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Grömitz hofft auf nachträgliche Förderung für die „Welle“

Grömitz Grömitz hofft auf nachträgliche Förderung für die „Welle“

Das gab es in dem Ostseebad noch nie: Die Chance besteht aufgrund unverschuldeter Mehrkosten — Wirtschaftsministerium prüft den Antrag.

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Wird die Grömitzer „Welle“ für die Gemeinde doch noch günstiger? Archivfoto: LN

Grömitz. Wird die Grömitzer „Welle“ für die Gemeinde doch noch günstiger? Die Touristiker hegen große Hoffnung in eine nachträgliche Förderung durch das Land. Das werde derzeit vom Ministerium geprüft, erklärt der Tourismusleiter Olaf Dose-Miekley. Es könnte sich um eine „nicht unerhebliche Summe“ handeln. „Wir hoffen auf eine Förderung für die Mehrkosten.“

„Wir gehen jetzt in dieser Besetzung in die 19. Saison und haben Projekte im Wert von 54 Millionen Euro initiiert“, sagt der Herr über die Finanzen, Karl-Heinz Stein. „Wir haben bisher keine Erfahrung mit überzogenen Kosten und somit auch noch nie nachträglich Förderungen beantragt.“ Möglich sei das aber — wenn die Kosten unverschuldet in die Höhe schnellen. Das sei bei dem sanierten Schwimmbad der Fall. „Wenn es nicht klappt ist es kein Beinbruch, da die Mittel im Haushalt eingestellt sind. Aber wenn es klappt, wäre das ein Segen“, sagt Dose-Miekley. Es würde der ganzen Diskussion gut tun.

Fast satte 17 Millionen Euro hat die Sanierung gekostet. Ein ganzer Ort hat sich empört. Bei der ersten Fördersumme war von Gesamtkosten von 9,5 Millionen Euro die Rede, sieben Millionen wurden als förderfähig eingestuft und 3,5 Millionen Euro standen letztendlich auf dem Scheck. Jetzt stehen 7,5 Millionen Mehrkosten zur Debatte. Welche Kosten diesmal als förderfähig eingestuft werden und wie groß die Summe am Ende sein könnte, hat das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie zu entscheiden.

Ungeachtet dessen werde die Gesamtsumme, wenn überhaupt, nur noch minimal schwanken, sagt der Touristikchef. Die in der Gemeindevertretung propagierten offenen Rechnungen gebe es nicht. „Was politisch vermutet wird, stimmt nicht mit den Tatsachen überein.“ Alle Rechnungen lägen vor, es werde lediglich mit einzelnen Firmen verhandelt, die zum Beispiel schlechte Leistungen erbracht haben und kein Recht auf vereinbarte Summen hätten. Teilweise würden auch Summen zurückgefordert.

Die Touristiker wollen nach vorn blicken und das Beste aus dem Schwimmbad machen. Seit Juli ist das Bad geöffnet, in den kommenden Wochen wird mit dem 100000. Gast gerechnet. In den sechs Monaten kamen täglich im Schnitt 500 Besucher, 830000 Euro wurden in die Kasse gespült. „Das ist etwas mehr, als wir uns erhofft hatten“, sagt Olaf Dose-Miekley. Jeder fünfte Gast kommt aus dem benachbarten Hotel. Dafür, dass das Schwimmbad lange geschlossen war, gebe es unerwartet große Nachfrage an den Kursen.

Zu den vergangenen Feiertagen kamen täglich sogar mehr als 1000 Besucher. Der letzte Dezember-Wert vor der Sanierung sei fast verdoppelt worden. Die Jahres- und Halbjahreskarten werden so gut wie gar nicht verkauft, stattdessen bedienen sich die Hotels und Pensionen gern der 50er-Blocks.

Neun Prozent mehr Übernachtungen in 2015
Das Ostseebad Grömitz war über die Weihnachtsfeiertage und Silvester ausgebucht. „Der Ort war proppevoll“, zieht Tourismusleiter Olaf Dose-Miekley Bilanz. Grund war sicherlich das verhältnismäßig warme Winterwetter. „Mangels Schnee gab es im Süden keine Sicherheit für Wintersport. Da ist die alternative Entscheidung, ans Meer zu fahren, schnell gefällt“, sagt er. Die genauen Zahlen werden noch ausgewertet. Doch unter anderem war auf dem Wohnmobilstellplatz keine Lücke mehr frei.



2015 gab es so viele Übernachtungen wie noch nie. Olaf Dose-Miekley: „Die Zahlen werden 2016 nochmals gesteigert, da die neuen Häuser nun ganzjährig in die Statistik einfließen.“



Die Zahl von gewerblichen Übernachtungen stieg um neun Prozent oder 123000 auf nunmehr rund 1,5 Millionen an. Ziel der Touristiker ist es, die schwachen fünf Monate von November bis März qualitativ aufzuwerten.

Irene Burow

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