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Ostholstein Graswarder wächst in die Fahrrinne
Lokales Ostholstein Graswarder wächst in die Fahrrinne
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18:10 21.10.2017
Diese Luftaufnahme zeigt deutlich, wie eng die Fahrrinne links neben dem Graswarder ist. Quelle: Foto: Hfr
Heiligenhafen

Alle Beteiligten, Heiligenhafener Verkehrsbetriebe (HVB) als auch das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) in Lübeck, haben den Graswarder im Fokus. Klaus Dürkop vom Nabu Graswarder beobachtet das Wachstum ebenfalls, sagt: „Die Haken, die in südlicher Richtung entstehen, verlieren nach einiger Zeit an Kraft. Das Wachstum entwickelt sich im Kern nach Osten.“ Irgendwann in ferner Zukunft werde der Graswarder direkt auf die Fahrrinne und noch später auf Festland stoßen.

Die Fahrrinne für die Schifffahrt in Heiligenhafen muss im Winter 2018/2019 ausgebaggert werden. Grund dafür ist der Graswarder, dessen Sand in die Wasserstraße befördert wird. Der Warder wächst pro Jahr um ein bis vier Meter und in südöstliche Richtung.

„Wir würden gern größere Schiffe nach Heiligenhafen locken.

Dafür muss die Fahrrinne tiefer sein.Joachim Gabriel

HVB-Geschäftsführer

Die für den Winter 2018/2019 vorgesehene Maßnahme war eigentlich für diesen Herbst geplant. Es soll eine durchgängige Wassertiefe von 5,50 Meter gesichert werden. Sabine-Dorothea Heider vom WSA erklärte: „Wir befinden uns in den Vorplanungen für die Baggermaßnahme.“ Auch die Abstimmungen mit den Genehmigungsbehörden seien noch nicht abgeschlossen. Was mit dem ausgebaggerten Sand geschieht, stehe ebenfalls noch nicht fest. Sicher sei nur, dass das Baggergut nach Schadstoffen untersucht werde. Sie könne auch keine Aussage zu den Kosten der Maßnahme treffen.

Geht es nach den Heiligenhafener Verkehrsbetrieben, so könnte die Fahrrinne sogar noch einen Meter tiefer sein. Dies hätte laut HVB-Geschäftsführer Joachim Gabriel gleich mehrere Vorteile. Die LEV könnte ihren Dünger auf dem Wasserweg direkt in Heiligenhafen angeliefert bekommen. Derzeit wird der Umweg über Lübeck in Kauf genommen. Das kostet Zeit und Geld.

Darüber hinaus könnten auch andere für den Tourismus interessante Schiffe wie Kreuzfahrtdampfer die Warderstadt direkt anlaufen, was für den Standort attraktiv wäre.

Gabriel hat in diesem Bestreben über die Bundestagsabgeordnete Bettina Hagedorn (SPD) beim Bund in Berlin vorgefühlt. Eine Ausbaggerung auf eine Tiefe von 6,50 Meter müsste in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen werden, damit die immensen Kosten vom Bund übernommen würden. Aus Berlin heißt es derzeit noch, dass für eine Aufnahme kein Bedarf bestünde. Hagedorn aber ist zuversichtlich, dass hierfür die Tür noch nicht komplett zu sei. Eine weitere Hürde wäre dann auch noch zu nehmen: Für eine solche Maßnahme müsste ein Planfeststellungsverfahren bemüht werden, in dem alle Auswirkungen – wie etwa die auf die Natur – beschrieben werden. Gabriel weiß: „Eine weitere Vertiefung der Fahrrinne ist kein kurzfristig zu realisierendes Ziel, aber eines, das wir im Auge behalten sollten.“

Was die bevorstehende Ausbaggerung im kommenden Jahr angeht, so wünscht sich Gabriel, dass möglicherweise ein Teil des feinen Sandes seinen Weg zurück an den Badestrand am Steinwarder findet. Dies wolle er mit den WSA-Ansprechpartnern in Lübeck demnächst erörtern.

Peter Mantik

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