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Ostholstein Großbrand: 170 Feuerwehrleute bei minus 15 Grad im Einsatz
Lokales Ostholstein Großbrand: 170 Feuerwehrleute bei minus 15 Grad im Einsatz
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22:38 22.01.2016
Der Rohbau eines Mehrfamilienhauses brennt in Heiligenhafen. Quelle: Rene Laas
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Heiligenhafen

Diese Nacht werden viele Heiligenhafener nicht vergessen. Vor allem die tapferen Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr: In der Nacht zu gestern brannte ein Rohbau mit zwölf fast fertiggestellten Ferienwohnungen am Wilhelmsplatz komplett aus. Die Heiligenhafener Wehr, aber auch die Kameraden aus den Nachbarwehren — insgesamt mehr als 170 Feuerwehrleute aus dem gesamten Nordkreis — kämpften bei nächtlichen minus 15 Grad Celsius und starken Vereisungen noch bis gestern Abend gegen die Flammen an.

Glücklicherweise gab es keine Verletzten, auch unter den Einsatzkräften nicht. Für die Feuerwehrkameraden war es ein Einsatz unter erschwerten Bedingungen. Als um 21.33 Uhr Feueralarm ausgelöst wurde, sahen sich die Brandschützer einer Mammutaufgabe gegenüber. „Es handelt sich um einen Hausbau in Holzständer-Leichtbauweise mit viel Dämm- und Isoliermaterialien. Die Atemschutzträger hatten es schwer zu den Glutnestern im Gebäude vorzudringen, da uns Wände entgegenfielen und auch Decken einstürzten“, erläuterte Heiligenhafens Wehrführer Michael Kahl.

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Großbrand in Heiligenhafen: Für die Feuerwehr ist es ein Einsatz unter extremen Bedingungen.

Daher wurde neben der eigenen Drehleiter auch die der Feuerwehr Oldenburg angefordert. Außerdem war ein Kran im Einsatz, der Teile des Gebäudes kontrolliert zum Einsturz brachte, damit die Feuerwehr von oben Zugriff auf die Glutnester bekam. Die zweistelligen Minusgrade sorgten zudem für vereiste Anschlüsse. Sogar auf der Schutzkleidung der Kameraden bildete sich teilweise eine Eisschicht. Als nach Sonnenaufgang „nur“ noch minus acht Grad Celsius herrschten, scherzte ein Kamerad: „Na, es wird ja langsam richtig muckelig.“ Hinzu kam der Schlafentzug. Viele waren von Beginn an bis in den darauffolgenden Tag nonstop vor Ort.

Holger Gerwin, Geschäftsführer von „Seed Projektentwicklung“ und Initiator des betroffenen „Ostseequartiers“, erklärte: „Ich erfuhr vom Brand noch in der Nacht und bin natürlich geschockt.“ Sein Dank gelte dem außerordentlichen Einsatz aller Feuerwehrkameraden und Helfer. „Diese Leistung ist gar nicht hoch genug zu bewerten.“ Die Höhe des Sachschadens werde in den kommenden Tagen ermittelt. Einer von drei Ferienhausblöcken ist komplett zerstört. Ende Februar sollten alle drei eigentlich komplett fertiggestellt sein und Ostern die ersten Gäste anreisen. Gerwin: „Wir müssen uns jetzt komplett neu orientieren.“

Fazit von Wehrführer Michael Kahl: „Die Umstände waren schwierig für uns. Wir waren aber auf alles vorbereitet.“ Die Kripo sucht jetzt Hinweise auf die Brandursache.

„Die Umstände waren schwierig für uns. Wir waren aber auf alles vorbereitet.“
Michael Kahl, Wehrführer Heiligenhafen

Peter Mantik

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