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Grundwasser-Schutz: Strabag muss Mess-Stellen sanieren

Lebatz/Ahrensbök Grundwasser-Schutz: Strabag muss Mess-Stellen sanieren

Wird demnächst auf dem Gelände der Lebatzer Kiesgruben gebaut? Wenn es mit rechten Dingen zugeht, müsste der Eigentümer, der Strabag-Konzern, dort in Kürze tätig werden. Bis Ende April vier sogenannte Grundwassermessstellen beseitigt oder saniert werden.

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Auf den ersten Blick ist nicht viel von den Mess-Stellen zu sehen: Gerhard Jacobs, Anlieger, Gemeindevertreter, Mitglied der Bürgerinitiative und Jäger, zeigt eines der überirdischen Schutzrohre.

Quelle: Fotos: Peyronnet

Lebatz. Aber es besteht kein Grund zur Besorgnis für die Anlieger und die Mitglieder des Vereins Deponiestopp Ahrensbök. Die Arbeiten haben nichts mit dem Baubeginn für die geplante, aber zurzeit offenbar auf Eis gelegte Bauschuttdeponie zu tun. Vielmehr müssen bis Ende April vier sogenannte Grundwassermessstellen beseitigt oder saniert werden.

Die Strabag, Mutter-Konzern der Firma Becker-Bau Bornhöved, ist vom Kreis Ostholstein dazu verpflichtet worden, die Mess-Stellen zu beseitigen oder zu sanieren. Für die Sanierung oder den Rückbau ist eine Frist bis zum 30. April dieses Jahres gesetzt worden, teilte der Kreis auf Anfrage mit. Der ebenfalls geforderte Sanierungs- und Rückbauplan werde zurzeit erarbeitet, hieß es weiter.

Gegen die Anweisung der Kreiswasserbehörde, die Mess-Stellen zu beseitigen oder zu sanieren, hatte der Konzern geklagt, war vor dem Verwaltungsgericht in Schleswig aber unterlegen. Den Richtern war der Schutz des Grundwassers wichtig, wie sie in der Urteilsbegründung ausführen. Weil die abstrakte Gefahr besteht, dass durch die schadhaften Mess-Stellen Oberflächenwasser ins tiefe Grundwasser fließt, ist der Kreis mit seiner Anordnung nach Auffassung des Gerichts im Recht. „Der Schutz des Grundwassers ist ein überragend wichtiges Allgemeinwohlgut“, heißt es in der Urteilsbegründung. Die Anordnung sei vor diesem Hintergrund nicht zu beanstanden, auch wenn die finanziellen Auswirkungen für die Strabag beträchtlich sein mögen, stellte die 6. Kammer nach mündlicher Verhandlung fest.

Die Strabag gibt sich zugeknöpft. Um den vom Konzern als Rechtsnachfolgerin und Eigentümerin der Liegenschaft auferlegten Rückbau beziehungsweise die Sanierung der vor etwa 30 Jahren angelegten Brunnen und Messstellen vornehmen zu können, müssten unterschiedliche Verfahrensweise geprüft und bewertet werden, teilte Strabag-Sprecherin Birgit Kümmel mit. „Sobald dieser umfangreiche Prozess abgeschlossen ist, werden wir das Sanierungs- und Rückbaukonzept dem Landkreis vorstellen und das Projekt einvernehmlich und zeitnah umsetzen“, kündigte sie weiter an.

Es geht um vier Mess-Stellen, die zwischen 1983 und 1987 an allen vier Seiten des Kiesgrubengeländes angelegt wurden. Anlass war ein Gutachten, bei dem festgestellt werden sollte, ob sich die ausgebeuteten Kiesgruben als Deponie eignen. Damals bat das Kieler Umweltministerium den Kreis Ostholstein, sich um den Schutz des Grundwassers zu kümmern. Der erließ 2012 die wasserbehördliche Anordnung, die Messstellen zurückzubauen und einen Plan dafür vorzulegen, da festgestellt worden sei, dass die Messstellen undicht sind. Dadurch könne Oberflächenwasser ins Grundwasser gelangen.Gegen die Anordnung wehrte sich die Strabag mit der Klage vor dem Verwaltungsgericht — und unterlag.

Der Ahrensböker Bürgermeister Andreas Zimmermann (parteilos) betrachtet das Ganze mit Skepsis. Zum einen ist er nicht erfreut darüber, dass der Kreis die Gemeinde Ahrensbök nicht umfassend über den Stand der Dinge informiert hat. Zum anderen bezweifelt er, dass der Strabag-Konzern die wasserbehördliche Auflage tatsächlich bis zum 30. April, also in neun Wochen, erfüllt haben könnte.

Seit Jahren kämpfen die Gemeinde Ahrensbök und die Bürgerinitiative Deponiestopp Ahrensbök gegen die in den Lebatzer Kiesgruben geplante Bauschuttdeponie. Gerade erst hat die Gemeinde beim Kreis beantragt, die mittlerweile von der Natur zurückeroberten Kiesgruben unter Schutz zu stellen.

Die zum Strabag-Konzern gehörende Firma Becker-Bau wollte ursprünglich im Frühsommer 2011 beim Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume den Genehmigungsantrag für die Deponie stellen. Daraus wurde nichts. Seither ist von der Strabag nichts mehr in Sachen Deponie zu hören. Jetzt hieß es von Unternehmenssprecherin Kümmel: „Nähere Angaben zur weiteren Nutzung des Areals können zum jetzigen Zeitpunkt nicht gemacht werden.“

Hoher technischer Aufwand

Die vier Mess-Stellen sind zwischen 67 und 196 Meter tief, haben einen Durchmesser von 12,5 Zentimetern, das Schutzrohr oberhalb der Erde ist etwas größer.

Zwei weitere Mess-Stellen betreibt der Zweckverband Ostholstein auf dem Kiesgruben-Gelände. Auch sie dienen der Grundwasser-Überwachung und reichen 40 Meter unter die Oberfläche.

Viele Faktoren spielen nach Angaben von Christoph Külls, Professor für Hydrologie und Wasserwirtschaft an der Fachhochschule Lübeck, bei der Sanierung eine Rolle: Wie sieht das Umfeld aus? Wie fließt das Grundwasser? Sind die Dichtungen noch intakt?

Der technische Aufwand ist hoch. „Man kann nicht einfach das Rohr verfüllen“, sagt Külls. Deshalb sei der Einsatz von größerem Gerät nötig. Für ein Unternehmen wie die Strabag, das über die notwendigen Mittel verfüge, sei es aber möglich, die Sanierung noch bis zum Stichtag 30. April zu schaffen.

Susanne Peyronnet

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