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Ostholstein Die Eule-Orgel für St. Johannis ist da
Lokales Ostholstein Die Eule-Orgel für St. Johannis ist da
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18:40 08.10.2018
Lkw-Fahrer Roland Horbank (50) fuhr mit zwei Pausen die ganze Nacht durch von Bautzen nach Oldenburg. Quelle: LOUIS GÄBLER
Oldenburg

Lkw-Fahrer Roland Horbank (52) musste am Montag früh raus: Um 2 Uhr in der Nacht machte er sich mit seinem 40-Tonner auf den langen Weg von Bautzen in Sachsen nach Schleswig-Holstein. 578 Kilometer – immer vier Stunden fahren, dann eineinhalb Stunden Zwangspause, so sind die Vorschriften für Trucker. Zwölf Stunden später erreichte er am frühen Nachmittag sein Ziel erreichte: die Kirche St. Johannis in Oldenburg. „Alles ist gut gelaufen“, meinte er.

Großer Tag für die St.-Johannis-Kirche: 40-Tonner-Lkw aus Bautzen liefert die neue Eule-Orgel.

Ein gutes Dutzend Oldenburger Bürger stand schon bereit, um gleich tatkräftig mit anzupacken: Helmut Schwarze und Dr. Rolf Olderog vom Orgelbauverein waren dabei, von der Kirche Pastor Ulf Teichmann, Kirchenmusiker Matthias Voget und seine Frau Annemarie samt Kindern, außerdem jede Menge Oldenburger Bürger. Vorweg marschierten und organisierten aber die Mitarbeiter der Orgelbau-Firma das wuselige Geschehen am Kirchhof-Eingang.

Diverse technische Probleme

Da der Terminplan wegen Urlaubszeiten und diverser technischer Probleme aufgrund der sommerlichen Gluthitze bereits durcheinander gewürfelt war, wollte auch Firmenchef Dirk Eule nicht fehlen: „Es ist, als wenn ein Kind das Elternhaus verlässt“, beschrieb er die Orgel-Anlieferung. Nach 19 Monaten Bauzeit war sie jetzt endlich fertig – in Tausenden Einzelteilen: allein 1900 Orgelpfeifen, diverse Gehäuseteile, lackierte Rahmen, üppige Gebläsekästen und schwere Windkanäle. Alles galt es abzuladen und ins Kirchenschiff zu bringen. Dort warten die Teile jetzt darauf, zur „Königin der Musikinstrumente“ zusammengebaut zu werden.

Wie anders war es doch bei der Vorgängerin, der alten Marcussen-Orgel. Sie war 1864 per Schiff nach Heiligenhafen geliefert worden. Von dort ging es mit Pferdefuhrwerken auf dem Landweg nach Oldenburg. 154 Jahre später ist zumindest die Anlieferung an einem Tag erledigt.

Vorbereitungszeit dauerte Jahre

Doch die Vorbereitungszeit dauerte dafür Jahre: Die Kirche musste dem Kauf zustimmen und steuerte 400 000 Euro bei, der Orgelbauverein unterstützte das Projekt mit unzähligen Aktionen und gab 100 000 Euro. Am 23. Februar 2017 konnte der Kaufvertrag unterzeichnet werden. 19 Monate später beginnt jetzt der Aufbau. Am Montagabend ging es bereits los. Dirk Eule: „Wir fangen mit dem Bodenrahmen an, bauen das Gebläse ein, arbeiten uns von hinten nach vorne durch.“ Eine Arbeit von Wochen, und dann muss auch der Fachmann zum Stimmen noch ran. Die Zeit eilt also, denn der Einweihungstermin (2. Dezember) soll auf jeden Fall gehalten werden.

Für Lkw-Fahrer Roland Horbank geht es am Dienstag bereits auf die Rücktour. Unterwegs muss er aber noch mal neue Fracht laden: Wellbleche für Sachsen.

Louis Gäbler

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