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Ostholstein Göhler Bahnübergang: Wie entscheidet das Land?
Lokales Ostholstein Göhler Bahnübergang: Wie entscheidet das Land?
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20:38 01.11.2017
Bürgermeister Thomas Bauer (BGG) befürchtet zu lange Schließzeiten am Göhler Bahnübergang. Quelle: Foto: Binder

Die Gemeinde kämpft seit mehr als drei Jahren für die Beseitigung der höhengleichen Querung. Mit der geplanten Bahntrasse zur festen Beltquerung werden dort drastisch längere Schließzeiten erwartet. Bei den prognostizierten Zugzahlen wären die Schranken etwa sieben Stunden pro Tag unten, warnt Göhls Bürgermeister Thomas Bauer (BGG). Die Befürchtung: Gerade für Rettungsfahrzeuge könnte die Wartezeit im Ernstfall zu lang sein.

Verschwindet der beschrankte Bahnübergang in Göhl? Nach dem Regierungswechsel in Kiel wartet die Gemeinde noch immer auf eine Entscheidung. Am Freitag soll das Thema bei einer Regionalkonferenz in Oldenburg noch einmal mit dem neuen Minister besprochen werden.

Schranken-Freiheit kostet sechs Millionen Euro

Bauer hofft, dass es bald endlich ein positives Signal aus Kiel gibt. Bahn und Bund haben sich inzwischen bereit erklärt, ihren Anteil – laut Eisenbahnkreuzungsgesetz jeweils ein Drittel – der Kosten zu übernehmen, sofern das Land grünes Licht gibt. Sogar ein Konzept für einen möglichen Umbau hat die Bahn schon vorgelegt (die LN berichteten). Sechs Millionen Euro würde das Ganze aktuellen Schätzungen zufolge kosten (ursprünglich waren zehn Millionen Euro kalkuliert). Die Straße würde bei dieser Lösung verschwenkt und als Brücke über die – dann vier Meter tief in die Erde gelegten – Schienen geführt (siehe Grafik).

Alles hängt nun am Land – das als Straßenbaulastträger ebenfalls ein Drittel der Kosten tragen müsste. Er werde bei Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) am Freitag noch einmal auf eine Umgestaltung des Bahnübergangs drängen, kündigt Bürgermeister Bauer an. Zuletzt habe er vom ehemaligen SPD-Ministerpräsidenten Torsten Albig eine mündliche Zusage für die Kostenübernahme bekommen – er hoffe, dass dessen Nachfolger sich an dieses Versprechen gebunden sehe: „Nach einem Regierungswechsel darf nicht plötzlich wieder alles anders sein“, betont Bauer. Es habe in der Vergangenheit zwei Ortstermine mit Ministeriumsvertretern und ein Gespräch in Kiel gegeben, bei denen er die Situation erläutert und auf mögliche Gefahren hingewiesen habe, berichtet der Bürgermeister. Es dürfe nicht sein, dass die Debatte nun wieder von vorn beginne.

Feuerwehr und Rettungswagen kommen nicht durch

Bleibe der beschrankte Bahnübergang erhalten, könnten gesetzlich vorgeschriebene Hilfsfristen von Rettungskräften künftig nicht mehr eingehalten werden, warnt Bauer. Der Brandschutz in der Gemeinde etwa werde zu großen Teilen von der benachbarten Feuerwehr Oldenburg mit sichergestellt – das funktioniere aber nur, wenn die Einsatzkräfte auch schnell anrücken könnten. Darüber hinaus würden auch Einwohner in Heringsdorf oder Neukirchen gefährdet, wenn Rettungswagen aus Oldenburg vor verschlossenen Schranken warten müssten.

Die Sicherheitsaspekte seien natürlich die wesentlichen Gründe dafür, dass „der Bahnübergang unbedingt verschwinden muss“, sagt Thomas Bauer. Davon abgesehen hätten erhöhte Schranken-Schließzeiten jedoch weitere negative Folgen, prognostiziert er. Mit bis zu 6700 passierenden Fahrzeugen täglich sei der Göhler der am zweitstärksten frequentierte Bahnübergang zwischen Lübeck und Puttgarden.

Aufgrund der hohen Verkehrsbelastung werde es gegebenenfalls zu massiven Rückstaus innerhalb des Ortes kommen, warnt Bauer. Damit verbunden seien nicht nur die Belästigung durch Lärm und Abgase, sondern auch eine Gefährdung von Fußgängern, insbesondere von Kindern. Bauer: „Es ist schlicht nicht zu verantworten, den Übergang zu erhalten.“

Von Jennifer Binder

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