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Ostholstein Grillanzünder steckte Hängebargshorst in Brand
Lokales Ostholstein Grillanzünder steckte Hängebargshorst in Brand
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21:15 27.01.2016

Die Sache schaukelte sich hoch und endete in einem Großeinsatz der Malenter Feuerwehren. Am 6. September 2014 brannte es in der ehemaligen Klinik Hängebargshorst in Krummsee. Wie es dazu kam, wurde gestern vor dem Eutiner Amtsgericht aufgerollt. Ein 23-Jähriger traf sich mit einem Bekannten, einem 24 Jahre alten Mann, auf dem Klinikgelände Hängebargshorst. „Wir schlugen eine Scheibe ein, sind rein und haben da ein paar Sachen kaputtgemacht", so der 24-Jährige. Sie nahmen auch Schlüssel mit und drei Funkgeräte, die sie in einem Graben entsorgten.

Trotz der Schlüssel habe man nicht den Hintergedanken im Kopf gehabt, dort erneut einzusteigen, betonten sie auf Nachfrage. Als Trio verabredeten sich dann die beiden und der dritte, heute 25 Jahre alte Angeklagte per Internet, um die Klinik richtig „zu zerstören“. Einer der Männer, der Grillanzünder mitgebracht hatte, gab an, es habe nicht zur Debatte gestanden, die Klinik abzufackeln. Er sei draußen geblieben. Ein anderer meinte, er wisse nicht mehr, warum er die Anzünder angenommen habe. Gemeinsam mit dem dritten Kumpel sei er ins Gebäude gegangen. An verschiedenen Stellen habe man Grillanzünder angesteckt und wieder ausgetreten. Ein Angeklagter dazu: „Wir waren schon auf dem Gang nach draußen und bevor wir als Lappen (Feiglinge Anm. d. Red.) dastehen, wollten wir noch schnell einen reinwerfen.“ Dieser entscheidende Grillanzünder sei in einem Schrank angesteckt worden und habe sofort zu einer starken Rauchbildung geführt. Man sei dann über Umwege geflüchtet und habe die Feuerwehr informiert.

Beim Brand in dem Klinikgebäude war nach ersten damaligen Schätzungen ein Schaden in Höhe von 500 000 Euro entstanden. Ob der Mann, der nicht mit ins Gebäude ging, seine beiden Bekannten angestiftet hatte oder sie ihrerseits versucht hatten, den Verdacht auf ihn zu lenken, blieb unklar. In seinem Plädoyer sprach Staatsanwalt Niels-Broder Greve von jugendtypischen Verfehlungen, Hirnrissigkeiten, die sich kaum erklären ließen, nun aber auf das Erwachsenenstrafrecht träfen.

Strafmildernd seien die Geständnisse aller drei Beteiligten anzurechnen, verschärfend hingegen unterschiedliche Vorbelastungen, die den Hang zum Bruch der Rechtsordnung anzeigten. Alle drei befänden sich jetzt jedoch in festen Arbeitsverhältnissen und geordneten Lebensumständen.

Das Schöffengericht unter Vorsitz von Otto Witt verurteilte den 25-Jährigen wegen Diebstahl und Sachbeschädigung zu zehn Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung, den 24-Jährigen wegen Brandstiftung, Diebstahl und Missbrauch des Notrufes zu einem Jahr und vier Monaten und den dritten im Bunde wegen Brandstiftung, Sachbeschädigung, Diebstahl und Notrufmissbrauchs zu einem Jahr und zehn Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung. Während die Feuerwehr nach Hängebargshorst eilte, musste sie am Malenter Intermar-Hotel einen Zwischenstopp einlegen. Die Angeklagten hatten dort den Brandmelder betätigt. Weil der 23 Jahre alte Mann unter einer ärztlich bestätigten Borderline-Störung leide, wurde ihm verminderte Schuldfähigkeit gewährt. Witt abschließend: „Wenn jetzt noch etwas passiert, dann ist der Bart ab . . .“

Manuela Boller

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