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Ostholstein Grube bekommt das erste Fledermaus-Hotel
Lokales Ostholstein Grube bekommt das erste Fledermaus-Hotel
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19:12 20.09.2016
Dieses lustige Fledermaus-Schild steht in Dahme. Quelle: Mantik

Die Gemeinde Grube setzt auf die Natur. Auf den stillgelegten ehemaligen Gruber See als Wahrzeichen, auf seine Störche – und nun auch auf Fledermäuse. „Wir bekommen ein Fledermaus-Hotel an der Kirche“, erklärt Elgin Zühlke vom Tourismus-Service. Im Oktober soll es eingeweiht werden.

Axel Kramer hat wie hier in Dahme auch für die Gemeinde Grube eine Fledermaus-Unterkunft (Hintergrund) entworfen. Quelle: Peter Mantik

„Grube hat riesiges Poten- zial. Die ländliche Idylle zieht Tiere und Menschen an.“ Axel Kramer, Fledermaus-Experte

Die Fledermaus-Führungen von Axel Kramer seien bei den Besuchern sehr gut angekommen, so dass sie mit Kramer zusammen dieses Projekt entworfen habe. Kramer hat es gebaut. In Dahme steht ein vergleichbares Konstrukt bereits, eine sogenannte Fledermaus-Rakete. Denn es handelt sich um ein Holzgebilde, das auf einen Pfahl gesetzt wurde. Innerhalb des „Hotels“ gebe es diverse Zonen, Kramer spricht von acht Klimazonen mit unterschiedlichen Temperaturen. „In Grube wird es ähnlich sein“, erläutert Kramer. „Nur das wir dort eine Metallstange verwenden.“ An diese werde noch ein Vogelhaus montiert. Begründung: Vögel verteidigen ihr Revier – und somit auch indirekt das Fledermaus-Hotel. In diesem haben laut Kramer bis zu 500 Tiere Platz.

„Fledermäuse benötigen nicht viel Raum, haben es gern eng und kuscheln sich zusammen.“ Allerdings hätten Männchen dort nichts zu suchen. Die Aufzucht des Nachwuchses sei allein Aufgabe der Weibchen. Imposant sei, dass Zwergfledermäuse pro Tier und Nacht zwischen 1500 und 2000 Mücken verspeisen. „Wer am Fledermaushotel abends im Sommer sitzt, muss sich um störende Mücken keine Sorgen machen“, sagt Kramer. Zudem seien Fledermäuse sehr clever. Sie nutzten die verschiedenen Ausgänge – die teilweise nur einen Zentimeter klein sind – eines Unterschlupfes, damit Jäger wie Falken ihnen nicht auflauern könnten.

Grundsätzliche Probleme für Fledermäuse in der Region sieht Kramer im Zuge der festen Fehmarnbeltquerung bei der Hinterlandanbindung. In Großenbrode beispielsweise sei bei der Lagune eine Kolonie Fledermäuse betroffen. Diese könnten Straße und Bahntrasse nicht selbst überqueren. „Die Tiere halten sich auch nicht an die geplante Unterführung“, glaubt Kramer. Fledermäuse seien Gewohnheitstiere, würden sich nur schwer an neue Begebenheiten anpassen.

Grube als Standort sei hervorragend. „Hier finden Tiere und Menschen ein einzigartiges Idyll vor.“ Deshalb sei der touristische Kurs, dies zu betonen, auch hervorragend. Bürgermeister Volkert Stoldt (CDU) freut sich ebenfalls über das Engagement im Ort, sagte: „Ich finde ganz toll, was sich hier gerade entwickelt.“ Kramer meint sogar: „Grube hat riesiges Potenzial.“ Tierisches. Auch mit den Kranichen könnten Gäste angelockt werden.

Peter Mantik

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