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Ostholstein Granate entpuppt sich als Altmetall
Lokales Ostholstein Granate entpuppt sich als Altmetall
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21:13 19.04.2017
Was zunächst im Hafenschlick nach einer Panzergranate aussah, erwies sich als harmloses Metallgewinde. Quelle: Foto: Hfr

Damit hatten die Taucher der Firma „Boskalis & Hirdes“ für Kampfmittelräumung eigentlich gar nicht mehr gerechnet – im Kommunalhafen von Heiligenhafen haben sie bei ihren Tauchgängen doch noch etwas anderes gefunden als zunächst nur Metallstangen (LN berichteten). Im Hafenschlick entdeckten sie mutmaßliche Munitionsreste aus dem Zweiten Weltkrieg, bei denen es sich um eine SS-Gewehrpanzergranate handeln sollte. Nach eingehender Untersuchung stellte sich der Fund dann aber doch als harmloses Altmetall heraus.

Als ein Mitarbeiter des Kampfmitttelräumdienstes des Landeskriminalamtes Schleswig-Holstein den Gegenstand abholte, hatte sich die vermutete Munition nach der Bergung aus dem Wasser bereits mehr oder weniger von selbst aufgelöst, erzählt Joachim Gabriel von den Heiligenhafener Verkehrsbetrieben (HVB). Die Fragmente seien dann nicht mehr eindeutig zu verifizieren gewesen, so dass die Experten zunächst nicht genau klären konnten, was es war. „Es ist immer wieder überraschend, wie viel Munition und Waffen nach dem Zweiten Weltkrieg in Gewässern versenkt wurden“, sagte Andreas Buttny von „Boskalis & Hirdes“ schon beim ersten Gespräch mit den LN. Doch diesmal war es Fehlalarm. „Ein Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes identifizierte das Fundstück als Teil eines verrosteten Gewindes und entsorgte es im Altmetall. Um einen Munitionsfund handelte es sich definitiv nicht“, stellte Carola Jeschke, Pressesprecherin des Landeskriminalamtes, fest. Munition wie die zunächst vermutete SS-Gewehrpanzergranate 61 wurde zur Bekämpfung von Zielen, die sich außerhalb der Handgranaten-Wurfweite befanden, benötigt und war eine von verschiedenen Munitionsarten für ein Gewehrgranatgerät.

Im Fischereihafen können die Heiligenhafener Verkehrsbetriebe nun mit den Planungen für die neue Kleinfischerbrücke fortfahren. Denn für dieses Projekt hatten die Taucher das Hafenbecken nach Gefahren absuchen müssen, bevor weitere bauliche Schritte in Angriff genommen werden können.

 mb

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