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Großer Bruterfolg auf dem Graswarder

Heiligenhafen Großer Bruterfolg auf dem Graswarder

Eingezäunte Kolonie mit Sturmmöwen erzielt Nachwuchs wie seit den 90er Jahren nicht mehr – Räuber wie Fuchs, Marder und Igel haben keinen Zugriff – Enormer ehrenamtlicher Aufwand.

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Herrliche Luftaufnahme des Heiligenhafener Graswarders aus diesem Sommer.

Quelle: Sabina Jäckel-Engler (hfr)

Heiligenhafen. Nachts versammeln sich bis zu 1500 Vögel, die meisten davon Sturmmöwen, auf einer knapp ein Hektar großen Fläche des Naturschutzgebiets Graswarder. Dies ist das Resultat einer beachtlichen, ehrenamtlichen Aktion, die im Frühling vollzogen wurde.

LN-Bild

Eingezäunte Kolonie mit Sturmmöwen erzielt Nachwuchs wie seit den 90er Jahren nicht mehr – Räuber wie Fuchs, Marder und Igel haben keinen Zugriff – Enormer ehrenamtlicher Aufwand.

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„Die Tiere können dort sicher die Nacht überstehen“, erläutert Nabu-Chef Klaus Dürkop. Mister Graswarder benennt die Gründe: „Wir haben nicht nur einen Elektrozaun installiert, sondern aufgrund unserer Erfahrungen aus dem Vorjahr auch noch eine Plastikfolie um die Fläche am Zaun befestigt.“ Durch diese Maßnahme, die etwa 85 ehrenamtliche Stunden Arbeitskraft verschlungen hat, werden die Jäger, Dürkop nennt sie Predatoren, ausgeschlossen. Gemeint sind Fuchs, Marder und Igel. „Wir haben erst letztes Jahr mit Hilfe von Wärmebildkameras erkannt, wie flächendeckend der Igel die Bodenbrüter ausgeraubt hat“, erzählt Dürkop. Das Resultat sei beeindruckend, der Bruterfolg so groß wie seit den 90er Jahren nicht mehr. Dürkop skizziert: „Von 250 Sturmmöwen-Paaren haben 221 erfolgreich gebrütet und im Schnitt 1,8 Jungvögel großgezogen.“

Nachts würden auch andere Vögel auf dieser Fläche die Sicherheit suchen. Das sei dann eine weiße Ebene aus Flügeln. „Wir haben mehrfach gesichtet, wie Predatoren um die Kolonie herumgestreunt sind.“

Igel hätten sogar die Plastikfolie durchgebissen. Dürkop: „Die mussten wir reparieren und verstärken.“ Viele der Igel, die momentan zwischen den Häusern auf dem Graswarder leben, seien auf den Graswarder gesiedelt, als das Wäldchen an der Seebrücke, wo jetzt Marina Strand Resort und Hotels stehen, gerodet wurden.

Die Untere Naturschutz Behörde (UNB) des Kreises Ostholstein wie auch das Land unterstützen den Nabu im Bestreben, eine weit größere Fläche einzuzäunen. Hierfür fließen EU-Fördergelder. „Wir umzäunen vom westlichen Bereich am Wäldchen und Yachthafen bis zum Graswarderweg, von dort bis zum Turm und von dort in Richtung Wasser“, beschreibt Dürkop den Umfang des Vorhabens, das im Winter bis zur Brutzeit im März 2017 fertiggestellt werden soll. Zusätzliche Unterstützung haben die Jäger zugesagt. Sie werden den Fuchs- und Marderbestand reduzieren. Hierfür liegt vom Land eine Ausnahmegenehmigung vor. Füchse würden nachts 15 Kilometer zurücklegen und sogar schwimmen, um an Beute zu kommen.

Demnächst wird auch hochrangiger Besuch der SPD auf Landesebene auf dem Graswarder erwartet. Dann wollen Dürkop und Mitstreiter die Politik dafür sensibilisieren, mit welchen Problemen sie zu kämpfen haben. Die Politik in Heiligenhafen hat sich bezüglich des Nabu Graswarder in der Vergangenheit zurückhaltend verhalten, Naturschutz stand seit Jahren nicht mehr auf der Tagesordnung, trotz der Grünen.

Dürkop: „Unser Bruterfolg ist landesweit an der Küste einzigartig. Nirgendwo sonst können die Bodenbrüter in Ruhe ihre Jungvögel großziehen.“ Deshalb seien diese Maßnahmen von großer Bedeutung. Für die ehrenamtlichen Helfer heißt dies aber auch für die kommenden Jahre, weiter wachsam zu bleiben, damit die Vögel in Ruhe und Sicherheit brüten können.

Peter Mantik

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