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Ostholstein Händler unzufrieden mit Wochenmarkt-Werbung
Lokales Ostholstein Händler unzufrieden mit Wochenmarkt-Werbung
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20:17 23.04.2016
Da können die Eutiner nur neidisch gucken. Unter anderem so sieht Werbung in Neustadt aus: Dauer-Banner am Markt. Quelle: Fotos: Ben, Ser

Sie möchten nur ein kleines Schild, aber bislang konnte dieser Wunsch nicht erfüllt werden. Seit vier Jahren bemühen sich die Eutiner Marktbeschicker um einen Hinweis auf den mittwochs und sonnabends im Herzen der Stadt stattfindenden Wochenmarkt. Am Beschilderungspunkt vor dem „Kochlöffel“ sei kein Platz mehr, hieß es zunächst, dann, dass man sich gedulden möge, bis Eutin ein neues Schilderkonzept habe. Eine neue Auskunft aus der Verwaltung laute, Eutin sei Kreisstadt, ein derartiges Schild müsse beim Kreis beantragt werden, zählen die Sprecher der Marktbeschicker, Sven Bössow, Jan Maaß und Christian Lüth, Absagen und deren Begründungen auf.

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Eutiner bemühen sich vergeblich um Hinweisschild — Neustadt zeigt, wie es anders geht.

„Es wird doch immer wieder betont, wie wichtig wir für die Innenstadt sind.“Jan Maaß, Sprecher der Händler

Was die drei und ihre knapp 40 Kollegen richtig ärgert: Seit kurzem ist am besagten Beschilderungspunkt ein neues Schild befestigt, das auf den Stadteingang zur Landesgartenschau hinweist. Und auch im Beet am Ehrenmal steht ein neues Pultschild, das auf die Historie des Marktes und bedeutende Bauten, die „dem lebendigen Wochenmarkt einen attraktiven Rahmen“ geben, aufmerksam macht. „Da hätte doch ein Satz hintendran gekonnt, dass wir immer am Mittwoch und Sonnabend hier zu finden sind“, finden die drei Händler.

„Es mag ja manchem als Lappalie erscheinen, aber für uns ist ein solches Schild wichtig“, sagt Bössow. Dass die Stadt den Marktleuten dies nicht ermögliche, sei ihm unverständlich. „Es wird doch immer wieder betont, wie wichtig wir für die Innenstadt sind. Als Multiplikator für die Bekanntmachung der Landesgartenschau sind wir gut genug“, erinnert Maaß und verweist darauf, dass die Marktbeschicker an ihren Ständen Flyer für die Großveranstaltung auslegen sollen. „Aber wir fallen hintenrunter, wenn wir nach einem Schild fragen“, beklagt er. „Hier ist das schier unmöglich, woanders klappt das“, ergänzt Lüth.

In der Tat haben beispielsweise die Händler in Neustadt eine stärkere Lobby als die Eutiner. „Bei uns gibt es seit 2009 das ,Projekt Wochenmarkt‘“, erläutert die dortige Stadtmanagerin Andrea Brunhöber. Drei mal in Jahr säßen Händler, Marktmeister und sie in großer Runde zusammen, ein Arbeitskreis tage alle ein bis zwei Monate, um Probleme und Wünsche durchzusprechen. Das Projekt sei vor sieben Jahren mit einer Befragung von 1000 Wochenmarktkunden gestartet, die nach ihren Erwartungen für den Einkauf befragt worden seien. Außerdem sei ein Profi verpflichtet worden, der die Neustädter Veranstaltung unter dem Aspekt „Wie werden Sie zum Top-Wochenmarkt?“ begutachtet habe. Sein Urteil: „Sie haben hier was Tolles, aber Sie müssen auch was dafür tun.“

„Und das haben wir getan“, sagt Andrea Brunhöber. So engagiere sich der Gewerbeverein für den Wochenmarkt, „denn er ist ein wichtiger Frequenzbringer für die Innenstadt“. Den Wünschen der Händler nach mehr Werbung sei die Stadt nachgekommen: Ein Banner am Ostring kündige den Wochenmarkt im Wechsel mit anderen Ereignissen an, am Mehrzweckgebäude am Markt hingen zwei permanente Banner, an vier Standorten zur sogenannten Besucherlenkung werde auf den Markt am Dienstag und Freitag hingewiesen, auch die Ortsbegrüßungsschilder listeten ihn in ihrem Terminkalender.

Zudem gebe es in Neustadt eine freiwillige Marketing-Umlage, so die Stadtmanagerin. Sie betrage 150 Euro im Jahr pro Stand, „egal, ob jemand zweimal die Woche das ganze Jahr hindurch vertreten ist, in lockeren Abständen oder einmalig. Das Geld wird über die Stadt verwaltet und vom Arbeitskreis eingesetzt, zum Beispiel für spezielle Werbemaßnahmen.“ Die Stadt achte darauf, dass Veranstaltungen erst begännen, wenn der Wochenmarkt abgebaut sei. Zweimal pro Jahr ziehen die Händler zum Klosterhof um: wenn Jahrmarkt sei. Eine weitere Ausnahme bilde das alle drei Jahre stattfindende Folklorefestival. Und noch ein Bonbon bietet Neustadt. Während der Dauer des Wochenmarktes dürfen auf dem ansonsten kostenpflichtigen Platz Klosterhof Autos mit Parkscheibe für zwei Stunden kostenlos abgestellt werden.

Per Köster, Leiter der Eutiner Touristinfo, versichert, er sei dabei, wenn es darum gehe, den Markt noch mehr hervorzuheben. Vorstellen könne er sich ein Schild „Besuchen Sie uns wieder zum Wochenmarkt am Mittwoch und Sonnabend“. Ein passender Standort müsse aber noch gefunden werden. Das Argument führt auch Eutins Stadtmanagerin Kerstin Stein-Schmidt ins Feld, die beteuert: „Wir versuchen, etwas hinzukriegen.“ ben

LN

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