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Großübung: Zug erfasst Autos auf Gleisen

Fehmarn Großübung: Zug erfasst Autos auf Gleisen

Vollalarm im Inselnorden. Kurz vor Puttgarden erfasst ein Regionalzug zwei Pkw. Zwei Dutzend verletzte Personen soll es geben. Rund 100 Feuerwehrkräfte kämpfen sich zum unwegsamen Unfallort durch. Ein Horrorszenario. Zum Glück ist es aber nur eine Großübung.

Realistische Großübung: Ein Regionalzug erfasst kurz vor Puttgarden zwei Pkw. Die Feuerwehr rettet die eingeklemmten Autofahrer.

Puttgarden a. F. Aber ein Einsatz, der selbst bei gestandenen Feuerwehrkräften erst einmal den Atem stocken lässt. „Pkw unter Zug“, Freitagabend um 18.32 Uhr wird dieser Vollalarm ausgelöst. Die Wehren aus Burg, Bannesdorf und Puttgarden sowie die Führungsgruppe Fehmarn rücken sofort aus, auch die Wehren aus Großenbrode und Heringsdorf werden alarmiert.

Denn Menschenleben sind akut in Gefahr. Zu allem steigt auch noch starker Rauch aus dem Zug, der zwei Autos auf den Gleisen zusammengeschoben hat. Zappenduster ist es am Unfallort. Im verqualmten Regionalzug, der aus Lübeck gekommen ist, stehen verletzte Reisende unter Schock. Einige schreien bereits um Hilfe.

LN-Bild

Vollalarm im Inselnorden. Kurz vor Puttgarden erfasst ein Regionalzug zwei Pkw. Zwei Dutzend verletzte Personen soll es geben. Rund 100 Feuerwehrkräfte kämpfen sich zum unwegsamen Unfallort durch. Ein Horrorszenario. Zum Glück ist es aber nur eine Großübung.

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Nur ganz wenige Feuerwehrleute sind vorher eingeweiht gewesen, dass es sich hierbei nur um eine große, unangekündigte Alarmübung handelt. „Die Geheimhaltung hat geklappt“, freut sich Burgs Wehrführer Dirk Westphal, der maßgeblich für das „Drehbuch“ verantwortlich zeichnet. Auch die Statisten aus der Ehrenabteilung haben dichtgehalten.

Das Übungsszenario ist beängstigend – und überaus realistisch. Hendrik Ley, Notfallmanager bei der Bahn, ist jetzt, da es auf jede Minute ankommt, wichtigster Ansprechpartner. Die Einsatzkräfte von Wehr, Polizei oder ASB müssen sicher sein, dass kein weiterer Zug ungebremst hineinrast und die Katastrophe noch vergrößert.

Mühsam kämpfen sich die Retter über Notwege entlang den Gleisen zum Unfallort. Parallel dazu schneiden andere Feuerwehrleute durch das dornige Gestrüpp eine Schneise zur E 47 – die im Ernstfall sofort für den Verkehr gesperrt gewesen wäre.

„Damit die Verletzten aus dem Zug und den beiden Pkw direkt in die Krankenhäuser abtransportiert werden können und nicht noch Hunderte von Metern durch dunkles Gelände getragen werden müssen“, erläutert Björn Wilder von der Meeschendorfer Wehr, der die Presse an den Stolperfallen vorbei sicher an den Unfallort begleitet.

Die Alarmübung fordert volle Konzentration: Nachdem die Gleise durch den Notfall-Manager freigegeben sind, können die Reisenden aus dem Zug geholt und versorgt werden. In die verqualmte Bahn können die Einsatzkräfte nur unter vollem Atemschutz eindringen. 21 Personen, einige von ihnen schwer verletzt, sind allein hier in allergrößter Gefahr. Einer nach dem anderen wird „gerettet“, darunter auch Großenbrodes Bürgermeister Jens Reise und der CDU-Landtagsabgeordnete Peer Knöfler, die sich als Statisten zur Verfügung gestellt haben.

Wichtig dabei: Die Heringsdorfer Wehr rückt mit einer „Rettungsplattform Bahn“ an, über die die anderen Wehren im Nordkreis nicht verfügen. Ihr großer Pluspunkt: Sie lässt sich über Schienen wie ebene Flächen rollen, um Verletzte – oder schweres Gerät – sicher zu transportieren. Gegen 20 Uhr bestätigt Einsatzleiter Heino Lafrenz: „Der Zug ist jetzt menschenleer.“ Besonders schwierig gestaltet sich noch die Rettung der in den Pkw eingeklemmten Autofahrer. Das gelingt nur mit schweren Einsatzgerät.

Mehr Bilder und ein kurzes Video gibt’s auf www.LN-online.de/Ostholstein

 Von Gerd-J. Schwennsen

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