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Ostholstein Große Sprünge großer Reiter
Lokales Ostholstein Große Sprünge großer Reiter
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21:16 28.08.2013
Auf Großbildleinwand in Eutin: Axel Holst, einer der großen Reiter der 1920er-Jahre, der angeblich mit den aberwitzigsten Pferden fertig werden konnte. Dressur hielt er bei Springpferden für übertrieben. Quelle: Foto: Peyronnet

Lob, Ehr‘ und Preis und Rückblicke auf große Ritte: Der Ostholsteinische Reiterverein Malente-Eutin (ORV) feierte sein 100-jähriges Bestehen mit einer Veranstaltung unter dem Titel „Ritte des Jahrhunderts“ in den Eutiner Schlossterrassen. Bevor es aber losging mit atemberaubenden Bildern von halsbrecherischen Ritten gratulierte Innenminister Andreas Breitner (SPD) zum Geburtstag — mit „Flachgeschenk“ (250 Euro für die Jugendarbeit), Urkunden und flotten Sprüchen.

„Laien und Ehrenamtler bauten die ,Arche Noah‘, Profis die ,Titanic‘“, witzelte der Minister und unterstrich damit seine Hochachtung für das Ehrenamt im Verein. Er überreichte dem ORV die Urkunde und Plakette des Bundespräsidenten und die Urkunde des Ministerpräsidenten. Breitner verwies darauf, dass Schleswig-Holstein das Pferdeland sei und mit 33 Pferden pro 100 Einwohner die höchste Pferdedichte in Deutschland aufweise.

Dann ging es aber wirklich los mit den Reitern und den Pferden. Auf einer großen Leinwand wurden Filme und Fotos aus 100 Jahren Turnierreiterei gezeigt. Kühne Ritte, schlimme Stürze, große Momente.

Lacher erntete ein Filmstück vom olympischen Voltigieren 1920 in Antwerpen, wo die Sportler Pferdsprünge wie heute beim Turnen zeigten. Allerdings flogen sie über echte Pferde und gleich über mehrere, die Seite an Seite aufgestellt waren.

Echte Reiter gab‘s auch. Christoph Hess, Pferdesport-Experte der Deutschen Reiterlichen Vereinigung, interviewte Meister aller Klassen bis hin zu erfolgreichen Olympioniken. Etwa Karl (Kalle) Schultz (75) aus Böbs, Silber- und Bronzemedaillengewinner der Military in München (1972) und Montreal (1976). Auf norddeutsch-trockene Art berichtete er von seinen Olympiaritten auf seinem Pferd „Madrigal“. Etwa über die Dressur in Montreal: „Der schlief noch, der stand wie ein Denkmal. Als ich die Zügel aufnahm, sagte er: ,Oh, ist heute Dressur?‘“

Ahrensbök — Böbs ist ein Teil davon — ist offenbar ein gutes Pflaster für Reiter. Achaz von Buchwaldt, mehrfacher Sieger im Hamburger Derby, berichtete, er habe dort eines seiner ersten Turniere geritten — und Kalle Schultz sehr bewundert. „Besonders, dass er so gut Dressur ritt.“ Für Marie Kraack, die mehrfache Europameisterin in der Vielseitigkeit der Junioren und Jungen Reiter, gab dagegen Süsel mit seinem Reiterpark die Initialzündung zur Military, gab sie Hess Auskunft. Voltigier-Ikone Nicola Ströh bewies ihr Können, als sie ohne Pferd, aber auf Händen die Bühne überquerte.

Und Achaz von Buchwaldt entdeckte beim Film von seinem Derbyritt sogar noch etwas Neues: „Ich habe gerade erst gesehen, dass ich zweimal ganz viel Glück gehabt habe.“

Susanne Peyronnet

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