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Ostholstein Großübung: Ab heute fliegen die Kampfjets über Ostholstein
Lokales Ostholstein Großübung: Ab heute fliegen die Kampfjets über Ostholstein
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00:00 24.10.2012
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Ostholstein

Sie heißen „Eurofighter“, „C-160 Transall“, „P-3C Orion“ und „NH 90“. Ihre Piloten arbeiten für die Bundeswehr – genauer gesagt für die Luftwaffe – und werden heute mit ihren Maschinen in Ostholstein erwartet. Bis zum 8. November soll eine großangelegte Übung im Norden stattfinden. Sie trägt den Namen „Baltic Cloud 2012“. Kai Gudenoge, Oberstleutnant und Presseoffizier, bestätigt den LN, dass es durch die Übungsflüge insbesondere in der Region rund um Oldenburg zu Lärmbelästigungen kommen könnte. Dies liege daran, dass die meisten Flüge im Bereich zwischen den Truppenübungsplätzen Putlos und Todendorf (Kreis Plön) stattfänden. Durch die täglichen Anflüge in das Übungsgebiet könnten aber auch weitere Regionen betroffen sein.

Wie laut es tatsächlich wird, ist nach Angaben von Kai Gudenoge noch unklar. „Das hängt davon ab, wie tief die Flugzeuge fliegen, wo sie unterwegs sind und aus welcher Richtung der Wind kommt.“ Es sei nicht auszuschließen, dass die Ostholsteiner ab und zu einen „Eurofighter“ hören. „Würden diese in 350 Meter Höhe fliegen, käme der Geräuschpegel einem Formel-1-Wagen gleich“, erklärt Gudenoge. Ob die Flugzeuge, die mit Geschwindigkeiten zwischen 200 und 800 Kilometern pro Stunde unterwegs sein werden, aber tatsächlich so tief fliegen, ist noch unklar.

Klar ist, dass die Maschinen weder in Putlos noch in Todendorf starten und landen. „Sie fliegen von den Orten los, an denen sie stationiert sind – und dann hoch zum Übungsgebiet“, so der Presseoffizier. Dabei könne es passieren, dass die Menschen im Kreis und anderen Gebieten etwas hören. „Vor allen Dingen werden die Menschen die Flugzeuge aber sehen und nicht hören“, betont der Presseoffizier. Zudem sei geplant, dass die primäre Übungstätigkeit über der Ostsee stattfindet, außerhalb einer Zwei-Meilen-Zone zum Festland.

Geflogen werden soll von montags bis freitags. Geplant sind nach Angaben des Presse- und Informationszentrums der Luftwaffe maximal sechs Flüge pro Tag, und das zwischen 8 und 16 Uhr. Insgesamt sollen es an den zwölf Übungstagen rund 30 Flugeinheiten sein. Ob immer nur ein Flugzeug oder mehrere parallel im Luftraum unterwegs sein werden, stand gestern noch nicht fest.

Bei „Baltic Cloud 2012“ sollen Einsatzverfahren gegen bodengebundene Luftverteidigungssysteme trainiert werden. „Über der Ostsee werden sogenannte Düppel von den Waffensystemen ausgebracht, die ein gegnerisches Radar stören sollen“, erklärt Kai Gudenoge. Hinter den Begriff Düppel verbergen sich hauchdünne Kunstfasern oder leitfähige Kohlefasern. Diese werden in der Luft verteilt. Trifft ein Radarstrahl das Material, wirken die Fäden wie ein Reflektor und senden einen Teil der Strahlung zurück. Die Radaranlage wird also gestört, Flugzeuge am Himmel sind deutlich schwerer zu orten und zu erkennen.

Sollten sich Bürger von dem Fluglärm gestört fühlen, oder Fragen zur Übung haben, so können sie die Mitarbeiter der Luftwaffe unter der Nummer 08 00/862 07 30 erreichen. „Das Bürgertelefon ist 24 Stunden und sieben Tage die Woche besetzt. Es wurde aber nicht extra für die Übung zwischen Todendorf und Putlos eingerichtet. Die Hotline ist das ganze Jahr über aktiv“, so Gudenoge. Wie viele Beschwerden wegen Lärms die Mitarbeiter der Luftwaffe in den nächsten Tagen erwartet, lässt sich noch nicht abschätzen. „ Das Lärmempfinden ist schließlich immer subjektiv“, so der Presseoffizier.

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