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Ostholstein Grömitzer baut Stall für 11000 Hühner
Lokales Ostholstein Grömitzer baut Stall für 11000 Hühner
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17:55 30.09.2017
Der Mais wird extra für die Hühner angebaut. Sie können sich zwischen den Pflanzen verstecken und die Körner picken. Quelle: Sebastian Rosenkötter

Aktuell vermarktet Schuldt pro Tag 6000 Eier. Abnehmer sind Supermärkte, Restaurants und Hotels. „Alle aus der Region“ betont er. Die Idee, einen neuen Stall zu errichten, verfolgt er seit Jahren.

Der Grömitzer Hühnerhof ist ein Familienbetrieb. Seit Jahrzehnten werden Eier und Suppenhühner verkauft. Nun möchte Oliver Schuldt den Betrieb zukunftssicher machen. Unweit der Bundesstraße 501 in Richtung Grömitz wird für eine Million Euro ein Stall für 11000 Hühner gebaut.

Bereits während seines Landwirtschafts-Studiums an der Kieler Fachhochschule in Osterrönfeld beschäftigte er sich mit dem Großprojekt. „Ich habe meine Bachelorarbeit darüber geschrieben und bin dann mit dieser zur Bank gegangen“, sagt Oliver Schuldt.

Zwei Jahre habe es bis zur Baugenehmigung gedauert. Der Boden auf dem Feld wurde bereits plattgemacht. Anfang 2018 soll die Errichtung des 80 Meter langen und 25 Meter breiten Gebäudes beginnen. Um die Tiere zu versorgen, werden zwei Futtersilos aufgestellt. Hinzu kommt eine Packstation, in der die Eier für den Verkauf vorbereitet werden. Rund um den zwei Ebenen umfassenden Stall stehen fünf Hektar Fläche für den Auslauf der 11000 Hühner bereit.

Bei der Freilandhaltung sei es so, dass die Tore des Stalls jeden Tag spätestens um 10 Uhr für die Vögel geöffnet werden müssten. „Die Hühner sind ab etwa 6 Uhr morgens aktiv. Dann fressen und trinken sie. Anschließend legen sie ihre Eier. Wenn es dunkel wird, gehen sie wieder rein“, erläutert Oliver Schuldt.

Aktuell leben etwa 7500 Hühner auf dem Gelände des Betriebs. Jeweils eine Hälfte in Freiland- und Bodenhaltung. Die Abkehr von der Käfighaltung begründet Oliver Schuldt auch mit einem Verlangen der Verbraucher. „Diese setzen auf regionale Produkte. Da spielen uns die Lebensmittelskandale der vergangenen Jahre sogar in die Karten“, erläutert der Jungunternehmer.

Hinzu komme, dass sich der Hühnerhof vergrößern müsse, um wirtschaftlich überleben zu können. „Die Nachfrage nach mehr Eiern ist da. Das ist das größte Projekt der vergangenen Jahre für uns“, so Schuldt weiter. Laufe alles glatt, würden ab Ende Mai 2018 rund 16- bis 17000 Eier pro Tag vermarktet.

Die Hühner selbst, erläutert der Grömitzer, würden im Alter von 18 Wochen aus Itzehoe angeliefert. „28 Tage später legen sie erstmals Eier“, sagt Schuldt. Pro Jahr und Huhn gebe es 265 bis 270 Eier.

Die Zahl sei bei der Freilandhaltung etwas geringer als bei der Bodenhaltung, da die Tiere mehr Energie verbrauchen würden. Dies und die kleinere Zahl an Hühnern pro Quadratmeter sowie der Einsatz eines anderen Futters seien Gründe für einen höheren Preis.

Sind die Tiere 1,5 Jahre alt, werden sie als Suppenhühner verkauft. Der Kot, den sie in Grömitz verursachen, landet auf angrenzenden Feldern. „Eine Kreislaufwirtschaft“, sagt Oliver Schuldt.

 Von Sebastian Rosenkötter

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