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Ostholstein Hält die Sundbrücke noch bis 2028?
Lokales Ostholstein Hält die Sundbrücke noch bis 2028?
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21:03 04.05.2016
Das Wahrzeichen Fehmarnsundbrücke wurde 1963 eröffnet. Bis 2028 soll sie ersetzt werden. Quelle: Fotos: Schwennsen

In ihrer aktuellen Stellungsnahme zum Bundesverkehrswegeplan 2030 fordert die Stadt Fehmarn daher vom Bund unmissverständlich, die für eine „geeignete Instandhaltung“ der Brücke entstehenden Mehrkosten sicherzustellen. Das könnte in die Millionen gehen.

 

„Von der Sundbrücke hängt die ganze Wirtschaft Fehmarns ab.“Jörg Weber (SPD), Bürgermeister

Für die Stadt Fehmarn ist der Bundesverkehrswegeplan das zentrale Steuerungselement für alle wichtigen Verkehrsstraßen auf der Insel. Ausführlich erläuterte Regionalmanagerin Dr. Johanna Heitmann am Dienstagabend im Hauptausschuss Fehmarn die Stellungnahme der Stadt. Sie ist von Bürgermeister Jörg Weber (SPD) nach Berlin gesandt worden — und enthält klare Forderungen. Obenan stehen die Anbindung zum Fährhafen Puttgarden, die der Bund sicherstellen müsse, und die überfällige Instandhaltung der Sundbrücke.

Die Position der Stadt ist klar: Sie pocht darauf, dass der Bund verantwortlich ist für die Finanzierung von Bau und Erhalt der Bundesverkehrswege — also auch bei der Sundbrücke. Wörtlich heißt es dazu in der Stellungnahme, die den LN vorliegt: „Dies könnte im Falle der Fehmarnsundbrücke laut aktueller Berichterstattung des Bundesrechnungshofes scheinbar vernachlässigt worden sein.“

Bemängelt werden ein fortschreitender Instandhaltungsstau mit besonders schadhaftem Korrosionsschutz und ein „weiterer Verfall der Fehmarnsundbrücke“. Dadurch dürften der Stadt aber keinerlei weitere Nachteile entstehen.

Schon jetzt sorgt die zulässige Höchstgeschwindigkeit für Lkw mit Tempo 50 für Behinderungen für den übrigen Verkehr. Werner Ehlers (CDU) verwies auf die „Gerüchteküche“, wonach Fehmarn sogar jahrelang vom Zugverkehr abgeschnitten werden könnte. Laut Bürgermeister Weber hat Bernd Homfeldt (Deutsche Bahn) wiederholt einen „Schienenersatzverkehr“ ins Spiel gebracht, ohne allerdings die Dauer zu konkretisieren. Heitmann verwies auf die Bautätigkeit an der dänischen Schienenstrecke: „Dadurch ist schon jetzt die Zugverbindung von Deutschland nach Kopenhagen eingeschränkt.“

Hans-Peter Thomsen (WUW) beschrieb den katastrophalen Zustand der Sundbrücke. Heinz Jürgen Fendt (SPD) warnte vor Szenarien mit kilometerlangen Autoschlangen im Sommer, wenn sich der Verkehr womöglich nur noch mit Tempo 30 über die Sundbrücke quält. Schon gibt es erste sarkastische Seitenhiebe, man müsse notfalls den 1963 eingestellten Fährverkehr über den Sund reaktivieren.

Fendt: „Bis 2028 sind es noch zwölf Jahre, und die Bahn will nichts machen.“ Noch deutlicher wurde Weber: „Davon hängt nicht nur Scandlines, sondern die komplette Wirtschaft Fehmarns ab.“ Am 11.

Mai will er das in Kiel bei Verkehrsstaatssekretär Dr. Frank Nägele (SPD) verdeutlichen.

Von Gerd-J. Schwennsen

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