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Ostholstein Gräben in der Eutiner Stadtvertretung
Lokales Ostholstein Gräben in der Eutiner Stadtvertretung
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21:09 15.06.2018
Sascha Clasen (l.) wird von Bürgermeister Carsten Behnk (parteilos) als sein erster Stellvertreter vereidigt. Der wiedergewählte Bürgervorsteher Dieter Holst (r.) verfolgt die Zeremonie. Quelle: Foto: Benthien
Eutin

Es war zu ahnen, als Klaus Kibbel (SPD) beantragte, den Bürgervorsteher in geheimer Wahl zu bestimmen. Der einzige Kandidat, der von der CDU vorgeschlagene Dieter Holst, erhielt 20 Ja- und 13

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Nein-Stimmen (eine Stimme war ungültig/die FWE-Stadtvertreterin Sigrid Jürß fehlte an dem Abend). Vor der Wahl seiner Stellvertreter – Manfred Ehmke (FWE) und Karlheinz Jepp (SPD) – trat der CDU-Fraktionsvorsitzende Matthias Rachfahl, ans Rednerpult. „Das war stillos, was sich eben bei der Wahl des Bürgervorstehers abgespielt hat. Wir werden weiter offen abstimmen und stilvoll miteinander umgehen. Solche Scharmützel machen wir nicht mit“, sagte er in Richtung SPD und Freie Wähler.

Mit dem Fraktionsvorsitzenden der FWE, Malte Tech, lieferte er sich im Laufe des Abends immer wieder Wortgefechte. Tech wiederum feuerte mehrfach auch gegen die Grünen-Fraktionschefin Monika Obieray und die zurück.

Inhaltlich setzten CDU und Grüne, von Malte Tech schon als „die CDU und ihre Schwesterpartei“ betitelt, sich in verschiedenen Konstellationen durch: Gegen den Willen der FWE wurde die Zahl der Ausschussmitglieder auf 15 festgesetzt. Der SPD-Antrag, wieder einen Feuerwehrausschuss einzurichten, wurde abgeschmettert. Einen Finanz- und einen Energieausschuss zu installieren, wie von den Freien Wählern beantragt und von der SPD befürwortet – mit CDU und Grünen nicht zu machen.

Während Sascha Clasen (CDU) einstimmig als erster stellvertretender Bürgermeister gewählt wurde, fiel die FWE-Kandidatin Sigrid Jürß, als zweite Stellvertreterin von ihrer Partei vorgeschlagen, durch: 16 Ja-, 16-Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen (Mandy Missal/Elgin Lohse, beide CDU).

Die Grünen hatten ihre Ablehnung zuvor angekündigt. „Wir werden Frau Jürß nicht wählen, weil sie nicht nur politisch streitet, sondern Menschen persönlich angreift, auch in ihrem privaten Umfeld. Da sind Verletzungen entstanden. Wir haben kein Vertrauen zu ihr, weil wir ihr Verhalten als respektlos und menschlich verachtend erlebt haben“, sagte Monika Obieray. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Hans-Georg Westphal schloss sich an: „Wir bewerten diese Person genauso. Im Wahlkampf hat sie allen Stadtvertretern Korruption unterstellt. Ihre Grundhaltung ist unter der Gürtellinie.“ Auch die FDP reihte sich in die Ablehnung ein: „Durch ihre Äußerungen über die Presse haben wir uns gekränkt gefühlt“, sagte Jens-Uwe Dankert.

Die CDU verfolgte eine andere Linie. „Die Freien Wähler wollten Verantwortung übernehmen. Das sollen sie jetzt auch tun“, sagte Matthias Rachfahl, der gleichwohl „eine klare Erwartungshaltung an die Person, die dieses Amt ausübt“ vorausschickte. Bei Sigrid Jürß handele es sich um „eine hochqualifizierte Frau“ warb Malte Tech noch. Allerdings äußerte er auch halblaut:

„Wir werden sie wieder vorschlagen.“ Das brachte Matthias Rachfahl in Rage: „Wir legen Ihnen hier den Ball auf den Elfmeterpunkt. Und sie haben nichts Besseres zu tun, als mit Wiederaufstellung zu drohen?“

Das verkniff Malte Tech sich dann doch. Sigrid Jürß solle in der nächsten Sitzung der Stadtvertretung Gelegenheit erhalten, sich zu den Vorwürfen zu äußern, sagte er. Erst danach werde seine Fraktion einen weiteren Vorschlag zur Besetzung des stellvertretenden Bürgermeisters machen.

 Von Ulrike Benthien

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