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Ostholstein Großfeuer zerstört Fahrzeughalle
Lokales Ostholstein Großfeuer zerstört Fahrzeughalle
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08:03 11.01.2018
Immer wieder hörte man Detonationen aus dem Gebäude. Quelle: arj
Süsel/Bujendorf

Stille liegt am Mittwochvormittag über dem Gelände der „Küstenwerkstatt“ an der Hohen Wehde gegenüber dem Bujendorfer Sportplatz – ein nahezu unwirklicher Kontrast zum intensiven Einsatzgeschehen, das erst vor wenigen Stunden beendet worden ist. Unübersehbar aber ist die Zerstörung, die das Großfeuer im Osten der Gemeinde Süsel angerichtet hat. Die Scheiben der Hallen sind zerborsten, überall liegen Scherben, hinter verbogenen Rolltoren stehen verkohlte Lkw und Transporter, ein Gabelstapler und ein Unimog, von denen teilweise noch das Löschwasser tropft. Kohlschwarz sind auch zahlreiche Maschinen und Werkzeuge in den Hallen, auf einem Haufen liegen schwarzfleckige Arbeitsoveralls, und in der Luft hängt übler Qualmgestank.

„Die große Gefahr ging von den im Gebäude gelagerten Gasflaschen aus“ erklärt Einsatzleiter Rolf Müller von der Feuerwehr.

Um 4.10 Uhr morgens sind Feuerwehr und Polizei alarmiert worden. Kurz danach steht ein Teil der hinteren großen Halle „im Vollbrand“, so die Mitteilung der Polizei. Gigantische Flammen schlagen über der Werkstatt für Nutzfahrzeuge in die Höhe. Aus dem Gebäude sind mehrfach Detonationen zu hören. „Das waren die großen Reifen“, berichtet der Einsatzleiter Rolf Müller, Gemeindewehrführer von Süsel.

Klicken Sie hier, um weitere Eindrücke von dem Brand in der "Küstenwerkstatt" in Bujendorf zu sehen.

Eine weitere Gefahr stellen in der Werkstatt gelagerte Gasflaschen sowie Flüssigkeiten wie Hydraulik-Öl dar. Vor Ort bekämpfen die Angehörigen von zehn Wehren den Brand: Angerückt sind sie mit 15 Einsatzwagen, darunter zwei Drehleitern, zeitweise mehr als 100 Feuerwehrleute aus Bujendorf, Eutin, Gömnitz, Griebel-Vinzier, Groß Meinsdorf, Neustadt, Röbel, Roge, Süsel und Zarnekau. Die Ortsdurchfahrt wird voll gesperrt.

Die Einsatzkräfte löschen stundenlang das Feuer, das immer wieder neu entfacht, die mächtige Rauchentwicklung erschwert den Einsatz zusätzlich. Zwischen der hinteren, brennenden Halle und dem Wohnhaus daneben wird eine „Wasserwand“ aufgebaut, um das Haus zu schützen – was auch gelingt. „Wir konnten das Wohnhaus und den Bürotrakt retten“, sagt Rolf Müller. Auch die vor den Hallen abgestellten Fahrzeuge bleiben unversehrt. Mehr als 1000 Quadratmeter Werkstattfläche aber werden ein Raub der Flammen, die Polizei schätzt den Sachschaden auf eine Million Euro. Schwerverletzte gibt es glücklicherweise nicht, allerdings rutscht ein Feuerwehrmann beim Innenangriff in eine Grube. Er kommt mit leichten Verletzungen davon, wird aber vorsorglich ins Krankenhaus gebracht. Gegen 9.30 Uhr können die Brandschützer schließlich abrücken.

Der Werkstatt-Betreiber steht am Morgen fassungslos vor der Brandruine, versucht sich tapfer in Galgenhumor. Die Brandursache steht laut Polizei noch nicht fest. Der Brandort ist beschlagnahmt, die Ermittlungen der Eutiner Kriminalpolizei dauern an.

latz, arj

 

 

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