderungen sowie um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Hierbei wird besonders auf flexible Arbeitszeiten Wert gelegt und auf die Möglichkeit, Teilzeitstellen auch auf höheren Ebenen zu schaffen. Oldenburgs Gleichstellungsbeauftragte soll zudem an der Formulierung von Ausschreibungen und an der Auswertung von Bewerbungen beteiligt werden.

Der Frauenförderplan kann über die städtische Homepage oldenburg-holstein.de eingesehen werden: Bürgerinformationssystem, Unterlagen der Stadtvertretersitzung vom 30. März.

Jennifer Binder

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