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Großbrand: Ermittler vermuten technische Ursache

Heiligenhafen Großbrand: Ermittler vermuten technische Ursache

Nach dem Großfeuer in Heiligenhafen laufen die Ermittlungen der Kriminalpolizei Oldenburg. Nach derzeitigen Stand gilt ein Defekt in der Baustromverteilung oder den Heizgeräten in dem Heiligenhafener Rohbau für wahrscheinlicher als Brandstiftung. Der Schaden beläuft sich auf etwa zwei Millionen Euro. 

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Zwei Bilder der Verwüstung und des Schadens, den die Flammen verursacht haben. Das Feuer brannte 26 Stunden lang, die Feuerwehren löschten mit 1,5 Millionen Liter Wasser.

Quelle: Fotos: Peter Mantik (3)

Heiligenhafen. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei Oldenburg bezüglich der Brandursache beim Großfeuer in Heiligenhafen (LN berichteten) laufen noch. Dennoch gibt es eine Tendenz. Polizeisprecher Dierk Dürbrook sagt: „Aufgrund der bisherigen Ermittlungen und Hinweise ist eine technische Ursache sehr viel mehr wahrscheinlich als die Möglichkeit einer Brandstiftung.“

Auf eine solche deute bisher nichts hin. Eine abschließende Bewertung sei erst möglich, wenn die Sachverständigen ihre Arbeit beendet haben. Dürbrook: „Ob es dann jedoch eine verbindliche Aussage zur Brandursache gibt, ist ungewiss. Um die Brandbekämpfung erfolgreich beenden zu können, musste die Feuerwehr Teile des Gebäudes mit einem Bagger einreißen.“

Projekt-Initiator Holger Gerwin, geschäftsführender Gesellschafter der Seed Projektentwicklung, sagt: „Der Schaden kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht genau beziffert werden, wird aber nach aktueller Schätzung auf jeden Fall über zwei Millionen Euro betragen.“ Zum Thema Brandursache erklärt Gerwin: „Die Brandursache wird nach aktuellem Stand auf einen technischen Defekt in der Baustromverteilung oder den elektrischen Heizgeräten zurückgeführt. Die rasche Ausbreitung des Feuers ist dem tragischen Umstand geschuldet, dass die gedämmte Tragkonstruktion von innen noch nicht verkleidet war, was in den nächsten Tagen passieren sollte.“der

Mehr Einsätze im Sommer

Die LN sprachen mit Kreisbrandmeister Thorsten Plath ganz generell über Einsätze im Winter. „Es ist in den vergangenen Wochen zu einigen größeren Feuern in und um Ostholstein gekommen wie in Heiligenhafen, Ahrensbök, Wulfsfelde, Sarau, Manhagener Felde und Cismar. Aber es brennt auch im Sommer“, erklärt Plath. Ein Blick auf die Einsatzstatistik zeigt deutlich, dass im Sommer die meisten Einsätze stattfanden. 2015 lagen die Monate Juni, Juli und August etwa vier bis fünf Prozent über dem Jahresmittel. Beim Großfeuer von Heiligenhafen stellt sich die Frage, wie bei dieser Kälte und Feuchtigkeit ein Gebäude derart abbrennen konnte. Plath dazu: „Minusgrade sind kein Hemmnis für Feuer, wenn genug brennbares Gut vorhanden ist und Sauerstoff hinzukommt.“ Feuchtigkeit wirke eher unterdrückend. Die meisten Feuer entstünden innen durch technische Defekte, oder außen durch angrenzende Feuer, die sich durch Dachüberstände ins Haus hineinfressen.

Nicht jede Dämmung brennt

In Heiligenhafen waren die Isolier- und Dämmstoffe ein großes Problem bei den Löscharbeiten. Hierzu erläutert Plath: „Dämmmaterialien, die aus anorganischen Dämmstoffen wie aus Quarzsand, Kalkstein oder Altglas hergestellt sind, sind in der Regel nicht brennbar. Materialien mit organischen Anteilen, wie Hartschaumplatten oder rollbaren Dämmstoffen aus Zellulosefasern, Hanf oder Holzfasern, sind zwar nicht selbst entzündbar, aber enthalten brennbare Anteile, die somit entflammbar sind.“

Grundsätzlich gilt: Bei Bränden in Dachbereichen geben die trockenen Milieus und die hölzernen Dachkonstruktionen ausreichend Nahrung für Feuer. Plath sagt auch: „Zum anderen sind Dächer heutzutage zumindest bei größeren Gebäuden nicht mehr nur gradlinig gestaltet, sondern bieten durch moderne Dachformen mit Gauben, Winkeldächern und eingelassenen Balkonen eine Vielzahl an kleinen Nischen und Zwischenräumen, an die man als Feuerwehr zum Löschen schwer rankommt.“

Nach dem 26-Stunden-Einsatz der Kameraden in Heiligenhafen fragen sich viele Bürger, wie dies mit den Berufen in Einklang zu bringen ist. Plath verweist an dieser Stelle auf das Gesetz über den Brandschutz und die Hilfeleistungen der Feuerwehren. „Im Brandschutzgesetz ist unter Paragraf 30 soziale Sicherung beschrieben, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern aus der Verpflichtung zum Dienst in öffentlichen Feuerwehren und aus diesem Dienst keine Nachteile im Arbeitsverhältnis und in der Sozial- und Arbeitslosenversicherung sowie in der betrieblichen Altersversorgung erwachsen dürfen.“

Motivationstöpfe als Anreiz

Hinzu käme auf der anderen Seite die Fürsorgepflicht eines Einsatzleiters, aber auch die Verantwortung der Einsatzkraft selbst. Plath erklärt: „Die Kameraden benötigen eine angemessene Ruhezeit, um wieder fit, ausgeschlafen und arbeitsfähig beim Arbeitgeber der Arbeit nachkommen zu können.“ Vieles aber müssten die Feuerwehrkollegen selbst abwägen. Etwa, wie lange sie am Einsatz teilnehmen ohne die Fehlzeiten beim Arbeitgeber zu überstrapazieren. Sonst könnten doch Nachteile entstehen.

Generell stellt sich die Frage, welche weiteren Vergünstigungen Feuerwehrkameraden für ihr Engagement erhalten. Plath dazu: „Es wird in einigen Gemeinden durch sogenannte Motivationstöpfe einiges getan, damit die ehrenamtlichen Mitarbeiter in Feuerwehren unterstützt werden.“ In einigen Orten sei es so, dass die Gemeinden den Mitgliedern je nach Zugehörigkeitsdauer zu einer Wehr eine Jubiläumszahlung zukommen ließen oder auch Zuschüsse zu privaten Führerscheinen geben würden. Plath weiter: „In anderen Gemeinden gibt es Gutscheine für Kino, Schwimmbad oder Fitnessstudio.“ All dies sei symbolisch zu sehen.

Peter Mantik

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