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Ostholstein Grüne Helfer: Zehn Jahre im Dienste der Menschlichkeit
Lokales Ostholstein Grüne Helfer: Zehn Jahre im Dienste der Menschlichkeit
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20:44 31.10.2013
Strahlende Gesichter bei den „Grünen Helfern“: Elke Schiffler (vorn im Bild, v.l.) Claus Stödter, Birgit Behrendt, Sabine Angele, Beate Rinck und Dr. med. Andreas Jakobeit. Quelle: Melanie Weiß

Wilhelm Busch dichtete einmal: „Willst du froh und glücklich leben? Lass kein Ehrenamt dir geben. Willst du nicht zu früh ins Grab, lehne jedes Amt glatt ab!“

Die 14 ehrenamtlichen Mitglieder der „Grünen Helfer“ Oldenburg und Fehmarn haben diese Worte Gott sei Dank nicht beherzigt und feierten jetzt ihr zehnjähriges Jubiläum. 2003 von Beate Rinck und Sabine Angele ins Leben gerufen, kümmern sich die engagierten Damen und Herren mit Herzblut und Einfühlungsvermögen um die Patienten der Sana Klinik. Sie hören zu, gehen spazieren und erledigen Besorgungen.

Die „Grünen Helfer“ tragen keine Uniformen. Ein grüner Schal und ein Namensschild sind ihr Erkennungszeichen. „Wir tragen keine Kittel, wir sind Nachbarn, Freunde, Wegbegleiter“, so Beate Rinck. An der kleinen Feierstunde nahm auch Elke Schiffler, Landesbeauftragte der Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Krankenhaus-Hilfe teil. Sie überbrachte die Grußworte der neuen Bundesvorsitzenden Käte Roos aus Berlin und bedankte sich herzlich bei allen Ehrenamtlern für ihr Engagement. Darüber hinaus wies sie ausdrücklich darauf hin, wie wichtig diese Arbeit für die Patienten sei und bedauerte die momentane Nachwuchssituation. „Wir wollen gerne, dass auch jüngere Menschen zu uns stoßen und diese wirklich sinnvolle Arbeit unterstützen“, betonte Elke Schiffler.

Besonders geehrt wurden bei der Feierstunde im Krankenhaus Claus Stödter (75) und Sabine Angele (71), die sich seit der Gründung 2003 als „Grüne Helfer“ liebevoll um die Patienten kümmern.

Claus Stödters erste Patientin begrüßte ihn damals mit den Worten: „Ich brauche Sie nicht.“ Dennoch umklammerte sie fest seine Hand, schüttete ihm eine Stunde lang ihr Herz aus und ließ ihn nicht gehen.

„So etwas führt vor Augen wie wichtig es ist einfach nur zuzuhören“, betonte Claus Stödter im LN-Gespräch. Auch die anderen Mitglieder der Gruppe werden immer wieder mit der Bedeutung ihrer Aufgabe konfrontiert. „Es ist so schön, dass es Sie gibt“, hören die Helfer.

„ Es gibt so viel Liebe zurück. Früher mochte ich nie die Nähe zu fremden Menschen. Durch meinen Einsatz im Krankenhaus bin ich rehabilitiert worden, so dass ich heute Nähe zulassen kann“, sagte Jutta Pries, die vor vier Jahren durch Sabine Angele zum „Grünen Helfer“ wurde.

Mit dem zehnjährigen Bestehen gibt es auch Veränderungen in der Leitung der „Grünen Helfer“, so löst Birgit Behrendt ab sofort Sabine Angele ab. Zum Abschluss der kleinen Feierstunde betonte Beate Rinck: „Es ist eine Leistung, sich überhaupt zu engagieren“ — und überreichte jedem Helfer noch dankend ein kleines Geschenk.

Wer Interesse hat, diese Gruppe mit Ohren zum Zuhören und einem Herz zum trösten zu unterstützen, einen gereiften Charakter und ein gewisses Maß an Empathiefähigkeit besitzt, wendet sich an die „Grünen Helfer“ in Oldenburg und Fehmarn. Kontakt über Telefon 043 61/51 30 258.

„Es ist mir ein Herzenswunsch, das Glück in meinem Leben mit anderen Menschen zu teilen.“

Gudrun Stödter (73)

Melanie Weiß

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