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Ostholstein Gymnasium in Neustadt: Neubau oder Sanierung?
Lokales Ostholstein Gymnasium in Neustadt: Neubau oder Sanierung?
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19:12 13.01.2017
Das Gebäude des heutigen Küstengymnasiums wurde am 22. Februar 1960 bezogen, kurz nach der Fertigstellung. Quelle: Fotos: S. Rosenkötter, Hfr
Neustadt

Lohnt eine aufwendige Sanierung, oder rechnet sich doch eher ein Neubau? Vor dieser Frage steht die Stadt Neustadt als Schulträger des Küstengymnasiums. Die Antwort soll ein Gutachten bringen, für das jetzt 100000 Euro zur Verfügung stehen. Das Ergebnis wird noch in diesem Jahr erwartet. Dann könnte klar sein, wie es weitergeht. Schulleiter Karsten Kilian betont im Gespräch mit den LN, dass ein problemloser und guter Unterricht jederzeit ermöglicht werde.

Gutachter soll baulichen Zustand untersuchen und Lösungen aufzeigen.

Historie

1960 ziehen die Schüler in das Gebäude am Butzhorn. Drei Jahre später wird die Turnhalle eingeweiht. Bereits 1964 feiert man die ersten 37 Abiturienten.

1969 wird eine Raucherecke eingerichtet.

1975 wird ein Anbau fertig, 2008 die Mensa, 2009 geht das Gymnasium in die Trägerschaft der Stadt über.

57 Jahre ist das Gebäude am Butzhorn inzwischen alt. Es gilt als wenig zeitgemäß. Lange Flure, viele Treppen und im Verhältnis wenig Räume bestimmen das Bild. Das ist weder modern, noch hilft es in Sachen Inklusion. Außerdem mangelt es an geeigneten Räumen für Freiarbeiten. Hinzu kommt, dass es keinen Aufzug gibt und die Toiletten nicht barrierefrei sind. Insbesondere die WC-Anlage im Erdgeschoss hat einen schlechten Ruf. Eltern und Schüler ärgern sich immer wieder über den Zustand – verbunden mit „ekeligem“ Geruch. Kilian weiß um die Problematik und kündigt an, dass eine Grundreinigung sowie ein Neuanstrich der Wände bevorstünden. Die veraltete Bauweise, kombiniert mit fehlenden Investition in den vergangenen Jahre, sorgt für weitere Schwachstellen. So musste diesen Winter komplett durchgeheizt werden, damit die Schüler am ersten Schultag nicht frieren.

Die Erneuerung der Heizungsanlage wurde bereits vor zwei Jahren im Neustädter Umwelt- und Verkehrsausschuss diskutiert. Die SPD forderte damals, ein Blockheizkraftwerk zu bauen. Passiert ist seitdem nichts. Stattdessen geht über die ungedämmten Wände tagtäglich teuer bezahlte Energie verloren. In diesem Zusammenhang müsste auch die Sporthalle dringend angepackt werden.

Die Stadt fungiert seit 2009 als Schulträger. Damals übertrug der Kreis gleich sechs Gymnasien an die Städte Bad Schwartau, Eutin, Neustadt, Oldenburg und die Gemeinde Timmendorfer Strand. Das Alter der Bauwerke sorgt nun bei den Schulträgern für Kummer, da Ausbesserungen erforderlich sind und Millionenkosten anstehen.

Für Neustadts Bürgermeisterin Dr. Tordis Batscheider (SPD) ist das geplante Gutachten auch eine Untersuchung der Anforderungen an eine moderne Schule. Es sei wichtig, neben dem baulichen Zustand auch pädagogische Notwendigkeiten zu ermitteln. „Wir werden einen externen Gutachter beauftragen, der einen frischen Blick hat“, so Batscheider. Sie betont aber, dass jeder Schüler und Lehrer ungefährdet zur Schule gehen könne und es lediglich darum gehe, die Schule künftig richtig aufzustellen. Denn ein Gymnasium sei auch ein gewichtiger Standortfaktor.

Batscheider erwartet, dass man Ende 2017 wisse, welche Strategie notwendig sei. Schulleiter Karsten Kilian und sein Stellvertreter Ralf Hübner begrüßen das Vorgehen der Stadt. „Es geht darum, erst einmal nachzudenken – und dann zu investieren. Es macht keinen Sinn, erst die Heizung zu erneuern und dann – später – das Gebäude energetisch zu sanieren“, betont Hübner. Kilian ergänzt, dass man genau schauen müsse, wie man mit Steuergeldern umgehe. Es gehe hier um die Vision einer Schule, um Nachhaltigkeit und Lärmdämmung zum Schutz der Schüler – also all das, was 1960 nicht so sehr von Bedeutung gewesen sei.

Sebastian Rosenkötter

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