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Ostholstein Großes Lob für Integrationsarbeit
Lokales Ostholstein Großes Lob für Integrationsarbeit
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21:21 17.02.2016
Jasper Wiezorek (Mitte) möchte sich sozial engagieren. Seine Ansprechpartner sind Fred Schröder (l.) und Patrick Bohle. Quelle: Christina Düvell-Veen

Die Ratekauer Kommunalpolitiker hörten aufmerksam zu. Während der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Kinder, Jugend, Schule und Sport gab es beim Tagesordnungspunkt „Integration von Flüchtlingen und Asylbewerbern“ Anschauungsunterricht pur. Die beiden Kinder- und Jugendberater Patrick Bohle und Fred Schröder gaben Einblicke in den Teil ihrer beruflichen Tätigkeit, der sich mit der Integration von Männern, Frauen, Kindern und Jugendlichen beschäftigt. Mal amüsiert, mal betroffen lauschten die Ausschussmitglieder, Verwaltungsmitarbeiter und das Publikum. Am Ende ihrer Beiträge ernteten Schröder und Bohle viel Lob und Anerkennung über alle Parteigrenzen hinweg.

„Wer von Ihnen Zeit hat, sollte mal nach Pansdorf in den Jugendtreff kommen“, sagte Schröder und berichtete von mehreren Flüchtlingsfamilien, die sich dort — auch unterstützt vom Jugendrotkreuz — regelmäßig treffen. Nicht selten seien etwa 30 Menschen versammelt. Bei den Sportangeboten gebe es allerdings ein kleines Problem: „Uns fehlen Sportschuhe“, so Schröder. Besonders fasziniere ihn, dass beispielsweise eine kurdische Familie für alle anderen Besucher koche oder dass Deutsche und Asylbewerber gemeinsam einen Zumba-Kursus besuchen. Der Jugendtreff in Pansdorf ist täglich ab 13 Uhr geöffnet. Immer kurz vor 18 Uhr verabschieden sich die Gäste aber. Schröder erklärte: „Sie gehen dann immer zum Beten nach Hause.“

Patrick Bohle ließ am Ausschuss-Abend seinen Arbeitstag Revue passieren. Morgens hatte er einen jungen Asylbewerber zum Jobcenter nach Timmendorfer Strand und zur Sparkasse begleitet, war dort noch Ansprechpartner für andere Ratsuchende. Mit den Flüchtlingen kommuniziert er manchmal auf Englisch, hauptsächlich aber „über Hände und Füße“. Nachmittags war Bohle in einer Wohnung zu Besuch, in der sieben männliche Flüchtlinge leben. Sie hatten unterschiedliche Auffassungen über dringend notwendige Hausarbeiten. Diesen Streit habe er durch die Aufstellung eines Putzplanes gelöst, berichtete Bohle. Danach erzählte er von einer Beobachtung, die ihn emotional sehr stark berührte: Mehrere Mädchen spielten im Freien, als mittags ein Düsenjet über Pansdorf flog. Die Drei- bis Vierjährigen fingen an zu schreien und liefen ins Haus.

Ein Zuhörer der Ausschuss-Sitzung war Jasper Wiezorek (17) aus Ahrensbök. Er besucht die César-Klein-Schule und erkundigte sich: „Gibt es in der Gemeinde Ratekau eine Anlaufstelle für alle die, die sich sozial engagieren möchten?“ Bei Patrick Bohle und Fred Schröder war er genau an der richtigen Adresse, denn bei ihnen sind Freiwillige stets willkommen.

Christina Düvell-Veen

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