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Ostholstein Großprojekte: Minister im Spagat
Lokales Ostholstein Großprojekte: Minister im Spagat
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22:22 26.01.2018
In der Diskussion: Die alte 110-kV-Stromtrasse in Ostholstein soll einer modernen mit 380 Kilovolt weichen. Quelle: Foto: Rehder/dpa
Oldenburg

Seine Devise: Aufs Tempo drücken, aber die Menschen nicht vergessen. Zur neuen und notwendigen Sundquerung betont der Minister, dass noch alle Querungsvarianten im Spiel seien – auch der eine Milliarde Euro teure und von den Naturschutzverbänden geforderte Bohrtunnel. Buchholz: „Es fließen in die Bewertung natürlich ökologische wie auch wirtschaftliche Aspekte ein.“ Bei einem Bohrtunnel sei jedoch neben den hohen Kosten auch ein großer Flächenverbrauch an Land zu erwarten. Er betont zudem, dass die FDP stets die Sundquerung im Zuge der Beltquerung auf dem Zettel gehabt habe, ganz im Gegensatz zu CDU und SPD.

Die Großprojekte in Ostholstein haben historische Ausmaße angenommen. Dennoch glaubt Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP), dass all diese Infrastruktur-Veränderungen realisierbar seien und auch die betroffenen Menschen in der Region ernst genommen würden.

Ein wichtiges Anliegen sei ihm nach wie vor der Lärmschutz an der neuen Bahntrasse zwischen Bad Schwartau und Fehmarn. Er werde sich gern mit Kommunen und Bahn im Sommer zusammensetzen, um die zentralen übergesetzlichen Forderungen festzuzurren, damit diese durch den Bundestag gingen und dadurch ein großer Kostenbrocken beim Bund liege.

Buchholz, der das planerische Tempo vonseiten der Landespolitik merklich anzieht, sieht sich in einem Spagat zwischen zielgerichteter Umsetzung auf der einen und Bürger-Akzeptanz auf der anderen Seite. Man habe es bei den Beltrettern mit „professioneller und organisierter Lautstärke“ zu tun. Aber es gebe auch betroffene Menschen, die Sorgen und Ängste aufgrund der neuen Belastungen hätten.

Buchholz: „Die nehmen wir sehr ernst und da sind wir auch um Lösungen bemüht.“

Manchmal reiche halt nicht die gesetzliche Standard-Lärmschutzwand der Deutschen Bahn. Buchholz: „Ich möchte trotz allem auch wieder betonen: Es gibt in Schleswig-Holstein und in Hamburg eine große Mehrheit der Projektbefürworter in der Bevölkerung.“ Auch sei Ostholstein nicht die einzige von Infrastruktur-Projekten belastete Region im Norden.

Zum Thema 380-Kilovolt-Stromtrasse durch Ostholstein sagt der Wirtschaftsminister: „Ich habe vom Eutiner Gutachten gehört. Das muss auch eingehend geprüft werden.“ Buchholz erlaubt sich hierzu einen Seitenhieb auf die beiden externen Gutachter des Kreises: „Die sind bekannt, treten immer dort auf, wo Großprojekte wie die Ostküstenleitung realisiert werden sollen. Immer heißt es dann, man könne es ganz anders lösen.“ Vor Kurzem habe ihm Energiewendeminister Robert Habeck (Grüne) nochmals versichert, dass die maßgebliche Bundesnetzagentur das Projekt weiter als genehmigungsfähig ansehe.

Für Schmunzeln hatte Buchholz beim Dreikönigstreffen im Hotel „Seeschlösschen“ in Timmendorfer Strand gesorgt. Dort hatte Kreispräsident Ulrich Rüder (CDU) den Breitbandausbau in Ostholstein als historisches Ereignis gewürdigt. Hierzu hatte Buchholz kommentiert: „Historisch spät.“ Seine Vision sei die, dass ab 2025 Schleswig- Holstein flächendeckend mit schnellem Internet versorgt ist.

Ostholstein sei hierbei bisher nicht als Vorreiter hervorgetreten.

Von Peter Mantik

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