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Ostholstein Noch ein Großfeuer: Silos brennen nieder
Lokales Ostholstein Noch ein Großfeuer: Silos brennen nieder
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12:10 08.11.2018
Großbrand in Christianstal. Quelle: Arne Jappe
Göhl

Das Feuer war in der Nacht zum Sonntag gegen 1.20 Uhr gemeldet worden. Eine genaue Adresse brauchten die Einsatzkräfte der Feuerwehren Göhl, Plügge und Oldenburg nicht. Schon mehrere Kilometer weit war der Feuerschein zu sehen. Der Rettungsdienst war als erstes an der Einsatzstelle. „Als wir eintrafen, schossen schon Flammen aus dem Dach“, sagte ein Mitarbeiter des DRK. Nur kurze Zeit später trafen die ersten Kräfte der Feuerwehr ein. Da stand die Trocknungsanlage samt Silos schon im Vollbrand. Sofort legten die Feuerwehrmänner die Schlauchleitungen über einen Kilometer an die Straße nach Plügge.

Zunächst konnten die Einsatzkräfte noch auf die vollen Wassertanks der Löschfahrzeuge zurückgreifen, doch die Reserven waren schnell aufgebraucht. Hilflos mussten die Retter mit ansehen, wie das Feuer in Richtung der direkt angrenzenden Scheune zog. Immer wieder krachten Balken und lösten den ohnehin immensen Funkenflug nochmal neu und intensiver aus.

Im Ortsteil Christianstal der Gemeinde Göhl kam es in der Nacht zum Sonntag zu einem verheerenden Großfeuer.

Überall versuchten die Kräfte, an Wasser zu kommen. Doch Teiche mussten erst einmal in der Dunkelheit gefunden werden. Feuerwehrmänner schnappten sich einen Gartenschlauch, um die Drehleiter zu kühlen, die – als kein Wasser mehr kam – der Hitze des Feuers schutzlos ausgesetzt war. Schnell war klar, dass die Einsatzkräfte nicht ausreichten. So ließ Einsatzleiter André Hasselmann weitere Wehren aus Heiligenhafen, Fargemiel, Heringsdorf, Neukirchen und Großenbrode alarmieren. Mit ihrer Hilfe gelang es schließlich, eine stabile Wasserversorgung aufzubauen. In letzterMinute konnten die Einsatzkräfte ein Übergreifen der Flammen auf die Scheune verhindern.

„Das war eine knappe Geschichte“, sagte Feuerwehrsprecher Hartmut Junge. „Wir hatten schon die 5. Feuerwehrbereitschaft und die Bundesfeuerwehr aus Putlos alarmieren lassen.“ Die Feuerwehrbereitschaft konnte dann jedoch ihren Einsatz abbrechen, da die Wasserversorgung mittlerweile gewährleistet werden konnte. Über die zwei Drehleitern aus Oldenburg und Heiligenhafen wurde das Feuer bekämpft. Außerdem mithilfe der vielen Einsatzkräfte unter Atemschutz.

Günter Käßmann musste das alles mit ansehen. Fassungslos blickte der Hofbesitzer in die Flammen. „Als wir auf den Hof gefahren kamen, sahen wir Rauch bei den Silos“, berichtete er von den Schreckensminuten. Die Getreidesilos seien bis oben hin voll mit Weizen gewesen. „Alles für die Katz. Die ganze Arbeit umsonst.“ Die Anlage sei erst vor Kurzem für die neuen, großen Traktoren umgebaut worden. Und die Ernte sei durch den Hitzesommer sowieso schon spärlich ausgefallen. Nun liegt alles in Schutt und Asche.

Die Feuerwehren mussten nach dem Großfeuer sehen, wie sie am einfachsten an die Glutnester kamen. Die technische Einsatzleitung des Kreises Ostholstein zeichnete dazu auf Flipcharts eine Skizze der Einsatzstellen, die Fachberater besprachen das weitere Vorgehen. Mithilfe eines Baggers versuchten die Kräfte, an die Brandnester zu kommen, und löschten diese bis in die Morgenstunden. Die Feuerwehren wurden bei dem schweißtreibenden Einsatz von der DRK-Bereitschaft mit Getränken und Essen versorgt. Der Rettungsdienst musste einen Feuerwehrmann wegen Kreislaufproblemen behandeln. Der kriminaltechnische Dienst nahm noch in der Brandnacht die Ermittlungen auf.

Die örtliche Feuerwehr Göhl meldete gegen 9.30 Uhr am Sonntagmorgen „Feuer aus“. Zur Sicherheit wurde die lange Schlauchleitung aber noch liegen gelassen. Gegen 17 Uhr verständigte Günter Käßmann noch einmal die Feuerwehr. „Es gab wieder eine kleine Rauchentwicklung aus der Brandruine“, erklärte Tino Rademann von der Feuerwehr Göhl. Die Einsatzkräfte kontrollieren noch einmal die Brandruine, konnten aber Entwarnung geben. Gegen 19.30 Uhr war dann auch der letzte Schlauch wieder eingerollt und der Einsatz beendet.

Von Arne Jappe 

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