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Ostholstein Graffiti-Kunst am Strandbad
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20:38 31.05.2016
Hannah Fetkenheuer (14) verfeinert einen Slogan unter den kritischen Augen von Jonas Wömpner. Quelle: Marc R. Hofmann

„Sprayen ist ein ganz besonderes Lebensgefühl.“ Das sagte Graffiti-Künstler Jonas Wömpner (31) anlässlich des Workshops mit Jugendlichen von der Kinderuni Neustadt.

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Die Sprayer mit Künstler Jonas Wömpner (r.) vor ihrem Werk. In den Tagen zuvor wurde bereits ein Zaun in der Brückstraße verschönert.

„Sprayen ist Teil der Hip- Hop-Kultur.“Jonas Wömpner (31)

aus Hannover

Er verschönerte jetzt ganz legal die Fassade des DLRG- Schuppens am Badesteg.

Der Hannoveraner war bereits im vergangenen Jahr an der Ostsee, um eine Wand des Küstengymnasiums zu gestalten. „Da haben wir gleich gefragt, ob er das noch mal macht“, so Annika Westen, Mitinitiatorin der Kinderuni. Für die Altersgruppe der über 14-Jährigen sei das Angebot ansonsten dünn gesät, vor allem, wenn es beide Geschlechter ansprechen soll. Dem stimmte auch die 19-jährige Elina Fetkenheuer zu, die von dem Angebot über Freunde ihrer Eltern erfahren hatte.

„Wir haben gestern erst einmal in Arbeitsgruppen verschiedene Motive erarbeitet, über die wir anschließend abgestimmt haben“, berichtet der Workshop-Leiter. Mit fertigen Ideen wolle er nicht kommen, sondern den Jugendlichen ihren Lauf lassen. „Das klappt auch viel besser als mit Erwachsenen“, die kaum Ideen mitbrächten. An einem Tisch direkt am Strand wurden Skizzen angefertigt, die Wömpner abnahm und noch Tipps zur Umsetzung gab, wie bei Jelena Cursiefen (14). „Auch an der Wand haben wir erst mit Bleistift vorgezeichnet. So kann man sich über die Proportionen klar werden“, so der ausgebildete Fotograf.

Im vorangegangenen Brainstorming hatten sich die Jugendlichen für maritime Motive entschieden – passend zur Location am Strand. Allerdings ergänzt um Elemente des Hip-Hop, der Ausgangskultur für viele Sprayer. Herausgekommen sind ein freundlicher Kraken, ein DLRG-Boot, „aber noch ohne Ruder oder Motor“, wie eine vorbeilaufende Rettungsschwimmerin kommentierte. Die Kunst setzt sich fort mit einem Windsurfer und einem Wohnwagen mit Eisverkauf, dessen Fenster ein Original im Schuppen mitaufnahm. Da wird die DLRG zukünftig wohl auch Erfrischungen außerhalb des Wassers anbieten müssen, um Enttäuschungen zu vermeiden.

„Am schwersten sind die Details, besonders dünne Linien“, so Max Sievers, der extra für den Workshop aus Oldenburg gekommen war. „Aber solange die nicht richtig sind, ist auch das Bild nicht fertig“, gab sich der 14-Jährige perfektionistisch, der wie alle mit Mundschutz und Handschuhen arbeitete. „Sprayen ist Teil der Hip- Hop-Kultur. So bin ich dazu gekommen und das möchte ich auch vermitteln.“

Das Motto sei „Each one, teach one“, also voneinander lernen, am besten von Älteren aus dem eigenen Umfeld. Mit Wömpner hatten die Jugendlichen den richtigen Lehrer vor Ort, für den bekannte Vorbilder wie der britische Künstler „Banksy“ nur eine untergeordnete Rolle gespielt hätten, wie er sagte. Angekommen ist die Kunst auch bei den Spaziergängern: „Hoffentlich wird das hier nicht übersprüht“, sagte eine Anwohnerin, die im Vorbeigehen großen Gefallen an der Aktion fand.

Marc R. Hofmann

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