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Ostholstein Grundschule Am Kleinen See platzt aus allen Nähten
Lokales Ostholstein Grundschule Am Kleinen See platzt aus allen Nähten
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20:12 20.09.2017
Von Astrid Jabs

Für die Sanierung der Außenstelle Am Kleinen See würden einer Schätzung zufolge 5,5 Millionen Euro anfallen. Schulleiterin Christine Ludwig hatte in den vergangenen Sitzungen immer wieder auf den Raumbedarf der Grundschule hingewiesen. Im Juli war dieser in einem Beschluss manifestiert worden. Danach wird von einer Dreizügigkeit der Schule ausgegangen. „Es geht jetzt darum zwischen Sanierung Am See und einer Erweiterung für eine dann sechszügige Grundschule mit entsprechenden Gruppenräumen, Mensa und Nachmittagsbereich an der Lehmkuhle abzuwägen“, erläuterte Annette Rudolph, Fachdienstleiterin Schule. „Mit der Kostengegenüberstellung hätte man eine Entscheidungsgrundlage.“

Den Ausschuss überzeugte dies nicht. Lediglich Marion Zabel (FDP) folgte der Argumentation. Christiane Balzer erinnerte an den Beschluss von 2016, an drei Grundschulstandorten festhalten zu wollen:

„‚Kurze Wege, kurze Beine‘ gilt noch“, sagte sie und nannte unter anderem die fußläufige Erreichbarkeit als einen Vorteil. Katja Behrends (SPD) problematisierte die Notwendigkeit eines innerstädtischen Schulbusverkehrs für den Fall, dass man den Standort am See aufgäbe.

Für eine differenzierte Betrachtung der Standortfrage sprach sich Christine Ludwig aus, diese berge auch für die Kinder Vorteile. Die Not der Schule brachte sie mit dem Satz: „Entscheidend ist: Wie schnell geht das?“ auf den Punkt. Schon jetzt ist am Kleinen See eine erste Klasse im PC-Raum der dortigen Außenstelle der Wilhelm-Wisser-Gemeinschaftsschule untergebracht: „Es geht auch darum, dass wir zum nächsten Jahr eine Lösung haben“, erläuterte der Leiter der Gemeinschaftsschule, Sven Ulmer. „Wir haben da eine ganz prekäre Raumsituation.“ Auch im nächsten Jahr werde es voraussichtlich drei erste Klassen geben, sagte Ulmer. Eine kurzfristige Lösung könnten beispielsweise Container sein, ein vierter Schulstandort sei keine Option, sagte Ludwig. „Dann sind die 25 000 Euro für die kurzfristige Lösung besser verwendet“, meinte Michael Kasch (CDU).

Einen entsprechenden Beschluss blieb der Ausschuss ebenso schuldig wie den nächsten Schritt für eine perspektivische Planung über den Container hinaus.

Auch der SPD-Antrag, eine Verlegung der Wisser-Schule zu prüfen und damit verbunden einen Finanzierungsplan für einen Neubau vorzulegen, schaffte es nicht durch die Abstimmung. Man wolle vor Investitionen Am Berg Alternativen überlegen und nicht mit einer Planung von Flickwerk weitermachen, sagte Hanjo Iwanowitsch (SPD). Grüne, FDP und CDU votierten dagegen. Man habe etliche Standorte geprüft. „Eine Alternative gibt es definitiv nicht“, sagte Matthias Rachfahl (CDU). Christiane Balzer warnte davor, den Standort Am Berg „kaputtzureden“. Zuvor hatte sich Schulleiter Ulmer allerdings unmissverständlich hinter den SPD-Antrag gestellt: „Wir sind bereit, da mitzumachen und uns da einzubringen.“

Ebenfalls erfolglos war der Antrag der Freien Wähler auf den Neubau eines Schulzentrums. Im Gegensatz zum lebhaft diskutierten SPD-Beitrag wurde er nahezu übergangen. Ein von ihm konzipiertes Schulzentrum Am Kleinen See würde ohne Straßenerweiterung 6,9 Millionen Euro kosten und könnte innerhalb von zwei Jahren fertig sein, sagte Malte Tech.

Note mangelhaft für Eutin

Nein sagte der Schulausschuss dazu, 25000 Euro bereitzustellen, um die Kosten für eine Sanierung der maroden Gebäude Am Kleinen See und für eine Erweiterung an der Blauen Lehmkuhle miteinander vergleichen zu können. Nur eine FDP-Stimme gab es für diese Entscheidungsgrundlage.

Zur Erinnerung: Eine Woche zuvor hatte der Hauptausschuss 100000 Euro für die professionelle Suche nach der „Marke Eutin“ einstimmig bewilligt. Mit Sperrvermerk zwar, aber die Rechnung stimmt trotzdem nicht. Denn für einen Teil der Eutiner Eltern wird die Frage nach dem Stellenwert von Grund- und Gemeinschaftsschule seit Jahren Tag für Tag mit dem Blick auf unzureichende räumliche Bedingungen beantwortet. Die Eutiner Zukunft hängt davon ab, ob sich Familien für die Stadt entscheiden. Und die orientieren sich wesentlich an Schulen. Welchen Titel sich die Kreisstadt auch geben wird, als „Bildungshauptstadt“ wird sie auf absehbare Zeit nicht für sich werben können, trotz qualifizierter pädagogischer Arbeit in allen Bereichen.

Von Astrid Jabs

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