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Ostholstein Grüne Glöckchen helfen Leid lindern
Lokales Ostholstein Grüne Glöckchen helfen Leid lindern
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22:12 26.05.2017
Middelburg/Ansbach

Melanie Moog ist krank. Sehr krank. Die 44-Jährige hat eine seltene Kombination von Leiden: Cranio-Cervicale Instabilität (CCI), Risse im Fasziensystem und EDS (Defekte im Bindegewebe). Fälle wie ihren gibt es nur dreimal in Deutschland. Die junge Frau wohnt in Ansbach. Sie meiste Zeit verbringt sie im Bett. Immer mit der Furcht, dass eine einzige falsche Bewegung ihr Leben beenden oder sie halsabwärts komplett gelähmt sein könnte.

Ebenso wie die schwer kranke Melanie Moog in Ansbach liebt Vanessa Bremicker-Röske (Foto) aus Middelburg Tiere über alles. Quelle: Foto: Christina Düvell-Veen

Viel bewegen

Die Aktion „Green Bells for Melanie’s Life“ wurde Anfang April 2015 von Gerd Schuster ins Leben gerufen. Es gilt das Motto: „Wir können nicht viel tun, aber viel bewegen – 350 000 grüne Glöckchen (Euro) für Melanies Leben.“

Nähere Informationen gibt es im Internet unter www.green-bells.de.

Knapp 700 Kilometer von ihr entfernt lebt in Middelburg Vanessa Bremicker-Röske. Die 32-jährige gelernte Speditionskauffrau zählt zu den Freundinnen, die die Aktion „Green Bells for Melanie’s Life“

unterstützen und Geld für die Ansbacherin sammeln. 350000 Euro müssen es schon sein, damit sie in die USA geflogen und dort von Spezialisten operiert werden kann. Über 124000 Euro sind bereits zusammen gekommen.

Damit möglichst viele Menschen auf Melanies Schicksal aufmerksam werden, haben sich Vanessa Bremicker-Röske und ihr Ehemann Thomas Bremicker etwas Besonderes einfallen lassen. Gestern wurden drei weiße Lastwagen, die für das Verteilungslager Kemkowski von Lübeck aus mit Obst und Gemüse unterwegs sind, mit großen Folien beklebt. Erste Informationen über die Aktion „Green Bell“, über die grünen Glöckchen, fahren durch die Lande.

Die beiden Frauen lernten sich über den Tierschutz kennen. Beide sind vernarrt in ihre eigenen Vierbeiner, wollen am liebsten aber allen leidenden Hunden, aber auch Katzen und anderen Tieren helfen.

Früher haben sie häufig telefoniert und sich mit anderen Tierfreunden bundesweit über bestimmte Aktionen abgesprochen.

Plötzlich aber wurde es still um Melanie Moog. „Sie schrieb mir per E-Mail, dass sie ihren geliebten Hund zur Mutter hatte bringen müssen, weil es ihr körperlich nicht möglich war, ihn zu halten.“

Die gelernte Physiotherapeutin mit eigener Praxis war zudem berufsunfähig geworden und magerte auf 45 Kilogramm ab. Durch die drei außergewöhnlichen Krankheiten kann Melanie Moog nur für kurze Zeit stehen, sitzen oder gehen. Die meiste Zeit verbringt sie im Bett. Ohne fremde Hilfe kann sie sich weder waschen noch ernähren. Vanessa Bremicker-Röske weiß: „Ihr Lebensradius spielt sich auf 20 Quadratmetern ab.“ Eines macht sich die Middelburgerin Tag für Tag deutlich: „Das Leben ist ein wichtiges Gut. Das gibt es nur einmal.“

Vanessa Bremicker-Röske berichtet: „In Deutschland gibt es keinen Arzt und keine Klinik, die sich zutrauen, Melanie zu operieren.“ Ein ermutigendes Beispiel fand sich aber in Amerika. Dort geht es einer jungen Frau, die fast die gleichen Krankheiten und Symptome hatte, nach der OP sehr viel besser.

Sobald die Summe von 350000 Euro erreicht ist, wird Melanie nach New York geflogen. Vanessa Bremicker-Röske sagt: „Jede finanzielle Unterstützung, die diese Operation ermöglicht, öffnet die Lebenstür für Melanie ein kleines Stückchen mehr.“

Mit den Initiatoren der „Green Bell“-Aktion ist sie sich aber einig: Sollte Melanie es nicht überleben, bis das Geld zusammengekommen ist, wird es weiter gespendet an einen Menschen, der auch eine CCI- Operation benötigt. Und ein paar Prozente gehen an den Tierschutz.

Christina Düvell-Veen

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