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Großenbrodes Hoffnungen liegen am Fehmarnsund

Großenbrode Großenbrodes Hoffnungen liegen am Fehmarnsund

Jens Reise war zur IHK-Bustour zum Thema Hinterlandanbindung der Bahn geladen. Er betonte die Nöte seiner Tourismus-Gemeinde bei der favorisierten Trassen-Variante.

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Bürgermeister Jens Reise (CDU) deutet vor der Sundbrücke auf die Trassenvarianten der Bahn.

Quelle: Foto: Peter Mantik

Großenbrode. „Als Vertreter der am stärksten betroffenen Gemeinde möchte auch ich abschließend noch ein paar Worte an Sie richten.“ Jens Reise (CDU), Bürgermeister der Gemeinde Großenbrode, war während der von der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Lübeck initiierten Bus-Tour zum Thema Hinterlandanbindung der festen Fehmarnbeltquerung fast vergessen worden. Zuvor hatten vor allem die Bürgermeister aus dem Südkreis die Abkehr der Bahn von der von ihnen befürworteten „2+1-Variante“ diskutiert. Doch dann wurde auch Nordlicht Reise gehört.

„Die von der Bahn favorisierte Trasse würde die Gemeinde in zwei Hälften teilen. Das wäre angesichts von täglich zehn Stunden Schrankenschließungszeit der touristische Dolchstoß.“ Seitdem aber die Prüfung der Fehmarnsundbrücke ergeben habe, dass eine zweite Sundquerung unumgänglich sei für den Gütertransport, seien seiner Meinung nach völlig neue Voraussetzungen geschaffen. Reise: „Daher plädiere ich für ein Aussetzen des Raumordnungsverfahrens, um die Sundbrücke mit ins Verfahren aufzunehmen.“ Die Suche nach der verträglichsten Variante sei laut Reise aus Sicht der Gemeinde Großenbrode noch nicht abgeschlossen.

Horst Weppler, der ROV-Experte des Kreises Ostholstein, sagt zur Großenbroder Sichtweise: „Die Bahn hat es ja bisher abgelehnt, das ROV bis zur Fehmarnsundbrücke auszudehnen. Es hat sich ja auch mit dem Brückengutachten nichts verändert. Zwischen Großenbrode und der Brücke ist ausreichend Raum, um 20 Meter nach links oder 20 Meter nach rechts zu schwenken.“ Reise kann und will an dieser Stelle nicht locker lassen, kämpft für den Tourismus-Standort am Sund, sagt: „Ich hätte gern den Bahn-Projektleiter Bernd Homfeldt die Sichtweise der Gemeinde erläutert und ihn zu einem persönlichen Besuch eingeladen. Denn bisher war er ja noch nicht in Großenbrode, was wir sehr bedauern.“ So sei Großenbrode bisher für die Bahn nur ein Dorf auf der Karte. Reise kündigt aber an: „Wir werden Herrn Homfeldt umgehend einladen. Womöglich ist er ja sogar bereit, vor den Bürgern im Haus des Gastes die Sicht der Bahn zu erläutern.“

Auch Oldenburgs Bürgermeister Martin Voigt (parteilos) bedauerte als weiterer Nordvertreter, dass die Bahn nicht im Bus vertreten war. Er sagt: „Es wäre ein positives Signal gewesen und die Möglichkeit für die Bahn, sich zu den Kernthemen und Sorgen zu äußern.“ Gleichwohl seien neue Blickwinkel und mehr Verständnis untereinander durch diese Tour geschaffen worden. Voigt: „Unsere massive Betroffenheit zu diesem Thema wurde nochmals verstärkt in den Fokus gerückt.“

Und was sagt die Deutsche Bahn? Deren Sprecher Egbert Meyer-Lovis erläutert: „Herr Homfeldt ist dienstlich verhindert. Aber er würde künftig sicher gern nach Großenbrode kommen.“ Was die Anregung Reises angeht, sagt Meyer-Lovis weiter: „Generell befassen wir uns mit dem Thema Brücke losgelöst vom Raumordnungsverfahren.“



Serie

Schienen-

Anbindung

„Ich wünsche mir ein Aus- setzen des ROV, um die Sund- querung mit in das Verfahren aufzunehmen.“
Bürgermeister Jens Reise

Peter Mantik

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