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Ostholstein Großenbrode, das gallische Dorf in der Tourismus-Landschaft
Lokales Ostholstein Großenbrode, das gallische Dorf in der Tourismus-Landschaft
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21:24 02.07.2013
Von Peter Mantik
Löcher stopfen statt Visionen entwickeln: Sandra Hamer, seit zwölf Jahren Leiterin der Kurverwaltung, arbeitet 60 Stunden die Woche. Quelle: Foto: Mantik

Der endlos lange Sandstrand wird von der Sonne angestrahlt, wirkt noch weißer, als er ohnehin schon ist. „Der wunderschöne Strand ist unser großes touristisches Pfund“, erklärt Sandra Hamer, Leiterin der Kurverwaltung in Großenbrode. Die 36-Jährige grüßt den Bonbon-Händler an der Promenade, lächelt und lässt sich auch angesichts der überschaubaren Urlauberschaft nicht die gute Laune verderben.

Es sind stürmische Zeiten am Sund, touristisch gesehen. Denn Großenbrode stellt so etwas wie das gallische Dorf im Wettstreit um die Gästegunst dar, ist der einzige Wettbewerber an der Küste ohne Anschluss an die Lokale Tourismusorganisation (LTO). Hamers Woche hat 60 Stunden, dabei heißt es all zu oft Löcher stopfen, Mädchen für alles sein und Visionen auf später vertagen. Geht es nach Bürgermeister Jens Reise (CDU), wird sich dies bis Ende des Jahres ändern. „Wir wollen die Gründung unserer Tourismus Service und Grundstücksgesellschaft Großenbrode GmbH bis zum 31. Dezember unter Dach und Fach bringen.“ Geschäftsführer soll der augenblickliche Werksleiter der Kurverwaltung, Jochen Gemeinhardt, werden. Reise: „Er und Frau Hamer sollen die touristische Entwicklung planen und umsetzen.“

Infrastrukturelle Großinvestitionen liegen ohnehin bis Ende 2014 auf Eis. Denn Hamer und Reise wissen: Ohne LTO-Angliederung gibt es vom Land kein Fördergeld. Reise: „Das Geld bis Ende 2014 ist vergeben. Unser Ziel muss es sein, 2015 mit dabei zu sein.“

Die Umgestaltung der Promenade, mittlerweile ein Langzeitprojekt, soll dann final angegangen werden. Bis es so weit ist, wolle man sich neu ausrichten, Aufgaben umverteilen und inhaltlich Perspektiven erarbeiten. Was die Gegenwart angeht, so heißt es: Augen zu und durch. „Die Buchungslage ist ab Ende Juli hervorragend, doch das kühle Wetter und der viele Regen der vergangenen Wochen hat viele davon abgehalten, bei uns Urlaub zu machen“, berichtet Hamer.

Sie ist in diesen Monaten so etwas wie die Frau für alle Fälle. Ob Veranstaltungen, Werbung, Zimmervermittlung, Infrastruktur, DLRG-Zertifizierung, „alles landet auf meinem Schreibtisch“. Ihre Bürozeiten sind von 7 bis 17 Uhr, obendrauf kommen Wochenendveranstaltungen, Gästebegrüßungen am Dienstagabend und und und. „Ich habe in all den Jahren vieles angeschoben wie das Spielschiff, Badeinseln, Animation, Bernsteinsammeln, aber für solche Dinge fehlt immer mehr die Zeit und die finanziellen Möglichkeiten.“

Mit der GmbH soll es besser werden. Und Reise betont: „Das ist Schritt eins, der zweite ist es, einer LTO beizutreten.“ Mögliche Partner seien Heiligenhafen, das Ostseeferienland oder sogar Scharbeutz. Hamer glaubt: „Wir als Familienbad passen gut zu Heiligenhafen, beide Standorte ergänzen sich, speziell bei der neuen Ausrichtung der Warderstadt.“ Und verstecken müsse man sich dann halt doch nicht. 200 000 Übernachtungen im Vorjahr waren für Großenbrode Bestwert. Trotz LTO-Handicap.

Peter Mantik

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