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Ostholstein Großenbrode: Weiteres Ferienhausgebiet geplant
Lokales Ostholstein Großenbrode: Weiteres Ferienhausgebiet geplant
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20:27 20.04.2016
„Mit der Strandnähe und umgeben von Bäumen ist das Bauland ein Sahnestück.“ Torsten Beims, Stadtplaner

Die 133 Ferienhäuser im Bereich der Strandstraße stehen noch gar nicht, da wird in Großenbrode bereits an Plänen für weitere Ferienhäuser rückwärtig der ehemaligen Kasernenbebauung „Am Kai“ getüftelt. Das rund zwei Hektar große Areal bezeichnete Stadtplaner Torsten Beims als „Sahnestück“.

„Die Landesbauordnung kann sich ändern. Wir müssen unseren Einfluss sichern.“ Jens Reise, Bürgermeister

Nicht nur die nahe Lage zum Strand, sondern auch der Einschluss durch hohe Bäume zur Straße „Am Kai“ und der rückwärtige Wald würden dieses Bauland für Investoren reizvoll machen, ist sich Beims sicher. Die Grundstücksgrößen werde zwischen 400 und 1500 Quadratmetern liegen. Erschlossen werden soll der Bereich durch eine ellipsenförmige Straße. Für einen Grundstücksstreifen zwischen Bäumen und der Straße Am Kai sieht der Plan eine Nutzung für gewerblichen Tourismus vor.

Nicht alle Gemeindevertreter waren von dem Vorhaben überzeugt. „Wir haben bereits jetzt 1000 zusätzliche Betten in Planung und müssen aufpassen, dass wir Großenbrode nicht mit Ferienhäusern zupflastern“, äußerte sich Klaus Jäcker (FDP) kritisch. Dem hielten Bürgermeister Jens Reise und Peer Knöfler (beide CDU) entgegen, dass die Gemeinde mit ihrer Entscheidung für F- und B-Plan lediglich „Bestandsschutz“ betreibe. „Die Landesbauordnung kann sich schon sehr bald ändern und dann jegliche Pläne der Gemeinde in diesem Gebiet zunichte machen“, warnte Knöfler.

B- und F-Plan für diesen Bereich sehen auch noch weitere Veränderungen vor. So sollen einem der beiden Hafenbetreiber durch die Ausweitung der Wasserfläche die Möglichkeit zur Schaffung weiterer Bootsliegeplätze gegeben werden. Das Anliegen, im Hafenbereich auch die Fläche zur Nutzung von Ferienwohnungen zu erweitern, wurde dagegen abschlägig beschieden. Genehmigt wurde dagegen das Vorhaben für eine Dünengolf-Anlage auf dem ehemaligen Sportgelände der Kaserne.

Weit auseinander gingen die Ansichten beim Thema Breitbandversorgung. Die Telekom habe kurzfristig in Aussicht gestellt, die Gemeinde mit der sogenannten Vectoring-Technik zu versorgen, informierte Jens Reise. Der Ortsteil Lütjenbrode könne relativ schnell sogar mit Glasfasertechnik versorgt werden, jedoch müsse die Gemeinde dafür die Infrastruktur in Form von Leerleitungen schaffen. Dem wiederum stünden rechtliche Hürden entgegen, da die Gemeinde keinen gewerblichen Anbieter unterstützen dürfe. Klaus Reise (BfG) regte deshalb an, die Bürger in diesem Ortsteil eine eigene Gemeinschaft gründen zu lassen und damit den Ausbau zu finanzieren.

Peer Knöfler warnte indes davor, bestimmte Ortsbereiche bei der Versorgung auszuklammern. Der Weg von den Versorgungskästen zum Südstrand zum Beispiel sei lang. Knöfler: „Da kommt dann nicht mehr allzu viel an. Alles was unterhalb der Leistung von Glasfaser ist, ist nicht zukunftsfähig.“

Letztendlich verständigte man sich darauf, die Telekom zunächst ein Angebot über die Verbesserung der Anschlussmöglichkeiten im gesamten Gemeindegebiet machen zu lassen. Bis dahin wird die Entscheidung über einen Beitritt zur geplanten Internet-Sparte des Zweckverbandes Ostholstein zurückgestellt.

Von Thomas Klatt

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