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Ostholstein Grüne legen Widerspruch gegen Radweg-Breite ein
Lokales Ostholstein Grüne legen Widerspruch gegen Radweg-Breite ein
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20:54 14.05.2018
In der Straße An der Acht müssen sich Fußgänger und Radfahrer einen kombinierten Weg teilen. Das funktioniert nicht immer. Quelle: Foto: Peyronnet
Timmendorfer Strand

Karthäuser steht an der Ecke Strandstraße/An der Acht in Timmendorfer Strand, blickt nach links und nach rechts. An der Strandstraße ist der Fußweg 1,50 Meter breit, der Radweg zwei Meter. Eine Radwegebenutzungspflicht wurde an dieser Stelle laut Karthäuser vor drei, vier Jahren aufgehoben. „Jetzt ist dort ein ,anderer Radweg’, das heißt, man darf, aber man muss ihn nicht benutzen.“

Blickt man nach rechts in die Straße An der Acht, gibt es auch dort einen kombinierten Rad- und Fußweg. Der wurde neu geplant. „Im Zwei-Richtungen-Verkehr braucht man mehr Platz“, sagt Karthäuser mit Blick in die Straße. Nach der Era, der Empfehlung für Radverkehrsanlagen, sind es innerorts drei Meter für den Radweg, zwei bis 2,30 Meter für den Fußweg. Diese Breiten seien aber nicht vorhanden.

Die Grünen hätten noch den Vorschlag gemacht, beide Straßen als Fahrradstraßen zu gestalten. Ihr Antrag habe aber im Bauausschuss keine Mehrheit gefunden. Sein Fazit: „Das geht in einer 30er Zone gar nicht, da sind viel zu geringe Breiten.“

Der Grünen-Politiker hat deshalb bei der Kreis-Verkehrsbehörde Widerspruch gegen die Radwegbenutzungspflicht in der Straße An der Acht und der Rodenbergstraße eingelegt. Begründung: Sie entspreche nicht der Era. Kreissprecherin Carina Leonhardt teilte mit, dass ein Widerspruch von einer Privatperson eingegangen ist. Der werde derzeit geprüft, sodass noch keine Aussage zum Ergebnis gemacht werden könne.

Jan Karthäuser erwartet, dass sich die Behörden Gedanken über Alternativen zum jetzigen Zustand machen. Die Situation sei so, wie sie jetzt ist, nicht tragbar. Wer ein paar Minuten bei regem Verkehr den kombinierten Rad- und Fußweg in der Straße An der Acht beobachtet, muss ihm zustimmen. Fußgänger gucken nicht, wo sie lang laufen. Radfahrer müssen ihnen ausweichen, beide kommen sich gefährlich nahe.

Karthäuser hatte gehofft, dass in der Gemeinde Timmendorfer Strand die erste Fahrradstraße im Kreis Ostholstein entstehen könnte. Seit 1997 erlaubt die Straßenverkehrsordnung die Einrichtung von Velorouten. In Kiel gibt es mehrere davon. Dort ist die ganze Fahrbahn ein Radweg. Kraftfahrzeuge sind nur ausnahmsweise zugelassen, etwa die von Anwohnern.

Warum in Timmendorfer Strand in den beiden Straßen trotz des Einspruchs der Grünen offenbar kombinierte Fuß- und Radwege ohne ausreichende Breite gebaut wurden, kann Karthäuser nicht so genau erklären. „Ich bin nicht hartnäckig genug gewesen“, sagt der passionierte Radfahrer. „Ich erwarte aber auch von den Planern und der Bauverwaltung, dass sie die aktuellen Vorgaben der Straßenverkehrsbehörden kennen. Wir brauchen dieses Wissen.“

Von Susanne Peyronnet

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