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Ostholstein Gudrun Landgrebe – ein Weltstar auf Fehmarn
Lokales Ostholstein Gudrun Landgrebe – ein Weltstar auf Fehmarn
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20:25 03.07.2017
Musikalische Entdeckung: Violinistin Elizaveta Fedyukova (20) vor der illustren Plakatwand im Senator-Thomsen-Haus, wo schon Justus Frantz auftrat.
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Burg a. F

Mit zwölf Jahren verspricht ihr der Vater eine gemeinsame Fahrt auf die Ostseeinsel. Doch daraus wird nichts. Als erwachsene Frau holt sie das Jahrzehnte später nach, trägt sich sogar ins Goldene Buch der Stadt Fehmarn ein. Denn längst ist die Schauspielerin Gudrun Landgrebe ein Weltstar.

Erst trug sie sich ins Goldene Buch der Stadt Fehmarn ein, dann signierte sie Autogrammkarten ihrer Zuhörer: Weltstar Gudrun Landgrebe. Wer wollte, konnte mit der Schauspielerin auch plaudern. Quelle: Fotos: Schwennsen

Dank der US-amerikanischen Thomsen-Schumacher-Stiftung erleben die Zuhörer dort am Wochenende erneut eine fast intime Begegnung mit einem prominenten Künstler. In der Wohnzimmer-Atmosphäre des „Senator-Thomsen-Hauses“ lauschen sie ihr, die schon so vielen Hörbüchern ihre Stimme gegeben hat.

Wer in den hinteren Reihen die Augen schließt, taucht geradezu hinein in die Welt des Emile Zola. Und hat dort alsbald die lebenshungrige Ehefrau eines ehemaligen, fast doppelt so alten Getreidegroßhändlers vor Augen. Ausgiebig Seeluft sowie überreichlich Muscheln und andere Meeresfrüchte – damit kämpft er gegen die Kinderlosigkeit ihrer erkalteten Liebe an. Gudrun Landgrebe gelingt es, in der von ihr selbst gekürzten Zola-Erzählung die lockeren, leicht erotischen Momente behutsam wie augenzwinkernd auszuloten.

Der anhaltende starke Applaus des dankbaren Publikum gilt zugleich der jungen, bravourös aufspielenden Violinistin Elizaveta Fedyukova (20), die Werke von Bach, Wieniawski und Paganini spielt. Was für ein Karrieresprung: Landgrebe hat die preisgekrönte Studentin der Hochschule für Musik in Mainz bei einem Konzert gehört. Und sich spontan entschlossen: „Mit dieser jungen Frau möchte ich irgendwann mal auftreten.“ Gesagt, getan: Das Abendprogramm auf Fehmarn ist bereits der zweite gemeinsame Auftritt.

In der Plauderstunde mit Bürgervorsteherin Brigitte Brill und den Zuhörern verspürt das Publikum dann vor allem den Hauch der großen Film- und TV-Welt. Denn Gudrun Landgrebe, der 1983 mit der „Flambierten Frau“ der internationale Durchbruch gelingt, blickt zurück auf eine schillernde Karriere. Sie spricht über das großartige Gesamtwerk von Edgar Reitz, vor allem dessen „Heimat“-Epos. Oder über Götz George, dem Schauspieler, mit dem sie wohl am häufigsten vor der Kamera gestanden hat. „Zuletzt war er noch ein halbes Jahr vor seinem Tod mein Filmpartner. Als er plötzlich starb, war ich erschüttert“, gesteht sie.

Es gibt noch mehr überraschend offene Bekenntnisse. So sind für Landgrebe die Dreharbeiten vor der Filmkamera oft intimer als Theaterauftritte. Dennoch: Nach Jahren der Bühnenabstinenz bahnt sich wieder ein neues Theaterprojekt an. Freimütig räumt die 67-Jährige ein, dass die Filmangebote für ältere Schauspielerinnen dünner werden: „Ich akzeptiere das. Aber ich habe noch nie um Rollen gekämpft. Ich bekomme Angebote, die ich annehme oder ablehne.“ Kämpfen tut sie aber für andere Anliegen: für die Kindernothilfe, Aidswaisen in Südafrika und die regelmäßige Krebsvorsorge.

Gerd-J. Schwennsen

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