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Ostholstein Göhler Bahnübergang: Neues Versprechen aus Kiel
Lokales Ostholstein Göhler Bahnübergang: Neues Versprechen aus Kiel
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21:40 14.03.2018
Der beschrankte Bahnübergang am Göhler Ortseingang soll im Zuge der Anbindung der festen Beltquerung verschwinden. Quelle: Foto: Binder
Göhl

Nach einer mündlichen Zusage vom Minister im November schien ein Umbau bereits sicher – zuletzt war das Ministerium jedoch überraschend zurückgerudert (die LN berichteten). Jetzt erneuert Buchholz sein Versprechen: Das Land werde „die Gemeinde nicht mit einem höhengleichen Bahnübergang zurücklassen“.

 

„Der beschrankte Übergang ist nicht zumutbar.Bernd Buchholz (FDP) Wirtschaftsminister

Göhl kämpft seit Jahren für Schrankenfreiheit am Ortseingang. Mit der festen Beltquerung werden drastisch höhere Zugzahlen erwartet; die Gemeinde befürchtet, dass die Wartezeit am Bahnübergang gerade für Rettungsfahrzeuge im Ernstfall zu lang werden könnte. Einer ersten Schätzung zufolge müssten für einen Umbau etwa sechs Millionen Euro investiert werden; laut Eisenbahnkreuzungsgesetz müssten Bund, Bahn und das Land als Straßenbaulastträger jeweils ein Drittel bezahlen.

Minister Buchholz habe der entsprechenden Fachabteilung und damit auch dem Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr den klaren Auftrag erteilt, auf die Bahn zuzugehen und auszuloten, wie in Göhl eine Querung ohne Schranken geschaffen werden kann, heißt es jetzt aus dem Ministerium. Gestern habe es bereits ein erstes Treffen von Fachleuten beider Seiten gegeben.

Eine Entscheidung für oder gegen eine Lösung gibt es nach Angaben des Ministeriums bisher nicht. Die Bahn prüft laut Sprecher Peter Mantik zurzeit verschiedene Varianten. Darunter die in Göhl favorisierte Troglösung, bei der die Straße ein Stück verschwenkt und als Brücke über die – dann vier Meter tief in die Erde gelegten – Schienen geführt würde. Ebenfalls im Rennen sind Alternativen mit Brücken, bei denen der Bahnübergang verlegt und der Straßenverkehr am Ort vorbeigeführt würde.

Göhls Bürgermeister Thomas Bauer (BGG) hofft, dass die ursprünglich angedachte Troglösung kommt. Er befürchtet, dass bei den weiteren Varianten entweder der gesamte Verkehr durch eine Nebenstraße in den Ort geleitet würde oder sich Einwohner plötzlich direkt zwischen Bahnschienen und Hauptverkehrsstraße wiederfänden.

Minister Buchholz versichert: „Wir suchen eine verträgliche Lösung für die Gemeinde und werden mit Sicherheit auch eine finden.“ Auch seitens der Bahn wird betont, dass „bisher noch alle Varianten im Rennen sind“.

Die jüngste Bekräftigung aus Kiel für eine Kostenbeteiligung nimmt Bürgermeister Bauer derweil zwar erfreut auf, gibt sich jedoch wenig überrascht: „Ich habe nichts anderes erwartet“, betont er. Über die Zusage des Landes habe er sich schon im November gefreut – jetzt habe er „darauf vertraut, dass ein Minister zu seinem Wort steht“.

 Von Jennifer Binder

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