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Ostholstein Grabschmuck auf dem Oldenburger Friedhof entwendet
Lokales Ostholstein Grabschmuck auf dem Oldenburger Friedhof entwendet
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00:00 25.10.2012
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Ostholstein

Karin Kahl ist fassungslos. Erst vor 14 Tagen hatte sie das Grab ihres Vaters auf dem Oldenburger Friedhof an der Liliencronstraße neu bepflanzt. Doch dort, wo zuvor „Silberblätter“ die lilafarbene Schneeheide einrahmten, fand sie jetzt nur noch Löcher in der Erde vor. Irgendein skrupelloser Zeitgenosse hat die Pflanzen einfach ausgegraben und mitgenommen.

Noch in Gedanken über den Grabfrevel vertieft und halblaut vor sich hinschimpfend wurde eine Bekannte auf Karin Kahl aufmerksam. Auch sie habe erst kürzlich mitbekommen, dass eine Friedhofsbesucherin zwei Sträuße auf einem Grab in Vasen gestellt habe. Kurze Zeit später sei ein Strauß verschwunden gewesen.

„Leider bei weitem keine Einzelfälle. Das kommt immer wieder vor“, berichtet Barbara Unruh, Mitarbeiterin der Kirchenverwaltung der evangelisch-lutherischen Kirche in Oldenburg. Die Mitarbeiter der Friedhofsverwaltung hielten schon verstärkt die Augen offen. Und auch im Gemeindebrief werde immer wieder appelliert, den Grabschmuck der Hinterbliebenen zu achten.

Vergebens, wie auch seitens eines Blumenhandels in Oldenburger, der namentlich nicht genannt werden möchte, im Gespräch mit den LN bestätigt wurde. „Das ist Gang und Gebe. Man kann noch nicht einmal sagen, dass es zurzeit außerordentlich häufig vorkommt. Vor drei, vier Jahren wurden Anpflanzungen schon einmal deutlich öfter entwendet. Bei uns im Blumenhandel kommen solche Meldungen dann natürlich als erstes an“, so eine Mitarbeiterin. Denn natürlich müssen die Hinterbliebenen nach dem Diebstahl erneut zum Händler, um dort Blumenschmuck oder Gestecke zu kaufen.

Für Karin Kahl ist es nicht das erste Mal, dass Diebe Hand an das Grab ihres Vaters gelegt haben. Bereits zu Ostern sei ihr eine Grabschale mit Blumen gestohlen worden, berichtet sie. „Wer macht denn so was?“, fragt sie eher traurig als vorwurfsvoll. Die Grabpflege sei schließlich das Letzte, was sie für ihren Vater noch tun könne.

Dass ihr jemand gezielt etwas Böses will, kann sich die Oldenburgerin nicht vorstellen. An der Grabpflege will sie weiterhin festhalten. Sie hat neue „Silberblätter“ gekauft und wieder eingepflanzt und hofft, dass die Langfinger auf dem Oldenburger Friedhof doch nochmal ihr Handeln überdenken und den Grabschmuck in Ruhe lassen.

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