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Ostholstein GroKo: Bettina Hagedorn wird Finanz-Staatssekretärin
Lokales Ostholstein GroKo: Bettina Hagedorn wird Finanz-Staatssekretärin
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21:33 09.03.2018
Bettina Hagedorn (SPD) macht sie seit Jahren in Berlin als Mitglied des Deutschen Bundestages gegen die geplante feste Fehmarnbeltquerung stark. Jetzt geht sie ins Finanzministerium. Quelle: Felix König
Berlin/Kasseedorf

Seit zwei Wochen geisterten Gerüchte durch Berlin, Scholz könne die Kasseedorferin Hagedorn in sein Ressort holen. Beide kennen sich lange. Zuletzt war Scholz im vergangenen Sommer zu einem Wahlkampfauftritt von Hagedorn nach Neustadt gekommen – trotz des für den Ersten Hamburger Bürgermeister schwierigen G-20-Umfelds. Die jüngsten Gerüchte waren auch den Ohren von Hagedorn nicht verborgen geblieben. Doch eine Bestätigung blieb zunächst aus.

Gestern Mittag dann läutete in Kasseedorf das Telefon. Scholz habe in seiner schnörkellosen, norddeutschen Art nachgefragt, ob sie seine Parlamentarische Staatssekretärin werden wolle, erklärte Hagedorn. „Ich habe Ja gesagt.“ Beide vereinbarten ein Vier-Augen-Gespräch in absehbarer Zeit.

SPD-Landeschef Ralf Stegner gratulierte seiner langjährigen Stellvertreterin als Erster. Er freue sich besonders darüber, dass die Nord-SPD mit der Berufung Hagedorns wieder in der Bundesregierung vertreten sei. Hagedorn bringe mit ihrer großen haushaltspolitischen Erfahrung die besten Voraussetzungen für das Amt mit und habe im Haushaltsausschuss des Bundestages „schon sehr viel für unser Schleswig-Holstein erreicht“.

Die gebürtige Kielerin ist in Berlin eine Institution. Seit 2002 war Hagedorn ununterbrochen Mitglied im Rechnungsprüfungsausschuss (RPA), dort zuletzt als Vorsitzende Hauptberichterstatterin für die Finanzverwaltung, zudem Vize des Haushaltsausschusses des Bundestages. „Die Bandbreite meiner dort gesammelten Erfahrungen dürfte den Ausschlag für meine Person gegeben haben“, sagte Hagedorn zu ihren Qualifikationen für das Amt. „Ich weiß, wie der Laden läuft.“ Bei der Bundestagswahl 2017 unterlag Hagedorn mit 30,8 Prozent der Stimmen Ingo Gädechens (CDU), zog jedoch über Platz eins der Landesliste in den Bundestag ein. Die Tageszeitung Taz nannte Hagedorn „die Unbequeme“, eine Persönlichkeit mit Ecken und Kanten.

Weiter Kampf gegen Fehmarnbeltunnel

Ihren eisernen Kampf gegen den Fehmarnbelttunnel will Hagedorn nach eigener Aussage nicht aufgeben. „Auch wenn ich weiß, dass Scholz das Projekt anders sieht.“ Sie bleibe schließlich Abgeordnete für Ostholstein und ihren Prinzipien treu. „Ich werde meine Gesinnung nicht an der Garderobe abgeben.“ Das Thema Fehmarnbelt werde auch in ihrer neuen Funktion eine Rolle spielen. „Schließlich geht es dabei um sehr viel Geld. Und ich habe eine Verantwortung für die Region.“ 2016 hatte Hagedorn der Deutschen Bahn vorgeworfen, die notwendige Sanierung der Fehmarnsundbrücke über Jahre verschleppt zu haben, weil das Unternehmen in Erwartung des Belttunnels auf eine neue Querung am Sund gesetzt habe.

Hagedorn, seit 1983 Mitglied der SPD, ist gelernte Goldschmiedin, aber bereits in jungen Jahren in die Politik eingestiegen. Von 1997 bis 2003 war sie Bürgermeisterin von Kasseedorf, von 2001 bis 2003 außerdem Amtsvorsteherin in Schönwalde. Hagedorn ist geschieden und Mutter dreier erwachsener Söhne (34 bis 39 Jahre alt).

Von Curd Tönnemann

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