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Ostholstein Großfeuer: Mehr als 200 Strandkörbe in Scheune verbrannt
Lokales Ostholstein Großfeuer: Mehr als 200 Strandkörbe in Scheune verbrannt
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16:33 29.12.2018
Mit zwei Drehleitern versuchte die Feuerwehr das Feuer zu bekämpfen. Immer wieder kam es im Inneren der Scheune zu Verpuffungen. Quelle: Arne Jappe
Grömitz

Ein Großfeuer hat am Freitagabend eine historische Scheune im Ortskern von Grömitz vollständig zerstört. Das Gebäude stand im Schulweg, gegenüber der Nicolaikirche und nahe dem Kurpark. Zuletzt wurden in der Scheune unter anderem Strandkörbe gelagert. Die Brandursache ist noch unklar.

Feuer kurz vor Mitternacht

Alarmiert worden war die Feuerwehr am Freitagabend um 23.25 Uhr zu einem Zimmerbrand im Schulweg. „Wir haben eine Scheune vorgefunden, in der bereits starke Rauchentwicklung im Dachbereich feststellbar war“, erklärte Björn Sachau, Einsatzleiter und Gemeindewehrführer. Sachau ließ die Alarmstufe erhöhen und orderte alle Feuerwehren der Gemeinde Grömitz in den Schulweg. Auch eine zweite Drehleiter und Atemschutzgeräteträger aus Neustadt in Holstein wurden angefordert. Insgesamt kämpften rund 130 Feuerwehrleute gegen die Flammen.

In einer Scheune in Grömitz ist ein Großfeuer ausgebrochen. Rund 130 Einsatzkräfte kämpften gegen die Flammen in der Scheune, in der Strandkörbe gelagert waren.

Einsatzkräfte bekommen Brand nur mühsam unter Kontrolle

„Ein Innenangriff war nicht mehr möglich, wir versuchten, das Feuer mit Wasser von außen in Schach zu halten“, sagte Sachau. Doch innerhalb kurzer Zeit brannte der gesamte Dachstuhl. Als erste Teile des Gebäudes einstürzten, mussten sich die Feuerwehrleute zwischenzeitlich zurückziehen. Verpuffungen behinderten die Löscharbeiten. Dann stürzte auch die Giebelfront zusammen. Anwohner sollten Fenster und Türen geschlossen halten. Augenzeugen zufolge, atmeten dennoch einige den giftigen Rauch ein. Sie mussten durch den Rettungsdienst untersucht werden. Verletzt wurde laut Polizei aber niemand.

Mehr als 200 Strandkörbe verbrannt

Am nächsten Morgen ist die Scheune vollständig abgebrannt. Und nicht nur das Gebäude liegt in Schutt und Asche, auch einige in der Nähe abgestellte Autos einer Ferienwohnanlage wurden stark beschädigt. Was übrig ist, ist ein kleines Stück Mauerwerk und ein Tor mit grüner Flügeltür. Zuletzt hatte die Scheune als Winterlager für Strandkörbe mehrerer Vermieter gedient. Einer der Betroffenen ist Bernhard Glaser: „Der finanzielle Schaden ist enorm“, sagt er. Wie viele Strandkörbe genau in der alten Scheune lagerten, weiß Glaser nicht. Insgesamt seinen es vielleicht 280 gewesen, schätzt er. Jetzt sind sie alle weg.

Viele Anwohner sind am Vormittag zu der Brandstelle gekommen, machen Handyfotos der Glutnester, die noch immer im Schutt glimmen. Einige von ihnen haben den Kampf der Feuerwehr selbst beobachten können. „Die ersten Flammen habe ich im Dach gesehen“, erzählt der ehemalige Bürgervorsteher Jochen Sachau, dessen Grundstück nur wenige Meter von der Scheune entfernt liegt. Im Laufe der Nacht, während die Einsatzkräfte zu löschen versuchten, habe es dann immer wieder geknallt. Unter den vielen Anwohnern erzählen einige von Gerüchten um Feuerwerkskörper. Sachau habe aber nichts dergleichen gesehen.

Scheune stand unter Denkmalschutz

„Die Scheune stand erst seit Kurzem unter Denkmalschutz“ , sagt Sachau. „Seit sechs Monaten“, konkretisiert Küster Ralf Gärtner. Auch er verfolgt am Sonnabendvormittag das Geschehen. Früher habe das Gebäude zum gegenüberliegenden Pastorat gehört, erzählt er. „Das muss noch vor dem Zweiten Weltkrieg gewesen sein.“ Der derzeitige Eigentümer war ein Grömitzer Hof, der aber nicht an das Gelände grenzt.

Polizei: noch keine Erkenntnisse zur Brandursache

Zur Brandursache und Höhe des Schadens konnte die Polizei am Sonnabend noch keine Angaben machen. „Die Kriminalpolizei ermittelt“, hieß es seitens der Leitstelle. Die Brandstelle ist mit Absperrband umzäunt. Ein roter Aufkleber auf einem Eierautomaten, der an der Scheune befestigt war, verbietet das Betreten der Brandstelle.

Arne Jappe und Luisa Jacobsen

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