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Ostholstein Großer Zulauf: Grömitzer JUZ wird umgestaltet
Lokales Ostholstein Großer Zulauf: Grömitzer JUZ wird umgestaltet
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18:15 24.12.2015
Daniel (16), Nusret (19) und Frank (v. l., 25) schaffen Platz: Die Computerecke wird verkleinert, stattdessen soll es WLAN geben. Quelle: Irene Burow

. Die Vollversammlung des Hauses hat es entschieden: Die Räume des Grömitzer Jugendzentrums (JUZ) werden umgestaltet. Vor Weihnachten hat die Umwandlung bereits begonnen — der Computerraum soll zu einer Art Café werden, das Mädchenzimmer wird aufgelöst und der kleine Gruppenraum zum Spieleraum umfunktioniert — mit Billardtisch, Tischkicker, Air-Hockey und einer Vielzahl an Gesellschaftsspielen.

Grund für die Veränderungen ist nicht nur eine jugendliche Mehrheit, sondern insbesondere auch eine steigende Anzahl junger Menschen, die das Jugendzentrum in der Gildestraße regelmäßig besuchen. Aus einer Handvoll vor den Sommerferien sind es bis zu 30 geworden. „Im vergangenen Jahr ist das Haus noch relativ leer gewesen“, erklärt Pädagogin Elif Basarin. „Vor den Ferien haben wir verstärkt Werbung in den Schulen gemacht, seitdem kommen ganz viele Fünftklässler.“ Die Altersgruppen haben sich insgesamt verändert. „Es war ein Jahr des Umbruchs“, sagt sie. „Viele Ältere zwischen 16 und 18 Jahren sind weggebrochen, weil sie eine Ausbildung machen, eine weiterführende Schule besuchen oder sich die Interessen verschoben haben.“ Stattdessen sind die meisten Besucher nun zehn bis zwölf Jahre alt, dicht gefolgt von den 14- bis 16-Jährigen. In der Bastelgruppe an jedem Mittwoch nehmen zum Beispiel bis zu zehn kreative Köpfe teil. Auch für Asylbewerber sei das Zentrum es eine wichtige Anlaufstelle geworden. Ältere schauen regelmäßig herein, sagen „Moin“ und lernen nicht nur neue Wörter: So hat die einheimische Jugend einigen Männern im Schwimmbad das Tauchen beigebracht. „Es ist oft sehr lustig, die Fortschritte zu beobachten“, sagt Elif Basarin.

Die größte Veränderung wird es im JUZ wohl im großen Gruppenraum geben: Dort entsteht eine Disko. Die Fenster sollen verdunkelt, eine Musik- und Lichtanlage installiert werden. „Dann ist jeden Tag Disko“, schmunzelt Basarin über das neue Raumkonzept. Gewünscht ist zudem ein WLAN-Hotspot, die Computer werden nicht mehr in der vorhandenen Menge benutzt, weil fast jeder auf mobile Technik zugreift. „Nichts ist hier in Stein gemeißelt, vielleicht sieht im Haus in fünf Jahren wieder alles anders aus“, sagt sie.

Und für eine weitere Neuerung hat die Mehrheit gestimmt: Im kommenden Jahr soll das Haus auch am Wochenende öffnen, und zwar alle zwei Wochen und unter der Aufsicht der Jugendgruppenleiter — also der Jugend selbst. „Wie das genau aussehen wird, erarbeiten wir noch“, sagt die 39-Jährige. Geplant sei auch ein Tanz- und Schwimmkursus in den Osterferien. Bis es soweit ist, kommen bis ins neue Jahr hinein Handwerker und Maler, um teilweise zu renovieren.

Beim Plätzchenbacken haben die Heranwachsenden des JUZ auch einen Blick auf das vergangene Jahr gerichtet. Neben dem regelmäßigen Programm im Jugendzentrum waren eindeutige Höhepunkte der Besuch eines Bundesligaspiels im Volksparkstadion Hamburg sowie das sogenannte Jumphouse in der Hansestadt — wo Ballsport auf Trampolinen gespielt werden kann — und der Jugendstammtisch, der sich etabliert hat. „Wir haben in diesem Jahr gemerkt, dass unsere Meinung in der Gemeinde gehört wird“, sagt der Vorsitzende Tim Muchow, der als Vertreter in der AG Dünenpark mitmischt. „Das ist für die Jugend ein Riesenschritt, sich eine Meinung zu bilden und sich politisch aufzustellen“, lobt Basarin. Das Haus freut sich dennoch über neue Gesichter.

Irene Burow

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